Montag 12.Oktober 2026

Trockene Hautstellen: Wann steckt eine Krankheit dahinter?

11. August 2025 | Kategorie: Gesundheit, Ratgeber

Foto: Tharakorn arunothai 

Ob es nun an den Armen, Beinen, Händen, dem Bauch oder doch im Gesicht ist – an irgendeiner Stelle hat fast jeder Mensch mit trockener Haut zu kämpfen.

Meist sind die Ursachen recht harmlos und lassen sich teilweise auch mit einer selbstgemachten Pflegesalbe wieder in den Griff bekommen. Halten sich die trockenen Hautstellen aber hartnäckig und treten in Verbindung mit weiteren Symptomen wie Juckreiz auf, kann auch eine ernstzunehmende Krankheit dahinterstecken. Wir erklären, woran man das genau erkennt und wie man anschließend zu handeln hat. 

Wie und wo kommt es zu trockenen Hautstellen?

Trockene Haut gehört zu den häufigsten Hautproblemen überhaupt und wird Xerose oder Xerodermie genannt. Manche spüren sie nur im Winter, andere kämpfen ganzjährig damit. Die Haut spannt, juckt oder wirkt stumpf und rau. Doch was genau steckt dahinter und warum sind manche Körperstellen besonders betroffen? Wer die Ursachen kennt, kann gezielter gegensteuern und die Haut wieder ins Gleichgewicht bringen.

Trockene Hautstellen entstehen, wenn der natürliche Schutzfilm der Haut aus dem Gleichgewicht gerät. Dieser Schutzfilm besteht hauptsächlich aus Wasser, Fetten und körpereigenen Substanzen, die die Haut geschmeidig halten und vor äußeren Reizen schützen. Gerät diese Barriere aus dem Takt, kann die Haut Feuchtigkeit nicht mehr ausreichend speichern und trocknet aus.

Am häufigsten treten trockene Hautstellen auf an

  • den Händen
  • den Ellenbogen
  • den Knien
  • den Schienbeinen
  • den Füßen
  • dem Gesicht
  • dem Hals und Dekolleté
  • dem Rücken

Diese Körperregionen sind besonders anfällig, weil sie entweder sehr dünn oder besonders beansprucht sind. Die Hände kommen regelmäßig mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Desinfektionssprays in Kontakt und verlieren dabei ihren natürlichen Schutz. Die Schienbeine haben von Natur aus nur wenige Talgdrüsen, wodurch sie weniger Hautfett produzieren. Auch im Gesicht oder an den Lippen ist die Haut empfindlicher, weil sie ständig der Luft, dem Wetter oder UV-Strahlung ausgesetzt ist.

Neben den körperlichen Voraussetzungen spielen auch äußere und alltägliche Faktoren eine große Rolle. Kalte Temperaturen im Winter, trockene Heizungsluft oder lange, heiße Duschen entziehen der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Auch aggressive Pflegeprodukte, zu häufiges Waschen oder mechanische Reibung durch Kleidung können die Hautbarriere schwächen. Wer dann nicht ausreichend rückfettende Pflegeprodukte verwendet, riskiert dauerhafte Trockenheit an bestimmten Stellen.

Wieso entstehen trockene Hautstellen im Alter?

Mit zunehmendem Alter verändert sich auch die Haut. Sie wird dünner, empfindlicher und verliert an Spannkraft. Vor allem die Talg- und Schweißdrüsen arbeiten nicht mehr so aktiv wie früher, was dazu führt, dass weniger Fett und Feuchtigkeit auf der Hautoberfläche vorhanden ist. Die natürliche Schutzbarriere wird dadurch schwächer und die Haut trocknet schneller aus.

Besonders häufig zeigen sich trockene Hautstellen bei älteren Menschen an den Armen, den Unterschenkeln und im Gesicht. Auch am Rücken oder an den Händen ist die Haut dann oft rau, schuppig oder sogar rissig. Das liegt nicht nur an der geringeren Talgproduktion, sondern auch daran, dass die Haut langsamer regeneriert und äußere Einflüsse schlechter abwehren kann.

Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen weniger trinken als nötig. Auch bestimmte Medikamente, bestehende Erkrankungen oder ein generell schwächeres Immunsystem können den Feuchtigkeitshaushalt der Haut zusätzlich beeinträchtigen. 

Welche Krankheiten lösen trockene Hautstellen aus?

