Dienstag, 09. August 2022

Städtepartnerschaftsjubiläum Kandel – Whitworth – Reichshoffen: Bauwerk für Frieden und Freundschaft

29. August 2016 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
V.li.: Monika Schmerbeck (Vorsitzende verein Grenzüberschreitende Freundschaften und zweite Beigeordnete), Hubert Walter (Bürgermeister Reichshoffen), Madeline De Souza (Bürgermeisterin Whitworth), Günter Tielebörger (Bürgermeister Kandel), Herbert Dudenhöffer (Sparkasse), Bildhauer Volker Krebs und Gudrun Lind (Erste Beigeordnete). Fotos und Video: pfalz-express.de/Licht Fotogalerie am Textende

V.li.: Monika Schmerbeck (Vorsitzende „Verein Grenzüberschreitende Freundschaften“ und zweite Beigeordnete), Hubert Walter (Bürgermeister Reichshoffen), Madeline De Souza (Bürgermeisterin Whitworth), Günter Tielebörger (Bürgermeister Kandel), Peter Dudenhöffer (Sparkasse), Bildhauer Volker Krebs und Gudrun Lind (Erste Beigeordnete).
Fotos und Video: pfalz-express.de/Licht
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Kandel – Gleich zwei Jubiläen feierte die Stadt am Wochenende: 50 Jahre sind Kandel und Whitworth in der englischen Grafschaft Lancashire mit einem Partnerschaftsvertrag verbunden. Mit dem elsässischen Städtchen Reichshoffen besteht sogar seit 55 Jahren einer Partnerschaft.

Was einst als kommunalpolitischer Akt begann, hat sich zu einer echten Freundschaft entwickelt. Schon in der dritten Generation besucht man sich regelmäßig, beherbergt sich gegenseitig und unternimmt Vieles zusammen.

Freundschaft zwischen Menschen Teil dauerhaften Friedens

Die Freundschaft mit den Kommunen seien das Fundament eines sicheren Europas, sagte Stadtbürgermeister Günther Tielebörger beim offiziellen Festakt am Samstagabend in der Bienwaldhalle mit den Delegationen und Bürgermeistern aus den beiden Partnerstädten.

Gerade in der jetzigen Zeit habe sich das allgemeine Klima in der Gesellschaft verschärft – dies sei von Menschen gemacht – und Menschen müssten es wieder auflösen.

70 Jahre Frieden seien nicht „gottgegeben“, so Tielebörger. Mit der Pflege von Freundschaften auf privater Ebene würden die Menschen einen entscheidenden Teil dazu beitragen und sorgten so für Stabilität, Sicherheit und die Erhaltung des Friedens.

„Long may this relationship continue“ (lang möge diese Beziehung fortbestehen), wünschte sich die Bürgermeisterin von Whitworth, Madeline De Souza. Sie sei froh, ein Teil davon zu sein. De Souza  überreichte Präsente an Günther Tielebörger, Verbandsbürgermeister Volker Poß und an Monika Schmerbeck, Vorsitzende des Vereins Grenzüberschreitender Freundschaften sowie an ihre Stellvertreterin Elke Getto.

Hubert Walter, der Bürgermeister von Reichshoffen, sprach von einer „Orchideenhochzeit – wie man in Frankreich sage: „Drei Blütenblätter – drei Gemeinden“. Dank der Jumelage-Bewegung gebe es heute Kulturbäume statt Schlagbäume. Auch Walter brachte ein Geschenk für den Kandeler Bürgermeister mit.

Landrat Dr. Fritz Brechtel appellierte, mehr junge Menschen für den Erhalt der grenzüberschreitenden Freundschaften zu motivieren und schloss mit einem Zitat von Ernst Zacharias: „Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe.“

Partnerschaft erneuert

Um die Partnerschaften zu untermauern, unterzeichneten die drei Bürgermister einen erneuten Vertrag.

Der Akt solle auch ein sichtbares Zeichen für die enge Verbundenheit und Freundschaft zwischen den Städten sein, sagte Günther Tielebörger.

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Love-Song für Kandel

Auf Initiative von Eckhard Zechiel von der vhs Kandel entstand zum Jubiläum sogar ein „Kandel-Lied“, komponiert und getextet von Pianist Hans-Schulze-Hartung und der Sängerin Carmen Gabriel.

Ein Love-Song für Kandel sei es, sagte Gabriel. Tatsächlich ist das schwärmerische Lied eine Ode an die Bienwaldstadt: Kandel, meine heimliche Liebe, du gehst mir nicht mehr aus dem Sinn“, heißt es darin.

Freundschaftsstatue enthüllt

Am Sonntagmorgen wurde nach einem ökumenischen und dreisprachigen Gottesdienst eine „Freundschaftsstatue“ enthüllt.

Die Skulptur ist eine Dauerleihgabe der Sparkasse Germersheim-Kandel und bleibt auf dem Grün vor der Kirche, umrahmt von drei Sandsteinblöcken, die die Namen der drei Städte tragen.

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Gestaltet hat die Skulptur der Landauer Bildhauer Volker Krebs: Ein Gesicht aus Sandstein (möglicherweise „Europa“, eine phönizische Königstochter aus der griechischen Mythologie) mit Flügeln aus Metall.

Die Figur solle keinen Engel darstellen, erklärte Monika Schmerbeck. Vielmehr seien die Flügel ein Symbol der Freiheit und des Friedens, wie die Schwingen einer Taube, die ja als Friedenssymbol gelte.

Eine kleinere, aber massive und deswegen ziemlich „gewichtige“ Anfertigung bekamen Madeline De Souza und Hubert Walter mit auf den Weg in ihre Heimat. Eine weitere findet ihren Platz im Kandeler Rathaus. Neben dem Rasen wurde ein dreieckiger Schaukasten aufgestellt, der Informationen zu den Partnerstädten und zu Kandel enthält.

Nach getaner Arbeit gab es auf dem Plätzel zur Stärkung jeweils landestypische Speisen: Pulled Pork, Fish & Chips, Flammkuchen oder Weißwurst mit Brezeln, je nach Gusto.

Am Freitagabend schon fand in der Stadthalle ein viel gelobtes Konzert mit der „Vale & Healey Brass Band“ aus Whitworth statt, am Samstag am Schwanenteich ein internationales Boule-Turnier und eine Oldtimer-Ausfahrt. Das Festwochenende klang mit der Stadtkapelle, der „Vale & Healey Brass Band“ und der Gruppe „Rockxn“ am Plätzel aus. (cli)

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