Donnerstag, 22. August 2019

Rangnick fordert Lizenzpflicht für Bundesligamanager

23. Juli 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Freizeit & Hobby, Panorama, Ratgeber

Symboldbild: dts Nachrichtenagentur

Leipzig – Ralf Rangnick, der ehemalige Manager von RB Leipzig (2018-2019), der heute im internationalen Fußball-Management des Red-Bull-Konzerns tätig ist, hat eine Lizenzpflicht für Manager von Bundesligavereinen gefordert. Das kam nicht bei jedem gut an: Seine Äußerungen sorgten für Kontroversen.

„Dieses Geschäft sollte grundsätzlich von Leuten gemacht werden, die wissen, wie es funktioniert“, sagte Rangnick im Gespräch mit der „Zeit“. In Deutschland brauche man einen Meisterbrief, um eine Fleischerei zu eröffnen. „Aber wenn Sie einen Fußballverein führen wollen, fragt so gut wie niemand nach Ihrer Ausbildung“, sagte Rangnick.

Zudem kritisierte der Manager: „Schauen Sie mal nach, wo einige der früheren großen Traditionsclubs mittlerweile gelandet sind. Profifußball ist ein Geschäft, und die Clubs sind Wirtschaftsunternehmen geworden.“ Deshalb solle dieses Geschäft grundsätzlich von Leuten gemacht werden, die wüssten, wie es funktioniere, so Rangnick.

Die Macht der Vereinsmitglieder stehe der Entwicklung des deutschen Fußballs im Weg. Die sogenannte 50+1-Regel* sei nicht mehr zeitgemäß: „In anderen Ländern ist es normal, dass Clubs kommerzielle Besitzer haben, Netzwerke errichten und Ausbildungsvereine erwerben. Nur bei uns wird das verteufelt.“ In 20 Jahren werde das Geschichte sein, „vielleicht auch schon früher“, so Rangnick.

„Doppelmoral im Fußballgeschäft“

„Bei aller Liebe zur Tradition: Die Zukunft liegt nie in der Vergangenheit. Zu dieser Erkenntnis scheinen auch andere Vereine gelangt zu sein, sonst würden sie nicht immer mehr Mitarbeiter aus unserem Management abwerben.“ so Ragnick weiter. Dies sei ein „Beweis für die Doppelmoral“ im Fußballgeschäft: „Einerseits heißt es, RB sei der Inbegriff des Bösen, andererseits holt man unsere Topleute gerne zu sich.“

Ragnicks Äußerungen sind nicht unumstritten, denn sein Verein RB Leipzig steht selbst seit langem in der Kritik. Dem durch Red Bull kontrollierten Verein wird unter anderem die Kommerzialisierung der Bundesliga vorgeworfen. Fans anderer Vereine kritisieren RB als Kunstprodukt, ohne echte Fankultur und Tradition. Die Spannung zwischen RB Leipzig und zahlreichen Fußballfans führten mitunter dazu, dass Fans anderer Vereine Auswärtsspiele im Red Bull Stadion in Leipzig boykottierten. Die RB Leipzig Spiele fanden dadurch nicht selten in einem fast leeren Stadion statt.

Gegner des RB Leipzig werteten das als Beweis, dass RB nicht in der Lage ist, ausreichend Fans zu mobilisieren, da sich die „Fanbase“ des RB nicht, wie bei anderen Vereinen üblich, über eine lange Zeit entwickelt hat, sondern nach Ansicht der Fans künstlich erschaffen und erkauft wurde. Bis heute hat RB Leipzig Probleme, das Stadion mit eigenen Fans zu füllen.

Dauersieger FC Bayern München 

Doch RB Leipzig erntet nicht nur Kritik. Es gibt sowohl Fußballfans als auch Fußballexperten, die der Ansicht sind, dass RB Leipzig die Bundesliga spannender macht und eines Tages ein ernstzunehmender Herausforderer für den FC Bayern München sein könnte.

Der FC Bayern München dominiert seit vielen Jahren die Bundesliga. Der auch finanziell stärkste Verein führt oftmals bereits früh während der Saison die Tabelle an und nicht selten bleibt die Spannung gegen Ende der Saison aus. Kleinere Vereine tun sich schwer damit, dem FC Bayern die Stirn zu bieten, ihnen fehlen schlicht und einfach die Mittel.

Bayern München ist Rekordmeister.
Foto: Pfalz-Express

RB Leipzig könnte das in Zukunft ändern und als kleiner, aber ernstzunehmender, Konkurrent für deutlich mehr Wirbel in der Bundesliga sorgen. Bislang gelten  Borussia Dortmund und die Eintracht Frankfurt als die schärfsten Gegner der FC Bayern München. Beide sind Vereine, deren Vereinsgeschichte weit in die Vergangenheit reicht und die eine große Fangemeinde hinter sich wissen.

Ob es dem RB Leipzig ebenfalls gelingen wird, als Herausforderer des FC Bayern die Fans hinter sich zu ziehen, wird die Zukunft zeigen. Bislang wurden nicht viele Fans überzeugt und selbst in Leipzig, der Heimatstadt des Vereins, gibt es noch immer viele Kritiker, die es zu überzeugen gilt.

In diesem Jahr beginnt die Bundesligasaison (2019/2020) am 16. August mit einem Heimspiel des Titelverteidigers FC Bayern München gegen Hertha BSC und endet am 16. Mai 2020. Auch in dieser Saison bleibt der FC Bayern Titelfavorit, obwohl der bayrische Traditionsverein in der vergangenen Saison unter Trainer Niko Kovač anfangs stark geschwächelt hatte. Wer für diese Saison Bundesliga Wetten abgeben möchte, könnte also mit dem Setzen auf einen „Underdog“ gute Chancen haben. (red/dts)

Info

* Die 50+1-Regel (manchmal auch 50+1-Regelung) ist eine Vorschrift in den Statuten der Deutschen Fuß ball-Liga. Nach dieser Vorschrift ist es Kapitalanlegern nicht möglich, die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften zu übernehmen, in die Fußballvereine ihre Profimannschaften ausgegliedert haben. (Quelle: Wikipedia)

 

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