Nicht immer ist trockene Haut ein rein kosmetisches Problem. Wenn raue oder schuppige Stellen über längere Zeit bestehen bleiben, stark jucken oder sich entzünden, kann auch eine Hautkrankheit dahinterstecken. In solchen Fällen reicht eine einfache Pflege oft nicht mehr aus. Es ist wichtig, die Ursache genau zu kennen, um gezielt dagegen vorgehen zu können. Hier sind die häufigsten Erkrankungen, die mit trockenen Hautstellen einhergehen können.

Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)

Reibeisenhaut ist eine häufige, harmlose Hautveränderung, bei der sich trockene, rau wirkende Stellen bilden. Meist sind Oberarme, Oberschenkel oder das Gesäß betroffen. Die Haut fühlt sich dort leicht uneben an, fast wie Sandpapier. Ursache ist eine Verhornungsstörung der Haarfollikel. Abgestorbene Hautzellen können nicht richtig abtransportiert werden und verstopfen die Poren. Dadurch entstehen kleine, hautfarbene bis rötliche Knötchen, die besonders bei trockener Haut stärker hervortreten. Reibeisenhaut ist zwar nicht gefährlich, kann aber kosmetisch stören und mit speziellen Pflegecremes wie der Hefesalbe verbessert werden.

Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und meist mit sehr trockener, geröteter und juckender Haut einhergeht. Die Barrierefunktion der Haut ist bei Betroffenen gestört, sodass sie Feuchtigkeit schlechter speichern kann. Besonders häufig treten die Beschwerden an Armbeugen, Kniekehlen, Hals, Gesicht und Händen auf. Oft beginnt die Erkrankung bereits im Kindesalter und kann durch Stress, Allergene oder bestimmte Pflegeprodukte verschlimmert werden.

Psoriasis (Schuppenflechte)

Die Schuppenflechte gehört zu den Autoimmunerkrankungen und zeigt sich typischerweise durch stark schuppende, verdickte und entzündete Hautstellen. Diese Plaques entstehen durch eine stark beschleunigte Zellneubildung, die sich an der Hautoberfläche in Form von trockenen, silbrig-weißen Schuppen bemerkbar macht. Besonders betroffen sind häufig Ellenbogen, Knie, Kopfhaut und der untere Rücken. Auch Nägel und Gelenke können mit einbezogen sein.

Kontaktekzeme

Trockene Hautstellen können auch die Folge eines sogenannten Kontaktekzems sein. Dabei reagiert die Haut überempfindlich auf bestimmte Substanzen, etwa Duftstoffe, Reinigungsmittel oder Metalle wie Nickel. Die betroffenen Stellen wirken trocken, gerötet, jucken und zeigen teilweise nässende Hautrisse. Ein allergisches Kontaktekzem entwickelt sich meist verzögert nach wiederholtem Hautkontakt mit dem Auslöser. Bei einem irritativen Ekzem reichen manchmal schon Seife oder Desinfektionsmittel als Reizfaktor aus.

Pilzinfektionen

Auch eine Pilzinfektion kann hinter trockenen Hautveränderungen stecken. Vor allem in warmen, feuchten Körperregionen wie den Achseln, der Leistengegend oder unter der Brust kann es zu juckenden, schuppigen oder geröteten Stellen kommen. Die Haut ist dann oft nicht nur trocken, sondern auch entzündlich verändert. Pilzinfektionen müssen gezielt mit antimykotischen Wirkstoffen behandelt werden, da sie sich sonst weiter ausbreiten können.

Diabetes mellitus

Menschen mit Diabetes leiden häufig unter sehr trockener Haut. Der erhöhte Blutzuckerspiegel beeinträchtigt die Durchblutung sowie die Funktion der Schweißdrüsen. Die Haut verliert Feuchtigkeit, wird rissig und neigt zu Entzündungen. Vor allem an den Beinen, Füßen und Schienbeinen zeigt sich die Haut dann besonders trocken. Da sich Wunden bei Diabetes schlechter heilen, ist eine sorgfältige Pflege hier besonders wichtig.

Wie kann man trockene Hautstellen loswerden?

Trockene Hautstellen sind lästig, aber in den meisten Fällen gut in den Griff zu bekommen, solange keine tieferliegende Krankheit der Auslöser sein sollte. Entscheidend ist, was die Haut wirklich braucht und was sie besser nicht mehr bekommt. Mit einer gezielten Pflege lässt sich der Zustand oft deutlich verbessern.

