Berlin – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) geht davon aus, dass das Gesetz zur Frauenquote ohne Änderungen den Bundestag passieren wird.
Sie nehme die jetzt anstehenden parlamentarischen Beratungen ernst, sagte Schwesig der „Welt“. „Aber wir haben dieses Gesetz ja auch schon im Koalitionsausschuss mit den Spitzen der Koalitionsfraktionen besprochen. Insofern gehe ich nicht davon aus, dass es noch wesentliche Änderungen geben wird.“
Die Ministerin forderte die Unternehmen auf, in der Führung „mit gutem Beispiel“ voranzugehen. „Wenn es keine Gleichberechtigung in der Führungsebene gibt, gibt es im Rest des Unternehmens erst recht keine Gleichberechtigung“, sagte Schwesig. Es gehe dabei um viel mehr als die konkrete Besetzung von Posten: „Es geht um eine kulturelle Debatte: Werden Frauen in unserem Land ernst genommen, werden sie respektiert, traut man ihnen etwas zu? Oder heißt es: Macht ihr mal die Arbeit, aber wenn es um die großen Entsc heidungen geht, machen wir Männer das unter uns aus.“
CDU-Fraktionschef Volker Kauder hatte Schwesig in der Auseinandersetzung um die Quote „Weinerlichkeit“ vorgeworfen. „Solche Sprüche perlen an mir ab“, sagte Schwesig. „Viele Frauen erleben Tag für Tag, dass sie unterschätzt werden.“
Die Politik sei aufgefordert, für gleichberechtigte Lebensverhältnisse zu sorgen: „Der Widerstand gegen das Quotengesetz steht beispielhaft für die Widerstände, auf die Frauen im Alltag treffen.“ (dts Nachrichtenagentur)

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