Berlin – Die der Linken nahestehende Rosa-Luxemburg-Stiftung hat eine Studie in Auftrag gegeben, die Szenarien für eine Auflösung des Währungsraums durchspielt.
„Die Möglichkeit eines Ausstiegs aus dem Euro aus der politischen Diskussion zu verdrängen, weil man Europa nicht infrage stellen will, wäre unverantwortliche Schönfärberei“, heißt es laut der Wochenzeitung „Die Zeit“ in der Untersuchung, die von Heiner Flassbeck, dem ehemaligen Chefökonomen der UN-Handelsorganisation UNCTAD erstellt wurde. Sie soll am Freitag offiziell in Berlin vorgestellt werden.
Mit jedem Tag, an dem an der bisherigen Rettungsstrategie festgehalten wird „schwinden die Chancen für eine erfolgreiche Wende. Folglich müssen auch andere Optionen ins Auge gefasst werden“, so Flassbeck. Das sei „zwingend in einer Situation, in der in den besonders betroffenen Ländern die Kosten der Anpassung politisch kaum noch zu bewältigen sind und die Demokratie ernsthaft bedrohen“.
Um die Krise zu beenden, brauchten die Defizitländer eine Abwertung ihrer Währungen „in der Größenordnung von 25 bis 40 Prozent“. Um Kapitalflucht und einen Ansturm auf die Banken zu verhindern, müssten zudem „strikte Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden“. Deutschland würde in einem solchen Ausstiegsszenario „ohne Zweifel hart getroffen“. „Die Währungsunion barg enorme Chancen. Doch die wurden nicht genutzt. Viele Währungskrisen der Vergangenheit endeten in massiven Konflikten, Rebellion und Chaos“, so Flassbeck weiter. (dts Nachrichtenagentur)
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