Rückfettende Pflegeprodukte verwenden

Nach der Reinigung ist die Haut besonders aufnahmebereit. Cremes oder Salben mit rückfettenden Inhaltsstoffen wie Urea, Sheabutter, Glycerin oder Panthenol helfen dabei, die Hautbarriere zu stärken und den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Für besonders trockene Stellen eignen sich auch reichhaltige Pflegeöle, etwa aus Mandel oder Jojoba.

Regelmäßiges Eincremen nicht vergessen

Die besten Wirkstoffe bringen nichts, wenn sie nicht regelmäßig aufgetragen werden. Idealerweise sollte die Haut morgens und abends gepflegt werden – vor allem nach dem Duschen oder Händewaschen. Auch unterwegs können kleine Pflegeeinheiten helfen, etwa mit einer Handcreme in der Tasche.

Hausmittel als natürliche Ergänzung

Natürliche Helfer wie Honig, Aloe Vera oder Kokosöl können die Haut zusätzlich beruhigen und geschmeidiger machen. Diese Hausmittel eignen sich besonders für empfindliche Haut, sollten aber vorab auf Verträglichkeit getestet werden.

Reizstoffe meiden

Parfum, Alkohol oder reizende Konservierungsstoffe in Kosmetikprodukten können trockene Hautstellen zusätzlich verschlimmern. Wer zu Trockenheit neigt, sollte daher auf minimalistische Produkte setzen und unnötige Zusätze vermeiden. Auch Kleidung mit kratzigen Stoffen oder aggressive Haushaltsreiniger können die Haut unnötig reizen.

Äußere Faktoren beachten

Trockene Heizungsluft im Winter oder eine zu geringe Luftfeuchtigkeit im Raum wirken sich ebenfalls negativ auf die Haut aus. Luftbefeuchter, regelmäßiges Lüften und ausreichend Flüssigkeitszufuhr von innen (mindestens 1,5 Liter Wasser täglich) unterstützen die Haut auch von innen heraus

Wann sollte man bei trockenen Hautstellen zum Arzt?

In vielen Fällen lassen sich trockene Hautstellen mit der richtigen Pflege gut selbst behandeln. Wenn sich der Zustand der Haut jedoch trotz Pflege nicht verbessert oder sich sogar verschlechtert, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Manchmal steckt mehr dahinter als bloß ein Feuchtigkeitsmangel.

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn …

  • die Hautstellen stark jucken, brennen oder schmerzen
  • Rötungen, Schuppen, Nässen oder Krusten auftreten
  • sich die trockenen Stellen ausbreiten oder entzünden
  • die Haut über längere Zeit hinweg nicht auf Pflege anspricht
  • begleitende Beschwerden wie Fieber oder Abgeschlagenheit auftreten
  • sich Bläschen, Knötchen oder andere auffällige Veränderungen zeigen

In solchen Fällen kann eine Hauterkrankung vorliegen, die eine gezielte Behandlung braucht. Dermatologen erkennen anhand von Hautbild und Anamnese, ob es sich zum Beispiel um eine Form der Neurodermitis, Schuppenflechte oder ein allergisches Ekzem handelt. Je früher die Ursache geklärt ist, desto schneller kann eine geeignete Therapie beginnen und Komplikationen werden vermieden.

Trockene Hautstellen bei Babys – Was tun?

Babys haben eine besonders empfindliche Haut, die noch nicht vollständig entwickelt ist. Deshalb reagiert sie schneller auf äußere Reize und neigt leicht zu Trockenheit. Besonders in den ersten Lebensmonaten treten trockene Hautstellen recht häufig auf und müssen nicht sofort ein Grund zur Sorge sein. 

Häufig zeigen sich raue oder schuppige Stellen im Gesicht, an Armen, Beinen oder in Hautfalten. In den meisten Fällen hilft eine milde, parfumfreie Pflegecreme, die Feuchtigkeit spendet und die Haut beruhigt.

Wichtig ist, sanfte Produkte zu verwenden und auf häufiges Baden sowie reizende Inhaltsstoffe zu verzichten. Halten die trockenen Stellen an oder treten weitere Symptome wie Rötung oder Juckreiz auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Dahinter kann zum Beispiel eine beginnende Neurodermitis stecken.

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