Donnerstag, 20. Juni 2019

Schnakenplage im Anmarsch: Technische Probleme bremsen die Stechmückenbekämpfer aus 

29. Mai 2019 | 5 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Nordbaden, Politik regional, Regional, Rhein-Pfalz-Kreis

Weibchen der Ringelschnake (Culiseta annulata) auf der Wasseroberfläche nach dem Schlupf.
Foto: B. Pluskota (KABS/IfD)

Speyer – In den pfälzischen Gemeinden, die nahe am Rhein gelagert sind, droht in etwa zwei Wochen eine starke Stechmückenplage. Der Grund: Zwei Hubschrauber der KABS in Speyer (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. ) sind nicht mehr einsatzbereit.

Zwar haben nach der Regengüssen die Bekämpfungsmaßnahmen planmäßig mit dem Hubschrauber und zu Fuß begonnen. Beim Rückflug von einem Einsatzort in Baden hatte der Hubschrauber einen technischen Defekt – er fällt für eine längere Zeit aus. Auch der daraufhin angeforderte zweite Hubschrauber ist am selben Tag durch einen Kabelbrand ausgefallen und erlitt einen Totalschaden. Glücklicherweise sind bei beiden Unglücksfällen die Piloten nicht zu Schaden gekommen.

Durch den Ausfall der beiden Hubschrauber kann aber jetzt nur noch zu Fuß bekämpft werden – das reicht nicht, um möglichst viele Larven noch vor dem Schlüpfen abzutöten. Bei dem jetzigen Wasserstand hätten etwa 80 Prozent der Bekämpfungsflächen aus der Luft behandelt werden müssen, wobei der biologische Wirkstoff als Eisgranulat über den Brutgewässern abgeworfen wird.

Nach der Einschätzung der KABS kommt es deshalb schon in den nächsten ein bis zwei Wochen in den bisher unbehandelten Bereichen des KABS-Gebiets zu einer „sehr starken Belästigung durch Stechmücken“.

 Massenschlupf von Stechmückenlarven

Wegen der starken Regenfälle Mitte Mai ist der Rheinpegel rasch angestiegen und hat im Lauf der Woche in allen Bereichen des KABS-Gebiets den bekämpfungsrelevanten Pegel um durchschnittlich drei Meter überschritten. Durch die großflächigen Überflutungen und die ausreichend warme Wassertemperatur kam es in vielen Stechmückenbrutstätten zu einem starken Massenschlupf der Stechmückenlarven.

Seit Tagen sind die Mitarbeiter der KABS unterwegs, um eine Weiterentwicklung der Larven mit dem biologischen Wirkstoff BTI zu verhindern.

Politiker fordern Unterstützung

Im Kreis Germersheim hat Landrat Dr. Fritz Brechtel das Land um Hilfe ersucht.

Die südpfälzischen CDU-Abgeordneten Martin Brandl (Landtag) und Dr. Thomas Gebhart (Bundestag) plädieren dafür, alles Notwendige zu tun, um in der aktuellen Situation die KABS zu unterstützen: „Die Bekämpfung der Stechmücken in der Nähe des Rheins ist eine notwendige Maßnahme. Der Ausfall zweier Hubschrauber ist eine große Herausforderung. Alle Ebenen sollten im Rahmen ihrer Möglichkeiten die KABS unterstützen.“

Der Karlsruher FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung (Karlsruhe-Land) fordert gar die Ausrufung des Katastrophenfalls wegen der drohenden Schnakenplage für den Landkreis Karlsruhe.  (red)

Nachtrag am 31. Mai: Schnakenplage: KABS bald wieder handlungsfähig – Schaile: Dank an alle freiwilligen Helfer

Print Friendly, PDF & Email
Zur Startseite

Zu den Kommentaren

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

5 Kommentare auf "Schnakenplage im Anmarsch: Technische Probleme bremsen die Stechmückenbekämpfer aus "

  1. Dagmar Seiler sagt:

    Wie arm ist Deutschland inzwischen???
    Nur 2 Hubschrauber für alle Mücken am Rhein!!! Mehr möchte ich dazu ncht fragen und sagen….

  2. Danny G. sagt:

    Man könnte doch Menschen, die zu uns gekommen sind um vor Krieg und Gewalt in Sicherheit zu sein fragen, ob sie nicht ihre gering bemessene Freizeit dazu aufwenden könnten um bei kleinen Spaziergängen in die Teiche, Tümpel und Pfützen ein bisschen des biologischen Kampfstoffes einbringen würden. Ich weiss .. die Geflüchteten haben viel zu tun, wenig Freizeit, aber ein oder zwei Stunden pro Tag könnten sie doch helfen ?

  3. eliza doolittle sagt:

    es gibt für jedes problem eine lösung …

    sputniknews.com/politik
    Bundeswehrpiloten müssen auf ADAC-Helis umsatteln
    23.12.2017

    Die Hubschrauberpiloten der Bundeswehr werden nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ wegen mangelnder Einsatzbereitschaft der eigenen Flotte dazu verdonnert, nun auch in zivilen Hubschraubern des Automobilclubs ADAC zu trainieren.

    • Helmut Hebeisen sagt:

      „sputniknews.com/Politik“

      ein Wunder, dass gerade solche links nicht zensiert werden….

      • eliza doolittle sagt:

        für linksintellektuelle natürlich nur die adäquate nachrichtenquelle, da lasse ich mir nichts nachsagen:

        23. Dezember 2017, 12:14 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa
        ADAC: Künftig sollen Piloten der Bundeswehr in ADAC-Hubschraubern trainieren.
        ADAC: Bundeswehr bucht Flugstunden in ADAC-Hubschraubern
        Wegen des desolaten Zustands der eigenen Flotte trainieren Bundeswehrpiloten bald auch in ADAC-Hubschraubern. Der Automobilclub soll dafür 21 Millionen Euro erhalten.

        ich versuche es nochmal: im ursprungskommentar befand sich kein link, sondern ein hinweis (mit quelle) auf einen bestimmten artikel. wikipedia hilft auch hier bei der begriffserklärung. oder einfach den „link“ anklicken und sehen, wo sie landen.

Schreibe einen Kommentar

Beachten Sie unsere Kommentarregeln! (Hier klicken)

Die maximale Textlänge beträgt 800 Zeichen.
Links sind künftig in den Kommentaren nicht mehr gestattet.

Pfalz-Express ist keine Plattform für Beleidigungen, Anschuldigungen und falsche Tatsachenbehauptungen. Wir ersuchen um sachliche und themenrelavante Beiträge. Unterlassen Sie Beleidigungen, Aufforderung zu Straftaten, Unterstellungen, Anschuldigungen oder allgemeine Verunglimpfung von Personen oder Gruppen!

Ihr Pfalz-Express-Team

Directory powered by Business Directory Plugin