
Foto: Pfalz-Express
SÜW – Die Klimaworkshops des Landkreises Südliche Weinstraße sind am Donnertag mit einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung gestartet.
Neben Bürgern, Gremienmitgliedern, Vertretern der Kreisverwaltung und Landrat Dietmar Seefeldt war auch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement bei der Online-Veranstaltung dabei, das den Landkreis bei der Erstellung seines Klimaschutzkonzepts unterstützt.
„Elefant im Raum nicht übersehen“
„Wir müssen reden“, eröffnete Klimaschutzmanager Philipp Steiner seinen Vortrag. Man dürfe die fortschreitende Erderwärmung nicht länger wie den sprichwörtlichen Elefanten im Raum ignorieren. Denn: „Der Klimawandel ist auch nicht der Elefant im Raum – er ist der Elefant, in dem wir alle stecken“, zitierte er den US-amerikanischen Klimajournalisten Bill Blakemore.
Jeder sei Betroffener, Botschafter und Teil der Lösung zugleich. Dass der Klimawandel keinen klaren Startschuss gebe, dürfe nicht vom Handeln abhalten. Die Klimabotschafterinnen bat er, ihre Gemeinderäte und Verbandsgemeinden anzusprechen: „Seien Sie sichtbar und reden sie miteinander!“
Sparen mit Erneuerbaren
Präsentiert wurden auch die neu berechneten Wertschöpfungspotenziale durch Erneuerbare Energien im Landkreis. Bis zu 970 Millionen Euro könne der konsequente Ausbau von Wind- und Solarenergie allein bis 2030 im Landkreis generieren. 5,6 Milliarden Euro stehen bis 2050 in Aussicht. Handwerk, Banken, Bürger sowie die Betreiber vor Ort verdienten mit. Statt mit dem Einkauf fossiler Brennstoffe in die Erderwärmung zu investieren, sollte gemeinsam in Erneuerbare Energien vor Ort investiert werden.
„Bereits die technischen Solarpotenziale reichen aus, um den gesamten Landkreis mit Strom zu versorgen. Mit Umständen wie dem aktuellen Fachkräfte- und Materialmangel müssen wir jetzt umgehen. Ich möchte dennoch alle Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen ermuntern, gemeinsam aktiv zu werden“, so Landrat Seefeldt.
„Es lohnt sich“
Was es für eine erfolgreiche Energiewende braucht, gaben die Referenten auch gleich mit auf den Weg: Proaktive Kommunen, ausgeklügelten Finanzierungskonzepte und eine Arbeit „Hand in Hand“. Steiner: „Konflikte gibt es natürlich immer. Doch die Erfahrung in ganz Deutschland zeigt: Es lohnt sich, sie offen zu schlichten. Wo zusammengearbeitet wird, da ist die Energiewende profitabel für alle.“
Die Teilnehmer wurden mit den Vorträgen zu „Klimabotschaftern“ fortgebildet, die das neue Wissen weitertragen sollten. Mit vier Fachworkshops werden die wichtigsten Klimaschutz-Themen vertieft werden. Anmeldungen per E-Mail sind noch möglich an Klimaworkshop@suedliche-weinstrasse.de
Überblick über die SÜW-Klimaworkshops
- April 2022, 17 bis 19 Uhr: „Erneuerbare Energien für den Landkreis SÜW“
(Klimaworkshop 1)
- April 2022, 17 bis 19 Uhr: „Klimafreundliche Mobilität im Landkreis SÜW“
(Klimaworkshop 2)
- April, 17 bis 19 Uhr: „Klimawandelanpassung und (Grün-) Flächenmanagement im Landkreis SÜW“
(Klimaworkshop 3)
- April 2022, 17 bis 19 Uhr, „Beratung und Bildung zum Klimaschutz im Landkreis SÜW“
(Klimaworkshop 4)
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