Sonntag 11.Oktober 2026

Sie blüht nur einmal im Leben: Alfred Brands Agave wurde 60 Jahre alt

8. September 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional, Regional

Blühende Agave
Foto: Alfred Brand

Gleisweiler. 60 Jahre lang zierte sie den Garten der Brands an der Böchinger Straße in Gleisweiler – eine große Agave. Im Agust diesen Jahres blühte sie – zum ersten und einzigen Male! Mit der Blüte war aber auch ihr Lebensschicksal besiegelt, denn sobald die Agave geblüht hat, verabschiedet sie sich für immer!

Die Agave ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Agavengewächse innerhalb der Familie der Spargelgewächse. Der botanische Name Agave leitet sich vom altgriechischen Wort agavos für edel, prachtvoll oder erhaben ab. Agave war der Name einer Tochter von Kadmos, dem Gründer von Theben, und seiner Frau Harmonia, der Tochter der Aphrodite aus der griechischen Mythologie. Nach der Tochter ist wohl die Pflanze benannt, ganz sicher ist das aber nicht.

Das Verbreitungsgebiet der Agaven erstreckt sich vom Süden der Vereinigten Staaten über Mexiko durch ganz Mittelamerika, die gesamte Karibik bis nach Panama und reicht noch bis in das nördliche Südamerika hinein.

Bereits die Ureinwohner Mexikos rösteten Blütenknospen und Agavenblätter, da diese viel Zucker enthalten. Zudem ist die Agave wichtiger Lieferant von Pflanzenfasern.

Agaven werden manchmal als Jahrhundertpflanze bezeichnet, da sie nur einmal blühen und bis zur Ausbildung eines Blütenstands mehrere Jahrzehnte vergehen können. So war es auch bei Alfred Brands Exemplar. Über sechzig Jahre musste er warten um seine eigene Agave blühen zu sehen.

Der Blütenstand kann bis zu zwölf Meter Höhe erreichen, bei Brands Pflanze waren es circa sieben Meter. Auch die Farbgebung der Blüten beeindruckt, ein wunderbar kräftiges gelb. Brand hat auch ein paar Ableger gezüchtet. Bei diesen ist er aber skeptisch, ob er deren Blüte noch erleben wird, sind diese doch erst wenige Jahre alt. „Da muss ich schon wirklich alt werden, um das noch zu sehen“, so der 64-jährige.

Die Agave in Brands Garten, die nun leider eingehen wird, hatte seine Mutter Erna 1964 von ihrer Patentante Emma Busch geschenkt gekommen. So kam Alfred Brand schon als Zweijähriger mit der Pflanze wortwörtlich in Berührung.

„Meine Mama hatte den grünen Daumen, davon blieb was bei mir haften“, erzählt Brand. Er selbst arbeitete vor über 40 Jahren als Zivildienstleistender in der Privatklinik Bad Gleisweiler, deren großer Garten für exotischen Bäume und Pflanzen bekannt ist. Auch dort hatten es Brand die Agaven angetan und er durfte erstmals erleben wie eine solche blühte.

Die Pflanze der Brands stand Zeit ihres Lebens immer in einem Topf, erst in einem kleineren, später in einem größeren Gefäß. Im größeren Topf konnte sie dann auch besser gedeihen und ihre beeindruckenden Blätter kamen mehr zur Geltung.

„Sie überwinterte einige Jahre im Keller, später in der große Halle unseres Weingutes. „Zunächst haben wir sie immer in den Keller getragen und im beginnenden Frühjahr wieder in den Garten gestellt. Dann topften wir sie um, denn in der Halle war dann genügend Platz, damit wir die ja doch sehr schwere Pflanze mit dem Gabelstapler in die Halle fuhren konnten, wo sie den Winter gut überstand“, berichtet Alfred Brand.

Agaven lieben sonnige Plätze, sie dürfen auch gerne in der prallen Sonne stehen. Sie benötigen sehr wenig Wasser, ein großer Vorzug bei immer trockener werdenden Sommern mit wenig Regen.

Verblühte Agave
Fotoquelle: Heinz Lambert

Den Stamm der Agave an dem sich dann die Blüten ranken, darf man nicht abschneiden, denn auch das würde sie nicht überleben.
Selbst das Weingut, das Alfreds Vater Heinz sein eigen nannte, hat die Algave überdauert, denn der Sohn baut keinen Wein mehr an. Der frühere Rettungssanitäter ist mittlerweile im Krankentransport tätig.

Was Pflanzen angeht, ist er aber nicht nur auf Agaven fixiert. Sein Garten ist geradezu ein Paradies an pflanzlicher Artenvielfalt. So hat es ihm auch das Riesenblättrige Pfeilblatt angetan, von dem ebenfalls mehre Exemplare seinen Garten zieren. „Die sogenannten Sprossachsen die direkt über der Erde wachsen sind ebenso essbar wie die Blätter, allerdings alles nur wenn man alles kocht“, beweist er auch hier seine botanische Ahnung. (Heinz Lambert, Burrweiler)

Grünes Händchen: Alfred Brand am Riesenblättrigen Pfeilblatt
Fotoquelle: Heinz Lambert

 

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