Berlin – Die deutschen Sparkassen stellen einem Medienbericht zufolge ihr Lebensversicherungsgeschäft auf den Prüfstand. Nach Informationen des „Manager Magazins“ könnten am Ende die Lebensversicherungstöchter der elf Sparkassenversicherungsgruppen zu mehreren größeren Gesellschaften fusioniert oder vollständig abgewickelt werden.
In einem von den Spitzen sämtlicher Sparkassenverbände verfassten internen Papier werden laut dem Bericht die öffentlich-rechtlichen Versicherungsunternehmen wörtlich aufgefordert, eine „Fokussierung des Neugeschäfts in der Lebensversicherung auf einen gemeinsamen Träger“ und eine „Verwaltung der Altbestände im Rahmen eines Run-Off“ zu prüfen. Das „gemeinsame Verständnis zu den Handlungsmöglichkeiten der öffentlich-rechtlichen Versicherer“ hatten die sogenannten Verbandsvorsteher der Sparkassengruppe bereits am 4. Februar dieses Jahres in Berlin beschlossen.
„Ein Weiter-so“könne es bei den Versicherern angesichts der großen Herausforderungen nicht geben. Die Versicherer der Sparkassengruppe, zu denen unter anderem die Versicherungskammer Bayern und die beiden Provinzial-Konzerne Nordwest und Rheinland gehören, sind mit zusammengerechnet 18 Milliarden Euro Prämieneinnahmen nach der Allianz die Nummer zwei auf dem deutschen Markt. Den Lebensversicherern der Sparkassengruppe machen – wie dem übrigen Markt auch – niedrige Zinsen und hohe Garantieversprechen zu schaffen.
Mehrere Unternehmen, darunter die Ergo-Tochter Victoria Leben und die Bayerische Beamten Lebensversicherung, haben sich daher für einen „Run-Off“ ihres Versicherungsgeschäfts entschieden. In diesem Fall werden keine neuen Policen mehr verkauft, die Altverträge werden in der Regel stillgelegt und abgewickelt.(dts Nachrichtenagentur)

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