Samstag 14.März 2026

Trauerfeier für Dr. Christof Wolff: Würdevoller Abschied von einer großen Persönlichkeit

14. Februar 2026 | Kategorie: Landau, Regional, Regional

Landau nahm in der Stiftskirche Abschied von Ehrenbürger Dr. Christof Wolff.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. „Es trauert eine ganze Stadt“, sagte der frühere Dekan Pfarrer Dr. Ludwig Burgdörfer am 13. Februar bei der sehr berührenden Trauerfeier für Dr. Christof Wolff in der Stiftskirche.

Wolff war im Alter von 84 Jahren am 27. Januar in seinem Haus in Arzheim verstorben.

Trauergäste verabschieden sich von Dr. Wolff.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Die Stiftskirche sei für den „bewussten Protestanten“ Wolff fast wie ein Zuhause gewesen, nun sei sie am heutigen Tag Raum für Trost in dem man die Trauer mit Freunden und Familien teilen könne.

Seine Sympathie für Luther habe sich auch mit dem Lutherdenkmal vor der Stiftskirche ausgedrückt. Das Denkmal wurde 1996 anlässlich des 450. Todestags Luthers im Auftrag der Stadt errichtet.

Dr. Wolff wird unvergessen bleiben.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Im Gottesdienst wurde denn auch das berühmte Lutherlied „Eine feste Burg ist unser Gott“ gesungen. Um Christof Wolffs Verbundenheit zu seiner Kirche zu erläutern, erzählte Burgdörfer, dass Wolff 2022 mit seiner Frau Karla noch im Glockenturm der Stiftskirche die Goldene Hochzeit gefeiert hatte.

Foto: Pfalz-Express/Ahme

Er habe auch in der Zeit als OB der Stadt Landau beide Kirchen, und deren Vertreter, die damaligen Dekane Burgdörfer und Armbrust, zu Rate gezogen. Burgdörfer gab als Themen-Beispiele die „Verkaufsoffenen Sonntage, Halloween oder den Landauer Weihnachtszirkus“ an.

Ein Wegbegleiter: Dr. Ludwig Burgdörfer war zur Amtszeit des Verstorbenen Dekan in Landau.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Als Presbyter und Bezirkssynodaler war das christliche Menschenbild sein Vorbild. Er habe ökumenische Offenheit und einen „weiten Horizont“ bewiesen. „Christof Wolff war würdevoll und hoffnungsfroh, zuversichtlich und mutig – er war Vorbild und Ansporn, aktiver politischer Gestalter und Liebhaber der Schöpfung.“ Burgdörfer ging auch auf Wolffs nicht ganz einfache Kindheit (er hatte als 3-Jähriger die Mutter verloren und als 10-Jähriger den Vater) in Kriegszeiten ein. Trotz all dieser schmerzlichen Erfahrungen sei er nie verbittert sondern positiv eingestellt gewesen. „Er war stark und das nötigt uns Respekt ab!“

Rede OB Dr. Geißler (im Hintergrund die Stiftskantorei).
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Rede OB Dr. Geißler

OB Dr. Geißler beleuchtete in seiner Rede die „monumentale Amtszeit“ des damaligen OB Wolff, der eine „Metamorphose der Stadt“ erreicht habe. Geißler benannte unter anderem Fußgängerzone, Gewerbegebiet, Halbierung der Arbeitslosenquote, Konversion, Landauer Gespräche, Sanierung von Jugendstil-Festhalle und Altem Kaufhaus als Stationen dieser „24-jährigen Erfolgsgeschichte“.

Und, (sicherlich im Hinblick auf eigene leidvolle Erfahrungen), griff Geißler auch ein Wort Wolffs auf, der immer gesagt habe „ein Stadtrat muss zusammen arbeiten“. Parteipolitischer Streit um des Streit willens sei Wolff suspekt gewesen. „Die Belastungsfähigkeit eines Kommunalpolitikers ist eben nicht unbegrenzt hoch“, so Geißler.

Abschied der Familie

Sehr berührend war der Abschied der drei Söhne Matthias, Jan-Michael und Philipp: Dankbarkeit und Stolz habe sie erfüllt. Er sei ein großes Vorbild gewesen. „Alles, was wir haben verdanken wir dir“, sagte Jan-Michael. Auch die fünf Enkel Nora, Romy, Coralie, Elian und Sofia vermissen ihren Opa.

Das bekundeten sie mit einer eigenen Traueranzeige in der Zeitung und bei der Trauerfeier mit einer kleinen Ansprache und Bach-Präludium am Flügel – Beides ging sehr zu Herzen der Trauergäste.

Die musikalische Gestaltung hatten Bezirkskantorin Charlotte Vitek und die Landauer Kantorei an der Stiftskirche, die Schriftlesung aus der Bergpredigt Annel Jung, die Liturgie und Ansprache Pfarrer i.R. Dr. Ludwig Burgdörfer übernommen. (desa)

Kantorei singt „Brich an du schönes Morgenlicht“

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