
In der „Schatztruhe“ lässt es sich gut stöbern – normalerweise. In Corona-Zeiten ist das nicht erlaubt.
Fotos: v. privat
Cosima Heilig, Inhaberin der „Schatztruhe“ in der Maximilianstraße, betreibt ihr Geschäft seit 22 Jahren. Sie verkauft Deko-Artikel, Geschirr, Spielwaren, Kleidung für Babys und Kleinkinder und vieles mehr.
Wie andere mittelständische Unternehmer hat sie sich abgerackert, um den Betrieb in Corona-Zeiten über Wasser zu halten – mit einem Online-Shop, Social-Media Kampagnen, Bestellungen. Nun endlich gibt es zumindest wieder Einkaufen auf Termin und im Freien in diversen Bereichen. Ihr Geschäft sei nicht eins, das Kunden regelmäßig per Termin ansteuerten, sondern eher ein „Durchlaufladen“. Weil das natürlich in Corona-Zeiten nicht geht, stellte sie einige Verkaufsständer nach draußen. Postwendend kam ein Schreiben vom Ordnungsamt – die Ständer mussten wieder rein.
Für Cosima Heilig ein schwerer Schlag und völlig unverständlich. Ein Deko-Laden in der Nachbarschaft biete als zusätzliches Sortiment einige wenige Lebensmittel an „und darf ab heute fünf Kunden in den Laden lassen“, sagte sie im Gespräch mit dem Pfalz-Express. „Kann man sich so etwas vorstellen? Im Laden gegenüber gehen die Leute ein und aus und wir dürfen nichts verkaufen.“
Ein paar Schritte weiter hat ein Tabakladen seit Dezember Postkartenständer im Außenbereich – auch das ist erlaubt. „Und wir sollen keine Ständer oder einen Tisch rausstellen dürfen?“ Gerade im Freien sei doch die Ansteckungsgefahr nicht so hoch wie in Innenräumen, so Heilig. Ein Kleiderladen ebenfalls in unmittelbarer Nähe wiederum dürfe seine Ständer außen platzieren, weil er eine Überdachung, ein anderer einen privaten Vorbau vorweisen könne. Auch Blumengeschäfte dürften ihre Waren außen präsentieren.
Der „Schatztruhe“-Inhaberin ist der Kragen geplatzt. In ihrem Facebook-Post richtet sie sich auch direkt an Oberbürgermeisterin Steffi Seiler (SPD): „Jeder Baumarkt hat das Recht, die Sachen rauszustellen, weil es kontaktloser nicht so anstecken ist. Aber das, was die Stadt jetzt mit uns macht – ist das Ihr Ernst? Sollen wir aufmachen und null Umsatz machen? Wollt Ihr uns umbringen?“
Heilig dürfte vielen kleineren und mittleren Unternehmern aus dem Herzen sprechen. Grundlage der Maßgabe ist die Corona-Verordnung des Landes, die von Betroffenen in manchen Bereichen als unlogisch oder ungerecht wahrgenommen wird. (cli)

Zerschlagenes Porzellan in der „Schatztruhe“ – auch im übertragenen Sinn.
Foto: v. privat
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