Sonntag, 18. April 2021

Kinder aus Tschernobyl und Shitkowitschi zur Erholung in Landau: Immer weniger Gasteltern

22. Juli 2016 | Kategorie: Landau
Beigeordneter Rudi Klemm empfing die Gastkinder des Vereins „Tschernobyl mahnt“ im Rathaus. Foto: stadt-landau

Beigeordneter Rudi Klemm empfing die Gastkinder des Vereins „Tschernobyl mahnt“ im Rathaus.
Foto: stadt-landau

Landau. Gleich zwei Gruppen weißrussischer Kinder konnte Landaus Beigeordneter Rudi Klemm jetzt in Landau empfangen.

Die Vereine „Tschernobyl mahnt“ und „Kinder von Shitkowitschi – Leben nach Tschernobyl“ veranstalten aktuell wieder dreiwöchige Erholungsaufenthalte in der Pfalz.

Die teilnehmenden Kinder, die aus der Nähe von Tschernobyl bzw. aus der etwa 125 Kilometer entfernten Region Shitkowitschi stammen, sollen durch den Aufenthalt in Landau und Umgebung ihr Immunsystem stärken können. Denn auch 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl leiden die Menschen in den betroffenen Gebieten noch immer unter den Spätfolgen des atomaren Unfalls.

Klemm empfing insgesamt rund 40 Kinder im Rathaus bzw. im Landauer Zoo. „Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Kinder die Möglichkeit erhalten haben, zu uns nach Landau zu kommen. Mein Dank geht daher an die beiden Vereine, an Organisatoren, Sponsoren und an die Gastfamilien, die den Kindern diesen Aufenthalt ermöglichen“, betonte Klemm bei der Begrüßung.

Gerade er als Umweltdezernent halte es für wichtig, dass die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nicht in Vergessenheit gerate, so Klemm weiter. „30 Jahre nach dem Super-GAU sind große Gebiete rund um Tschernobyl noch immer verstrahlt. Die Katastrophe führt uns alle immer wieder vor Augen, wie gefährlich Atomkraft ist. Die Kinder, die sich jedes Jahr in der Pfalz erholen können, waren zum Zeitpunkt des atomaren Unfalls noch gar nicht auf der Welt – und trotzdem müssen sie unter den Folgen leiden.“

Die von den beiden Vereinen organisierten Erholungsaufenthalte werden auch in diesem Jahr durch die Stadt Landau mit Ferienpässen für die weißrussischen Gäste unterstützt. Auf die Kinder wartet ein großes Freizeitangebot mit freiem Eintritt unter anderem in den Zoo, das Reptilium und in die Freibäder in der Region. Zudem erhalten die Kinder auch freien Eintritt in das Freizeitbad LaOla, was vor allem dann gerne genutzt werde, wenn das Wetter während des Aufenthalts nicht mitspiele, so die Betreuer.

In den kommenden Tagen stehen für die Kinder aber auch zahlreiche Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten in der Süd- und Vorderpfalz auf dem Programm. „Ich hoffe, ihr habt ganz viel Spaß und behaltet Landau und die Pfalz in guter Erinnerung“, so Klemm.

Beide Vereine betonten im Gespräch mit dem Beigeordneten aber auch, dass es immer schwerer werde, Gastfamilien zu finden. Immer mehr Eltern seien berufstätig und würden nicht mehr die Zeit finden, drei Wochen lang ein Gastkind bei sich aufzunehmen. Er appelliere daher an die Landauer, sich in den kommenden Jahren als Gasteltern zur Verfügung zu stellen, so Klemm. „Wir freuen uns über jedes Engagement und hoffen, dass uns auch in Zukunft Familien bei dieser Aktion unterstützen werden.“

Informationen zu den Vereinen sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme finden sich im Netz unter www.tschernobylmahnt.de und www.kinder-von-shitkowitschi.de. (stadt-landau)

Auch der Verein „Kinder von Shitkowitschi“ führt aktuell einen Erholungsaufenthalt für weißrussische Kinder in der Pfalz durch. Beigeordneter Rudi Klemm begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Zoo. Foto: stadt-landau

Auch der Verein „Kinder von Shitkowitschi“ führt aktuell einen Erholungsaufenthalt für weißrussische Kinder in der Pfalz durch. Beigeordneter Rudi Klemm begrüßte die Teilnehmer im Zoo.
Foto: stadt-landau

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