Riad – Saudi-Arabien wehrt sich gegen Vorwürfe, keine Flüchtlinge aufgenommen zu haben.
Das Land habe seit Beginn der Krise in Syrien zwei Millionen Syrern Unterschlupf gewährt, von ihnen lebten 700.000 noch immer im Land, sagte der Außenminister des Landes, Adel al-Dschubeir, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Saudi-Arabien unterstütze außerdem Flüchtlinge und Flüchtlingslager in der Türkei, in Jordanien und im Libanon mit mehr als einer Milliarde US-Dollar. Kein anderes Land habe, ausgenommen Deutschland, mehr für die syrischen Flüchtlinge getan, so der Diplomat.
Im Kampf gegen den religiösen Extremismus forderte er, den Status von Predigern, die zu Intoleranz aufrufen, zu annullieren.
Auch Saudi-Arabien prüfe, was in den Moscheen des Landes gesagt werde. „Wenn wir das in Saudi-Arabien tun können, kann Deutschland es auch tun.“ Ohne Bodentruppen könne der „Islamische Staat“ nicht besiegt werden, so al-Dschubeir.
Dazu müsse jedoch auch der syrische Machthaber Baschar al-Assad „beseitigt“ werden, wozu die Unterstützung für die syrische Opposition verstärkt werden müsse.
Der saudi-arabische Außenminister warnte in dem Interview den Iran vor Plänen, wieder ein Persisches Reich bis ans Mittelmeer errichten zu wollen. Er forderte Iran auf, sich auf seine inneren Angelegenheiten zu konzentrieren und mit seinen Nachbarn in Frieden zu leben.
Saudi-Arabien steht in vielen westlichen Ländern in der Kritik, weil das Land Frauen systematisch unterdrückt und die Scharia ähnlich auslegt wie die Terrororganisation „Islamischer Staat“.
Amnesty International wirft dem Land regelmäßig vor, das Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit stark einzuschränken. Gegen abweichende Meinungen gehe Saudi-Arabien mit unerbittlicher Härte vor. Es würden „sehr viele Todesurteile“ verhängt und zahlreiche Menschen öffentlich hingerichtet, so Amnesty.
Auch öffentliches Auspeitschen und das Abhacken von Händen als Bestrafung kommt immer wieder vor. (dts Nachrichtenagentur)

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