Sonntag, 22. Mai 2022

Südpfälzer soll Kopf einer großen Schleuser-Organisation sein

Illegale Anwerbung von ukrainischen, georgischen und moldawischen Staatsangehörigen als Arbeitskräfte

26. Januar 2022 | Kategorie: Kreis Bad Dürkheim, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Südwestpfalz und Westpfalz

Foto (Archiv): Pfalz-Express

RLP/B-W – Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen Einsatzkräfte der Bundespolizei und des Hauptzollamts Saarbrücken im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern über 60 Objekte in fünf Bundesländern mit Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Zeitgleich finden umfangreiche Ermittlungen im europäischen Ausland statt. Neben Wohnungen und Geschäftsräumen werden auch Arbeitnehmerunterkünfte durchsucht.

Südpfälzer soll Kopf der Schleuser sein

Ein 48-jähriger Deutscher aus der Südpfalz steht als Kopf einer Schleuser-Tätergruppierung im Verdacht. Mit seiner Personalvermittlungsfirma soll der Mann über 300 Menschen mit falschen europäischen Ausweisdokumenten aus Nicht-EU-Staaten (z. B. Ukraine, Georgien, Moldawien) angeworben und nach Deutschland eingeschleust haben. Die Männer und Frauen wurden in firmeneigenen Unterkünften untergebracht – meistens gegen Entgelt. Die Miet- und Arbeitsverträge sollen mit den falschen Papieren abgeschlossen worden sein.

Die Geschleusten sollen dann zur Arbeitsaufnahme an Firmen personalintensiver Branchen wie zum Beispiel der Logistik und Abfallwirtschaft in ganz Deutschland als Leiharbeiter weitervermittelt worden sein. Insgesamt 17 Beschuldigte werden des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, der Urkundenfälschung, des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt und der Steuerhinterziehung verdächtigt.

Die rund 1.500 eingesetzten Beamten der Bundespolizei und der Zoll- und Finanzbehörden konnten bei den Durchsuchungen jede Menge Beweismittel wie Firmenunterlagen, Aufzeichnungen, diverse Speichermedien wie Laptops und Smartphones und gefälschte Ausweisdokumente sicherstellen.

Dass die Behörden nun zugeschlagen haben, resultiere aus mehrjährigen Ermittlungen zur organisierten Täterstruktur und Vorgehensweise, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Nun soll erst einmal alles genau ausgewertet werden.

Info

Die ausländerrechtlichen Vorwürfe werden von einer gemeinsame Ermittlungsgruppe der Bundespolizeiinspektion „Kriminalitätsbekämpfung“ in Frankfurt am Main und der Bundespolizeiinspektion Kaiserslautern bearbeitet. Die Schwarzarbeitsvorwürfe werden federführend vom Hauptzollamt Saarbrücken (Finanzkontrolle Schwarzarbeit Kaiserslautern) unter Beteiligung der Steuerfahndungs- und Strafsachenstelle des Finanzamts Neustadt an der Weinstraße ermittelt.

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