
Quelle Symbolbild: Jo_el bei pixabay.com
Charlotte, North Carolina – Ein 23-jähriges ukrainisches Mädchen, das vor dem Krieg in ihrer Heimat in die USA geflohen war, wurde in einer brutalen Attacke auf der Lynx Blue Line in Charlotte erstochen.
Der Vorfall, der schon am 22. August 2025 gegen 21:50 Uhr stattfand, hat landesweite Empörung in den USA ausgelöst und Debatten über öffentliche Sicherheit, das Justizsystem und psychische Gesundheit entfacht. In Deutschland wurde der Mord so gut wie nicht thematisiert.
Der mutmaßliche Täter, der 34-jährige Decarlos Brown Jr., ein obdachloser Mann mit einer umfangreichen kriminellen Vorgeschichte, wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.
Flüchtlingsmädchen aus der Ukraine
Iryna Zarutska, geboren in Kiew, hatte 2022 mit ihrer Familie die russische Invasion in der Ukraine verlassen und war in die USA gekommen, um ein sicheres Leben aufzubauen. In Charlotte besuchte sie von 2023 bis 2025 das Rowan-Cabarrus Community College, wo sie Kunst studiert und ihr Englisch verbessert hatte.
Sie träumte davon, Tierärztin oder Tierhelferin zu werden, und arbeitete in einer Pizzeria, um sich und ihre Familie zu unterstützen. Freunde und Familie beschreiben sie als „herzensgute Person mit einem goldenen Herzen“ – hilfsbereit, talentiert und leidenschaftlich an Kunst und Tieren interessiert.
„Sie floh aus der Ukraine, um ihr Leben zu verbessern, und endete hier in der falschen Zeit am falschen Ort“, sagte ein Familienfreund gegenüber lokalen Medien.
Der Mord wurde durch die Überwachungskamera gefilmt
Am Abend des 22. August stieg Zarutska gegen 21:46 Uhr in den Zug ein, trug ihre Arbeitsuniform und setzte sich mit Kopfhörern auf den Ohren in einen Sitz. Vier Minuten später, um 21:50 Uhr, zog Brown ein Klappmesser aus seiner Tasche, stand auf und stach dreimal zu – mindestens einmal in den Hals.
Zarutska griff sich an den Hals und brach kurz darauf zusammen. Passagiere erstarrten zunächst vor Schock, bevor einige zu Hilfe eilten. Brown wischte sich Blut von der Hand, zog seinen Hoodie aus und verließ in aller Seelenruhe den Zug an der nächsten Haltestelle, wie die Kamera dokumentierte.
Die Polizei fand das Messer in der Nähe der Plattform und nahm ihn fest, nachdem er wegen einer Schnittwunde an der Hand ins Krankenhaus Atrium Health gebracht worden war.
Zarutska wurde noch im Zug für tot erklärt.
Überwachungsvideos, die am 5. September 2025 von der Charlotte Area Transit System (CATS) veröffentlicht wurden, zeigen die Attacke detailliert – der eigentliche Stichmoment wurde zensiert, um die Grafik zu mildern.
Die Aufnahmen bestätigen, dass es keine vorherige Interaktion zwischen Opfer und Täter gab und der Angriff willkürlich war.
Brown wurde wegen Mordes ersten Grades angeklagt und muss sich einer „Kompetenzprüfung“ unterziehen, da sein Anwalt auf eine „lange Geschichte psychischer Probleme“ hinweist.
In einer früheren Festnahme im Januar 2025 hatte Brown behauptet, ein „künstliches Material“ in seinem Körper kontrolliere seine Bewegungen – ein Hinweis auf mögliche Schizophrenie oder andere Erkrankungen.
Der Täter hat eine schwere kriminelle Vergangenheit: Seit 2011 war Brown mindestens 14 Mal festgenommen worden, darunter wegen bewaffneten Raubs, Einbruchs, Diebstahls, Bedrohungen und Missbrauchs des Notrufs.
2015 verurteilte man ihn zu sechs Jahren Haft für Raub mit gefährlicher Waffe und Einbruch aus Vorfällen 2013 und 2014; er wurde 2020 entlassen. Weitere Verhaftungen folgten 2021 (Angriff auf seine Schwester, Sachbeschädigung) und 2022 (Störung der öffentlichen Ordnung). Viele Anklagen wurden fallen gelassen, was Kritiker als Versagen des Systems sehen.
Die Familie von Zarutska startete eine GoFundMe-Kampagne, die bislang über 49.000 US-Dollar eingesammelt hat, um Beerdigungskosten und Unterstützung für die Angehörigen zu decken.
Die ukrainische Community in Charlotte trauert und organisiert Gedenkveranstaltungen. Die Botschaft der Ukraine in den USA äußerte tiefe Betroffenheit und forderte besseren Schutz für Flüchtlinge.
Der Fall hat auch Sicherheitsmängel im öffentlichen Nahverkehr aufgedeckt. CATS reagierte mit der Verdreifachung des Sicherheitsbudgets, der Einstellung eines neuen Sicherheitschefs und dem Upgrade der Kameras.
Sicherheitskräfte waren im Zug, aber in einem anderen Waggon. Die Polizei betont, dass Brown kein Ticket hatte, und plant Maßnahmen gegen Schwarzfahrer. Charlotte-Bürgermeisterin Vi Lyles nannte den Vorfall „herzzerreißend“ und versprach: „Wir tun alles, um Charlotte zu einem sicheren Ort für alle zu machen.“ Stadtratsmitglieder fordern mehr Polizeipräsenz auf dem Transit-System.

Diesen Artikel drucken



Hurghada – In Ägypten hat ein Mann sechs Touristinnen verschiedener Nationalität mit einem Messer angegriffen. Zwei deutsche Touristinnen sollen getötet worden sein. ...
Rockenhausen – Die 16-jährige Charlotte aus Bischheim aus dem Donnersbergkreis ist am Dienstagabend tot aufgefunden worden. Den bisherigen Ermittlungen zufolge ist sie ...
Ludwigshafen – Ein 18-Jähriger hat am Samstagabend (30.12. 2023) in Ludwigshafen einen 21-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt. Die beiden Männer hatten ...
Zweibrücken – Wegen des Verdachts eines versuchten Totschlags ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei gegen eine 23-Jährige. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen verletzte ...
Ludwigshafen. „Wir trauern um unsere älteste rheinland-pfälzische Mitbürgerin.“ Mit diesen Worten reagierte Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf die Nachricht vom Tod von Charlotte ...
Charlotte – In der Stadt Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina ist es bei Protesten gegen Polizeigewalt in der Nacht zum Donnerstag erneut ...
Villach. Ein Mann wurde getötet und vier weitere Personen verletzt, nachdem ein 23-jähriger Mann am Samstagnachmittag in Villach, Kärnten, mit einem Messer ...
Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Charlotte Klamroth aus Ludwigshafen zu ihrem 110. Geburtstag am 18. August gratuliert. Die älteste Rheinland-Pfälzerin freute sich ...
Karlsruhe – Nach dem Mord an einem Georgier im Kleinen Tiergarten in Berlin hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen russischen Staatsangehörigen erhoben. ...











