Mittwoch 19.August 2026

Südpfalz: Pflege-Azubis kommen oft nicht zur Frühschicht – ÖPNV soll verbessert werden

23. Juli 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional

V.li.: Benjamin Klar, ÖPNV-Referent Landkreis SÜW, Dr. Marvin Milius (Leiter Pflegeschule Klinikum Landau-SÜW), SÜW-Landrat Dietmar Seefeldt, Monika Vogler (Schulleitung Nardini Pflegeschule), Kathrin Flory, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, Stefan Grewenig, ÖPNV-Referent der Stadt Landau, Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler, und Sebastian Löhlein (Leiter Bildungszentrum Pfalzklinikum). Auf dem Foto nicht zu sehen ist Landrat Martin Brandl (GER), der ebenfalls teilnahm, allerdings kurz vor der Aufnahme zu einem Anschlusstermin musste.
Foto: KV SÜW

Landau/Südpfalz – Wenn der Dienst in der Pflege früh am Morgen beginnt, wird der Weg zur Arbeit für viele Auszubildende zum Problem. Fehlende oder unpassende Busverbindungen erschweren den Schichtdienst. Das Thema stand jetzt im Mittelpunkt eines Treffens zwischen den Leitungen der südpfälzischen Pflegeschulen und Vertretern der Verwaltungen.

Im Kreishaus der Südlichen Weinstraße kamen Landrat Dietmar Seefeldt (Südliche Weinstraße), Landrat Martin Brandl (Kreis Germersheim), Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler, Bürgermeisterin Kathrin Flory (VG Bad Bergzabern) sowie die Leitungen der Pflegeschulen zusammen.

Mehr als 260 Auszubildende betroffen

Auslöser war ein gemeinsames Schreiben der Schulleitungen der Nardini-Pflegeschule, der Pflegeschule des Klinikums Landau-SÜW und des Bildungszentrums des Pfalzklinikums. Dort lernen mehr als 260 Auszubildende. Der Unterricht findet in Landau, Klingenmünster und Gleiszellen-Gleishorbach statt, die Praxiseinsätze führen in Einrichtungen der gesamten Südpfalz. Viele der angehenden Pflegekräfte sind deshalb auf Bus und Bahn angewiesen.

Die Schulleitungen schildern, dass fehlende Busverbindungen vor allem in den frühen Morgenstunden regelmäßig zu Problemen führen. Auszubildende kämen verspätet zum Dienst oder Einsatzpläne müssten kurzfristig geändert werden. „Dies belastet sowohl die Auszubildenden selbst als auch die Einsatzgebiete und gefährdet langfristig die Attraktivität der Pflegeausbildung“, schreiben Monika Vogler, Dr. Marvin Milius und Sebastian Löhlein in ihrem gemeinsamen Brief an die Verwaltungen. Deshalb regten sie einen Dialog an, um Ausbildungs- und Einsatzorte auch zu Schichtzeiten besser erreichbar zu machen.

Verwaltungen wollen Verbindungen prüfen

Die Verwaltungen griffen den Vorschlag auf. Da Landkreise und kreisfreie Städte für die Planung des ÖPNV zuständig sind, sollen nun zunächst anonymisierte Daten ausgewertet werden. Die Pflegeschulen erfassen dafür unter anderem, aus welchen Orten die Auszubildenden kommen, wann sie ihre Einsatzorte erreichen müssen und welche Verbindungen fehlen. Anschließend soll geprüft werden, ob Buslinien, Ruf-Taxis oder On-Demand-Angebote angepasst oder erweitert werden können.

Nicht nur für Pflege-Azubis

„Außerdem wollen wir das Thema nicht nur für Azubis prüfen, sondern gerne für alle Mitarbeitenden der südpfälzischen Kliniken, um den ÖPNV im besten Fall für möglichst viele noch attraktiver zu machen“, erklären Seefeldt, Brandl und Geißler.

Bereits in der Vergangenheit wurden auf Anregung von Ausbildungsbetrieben Verbesserungen umgesetzt. So wurde in Landau die Gewerbelinie 534 eingeführt, die zwischen etwa 5 und 23 Uhr verkehrt und damit alle Schichtzeiten abdeckt. Auch an der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor bei Ilbesheim entstand auf Wunsch von Auszubildenden eine zusätzliche Bushaltestelle, die inzwischen auch von anderen Fahrgästen genutzt wird.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass eine verlässliche Anbindung mit Bus und Bahn ein wichtiger Baustein ist, um die Pflegeversorgung in der Südpfalz langfristig zu sichern.

 
 
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