
Gerhard Schröder
Foto: dts Nachrichtenagentur
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich am Donnerstag offenbar mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau zu Gesprächen über das Kriegsende in der Ukraine getroffen.
Das berichtete zuerst die US-Zeitung „Politico“. Mit der Bundesregierung war der Besuch nicht abgesprochen, niemand wusste davon.
Auch der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrej Melnyk, hatte nach eigenen Angaben keine Kenntnisse von einem angeblichen Vermittlungsversuch des früheren Bundeskanzlers .“Zwischen der Botschaft und Herrn Schröder gab es diesbezüglich keine Gespräche und keine Information“, sagte er dem „Spiegel“ dazu. „Und auch kein Mandat unsererseits. Der Botschaft war nicht bekannt, dass Herr Schröder eine Reise nach Moskau plante.“ Der Diplomat sagte weiter, er habe selbst erst am Donnerstag über die Medien und den Bericht von „Politico“ von der Reise des Altkanzlers nach Russland erfahren. „Ich habe das mit Verwunderung aufgenommen, das ist spannend“, sagte Melnyk.
Er selbst hatte vor rund einer Woche die Idee eines Vermittlungsversuchs Schröders gegenüber der „Bild“ ins Spiel gebracht. „Das war eine spontane, kreative Idee in einer laufenden Diskussion.“
Schröder steht seit Wochen stark in der Kritik, da er trotz Russlands Angriff auf die Ukraine seine Posten bei zwei russischen Energiekonzernen nicht abgeben will. Mehrere Parteikollegen hatten ihm bereits einen Austritt aus der SPD nahegelegt und auf eine Positionierung gegen Russland gedrängt.
DFB entzieht Gerhard Schröder Ehrenmitgliedschaft
Schröder ist nun auch nicht mehr Ehrenmitglied des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die Delegierten des 44. Ordentlichen DFB-Bundestags in Bonn sprachen sich für eine sofortige Aberkennung der Ehrenmitgliedschaft des Bundeskanzlers a.D. aus.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatten die beiden DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch und Hans-Joachim Watzke Altbundeskanzler Schröder in der vergangenen Woche gebeten, auf seine Funktionen in russischen Staatskonzernen zu verzichten oder seine Ehrenmitgliedschaft im DFB niederzulegen. Keiner dieser Bitten war Schröder bis zum Freitag nachgekommen. Er war im Dezember 2005 in Leipzig vom DFB-Bundestag zum Ehrenmitglied des DFB ernannt worden. (dts Nachrichtenagentur/red)

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