
Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer (v. Mitte), Christoph Frey und Florian Winhart (Wortfolio, h. Mitte) mit den Teilnehmern des ProFiL.
Bildquelle: Stadt Landau in der Pfalz.
Landau. Verwaltungen als große Organisationseinheiten leben wie Unternehmen der Privatwirtschaft von guten und engagierten Mitarbeitern, die in der Lage sind, komplexe Sachverhalte nicht nur zu verstehen und selbstverantwortlich zu bearbeiten, sondern bürgerorientiert umzusetzen.
Deswegen war, von der Öffentlichkeit weniger beachtet und wahrgenommen, die Mitarbeiterentwicklung ein Schwerpunkt des Personaldezernenten. „Unsere Verwaltung lebt durch profilierte und engagierte Mitarbeiter, die es zu fördern gilt“, so Oberbürgermeister und Personaldezernent Hans-Dieter Schlimmer.
ProFiL: Dabei handelt es sich um eine von mehreren unterschiedlichen Möglichkeiten, sich in der Stadtverwaltung Landau weiterzuentwickeln. Es ist eingebettet in das Gesamtkonzept „Personalentwicklung“ und erstreckte sich über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren.
Ziel von ProFiL war die Vorbereitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf eine mögliche zukünftige Übernahme von Führungsverantwortung, da bei der Stadtverwaltung in den kommenden Jahren zahlreiche Führungskräfte aus Altersgründen ausscheiden werden.
Aus einem umfangreichen Auswahlverfahren gingen 14 Teilnehmer hervor, die das Programm über die gesamte Zeit absolviert haben.
„In einer Zeit, in der sehr viele Führungskräfte altersbedingt ausscheiden und der Nachwuchs in allen Bereichen rar ist, ringen die freie Wirtschaft und die öffentlichen Verwaltungen um andere, gut ausgebildete Führungskräfte“, so Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer bei der Abschlussveranstaltung im Alten Kaufhaus.
Deswegen sei er froh, „dass wir in unserer Verwaltung so talentierte und gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben“. OB: „ProFiL ist wichtig für unsere Verwaltung und wappnet uns für die Herausforderungen in der Zukunft!“
ProFiL setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen:
– Trainingsmodule: In fünf jeweils zweitägigen Trainings außerhalb Landaus fand eine methodische und kompetenzorientierte Weiterbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt. Die behandelten Themenkomplexe waren „Individuum, Gruppe und Zusammenarbeit“, „Verändern und Gestalten“, „Führen und Verantworten“, „Wirtschaftliches Handeln und Kultur“ und „Kommunikation und Konflikt“.
– Projektarbeit: In Kleingruppen wurde jeweils ein klar umgrenztes Projekt eigenverantwortlich bearbeitet. Die Projektthemen wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst erarbeitet. Vorgabe war, dass die Ergebnisse für die Verwaltung nutzbar sein sollen. Für die Bearbeitung standen die gesamten eineinhalb Jahre zur Verfügung. In der Abschlussveranstaltung fanden die Präsentationen der Ergebnisse statt.
– Kollegiale Fallberatung: Diese Methode der professionellen Problemlösung in Kleingruppen wurde eingeführt und dann in Eigenregie von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern praktiziert.
– Externe Woche: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, Einblick in andere Unternehmen oder soziale Einrichtungen zu nehmen und davon auch ausnahmslos Gebrauch gemacht.
– Mentoring: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden über die Dauer der Programms durch je eine erfahrene Führungskraft der Stadtverwaltung begleitet. Durch gemeinsame Reflexion und Diskussion (hauptsächlich nichtfachlicher Themen) sollte die berufliche und persönliche Entwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefördert werden.
– „Kaminabende“: An drei Abenden trafen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit hochrangigen Vertretern aus der eigenen oder anderen Organisationen zusammen, um sich auszutauschen.
– Stadtführung: Diese diente der Horizonterweiterung und Einbettung des Programms in die örtlichen und kulturellen Gegebenheiten der Stadtverwaltung und der Verbindung zur Stadtentwicklung.
Fachlich begleitet wurde das ProFiL durch Christoph Frey und Florian Winhart von der Personal- und Unternehmensberatungsfirma WORTFOLIO.
Bei der Abschlussveranstaltung stand neben der Verleihung der Urkunden die Vorstellung der Projekte der einzelnen Kleingruppen im Mittelpunkt.
Diese waren:
1. Stadtportal „landau.de“: Dieses Projekt beschäftigte sich mit einer Neukonzeptionierung der städtischen Homepage.
2. „Inklusiver Zoo“: Hier wurden Maßnahmen erarbeitet, die den Zoo für (körperlich) beeinträchtigte Menschen, fremdsprachige Personen, Kinder und Eltern mit Kinderwagen usw. erlebbar(er) machen
3. „Alternierende Telearbeit“: Hier wurden die Möglichkeiten, sowohl organisatorisch als auch finanziell, für Sachbearbeitung am Heimarbeitsplatz herausgearbeitet. Derzeit läuft ein Pilotprojekt zur alternierenden Telearbeit.
4. Führungskräftebewertung: Konzipierung eines Bewertungsmodells für Mitarbeiter zur Bewertung ihrer direkten Führungskräfte. Das System wurde beim Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) erprobt.
„Die Projekte zeigen alle gleichermaßen, welches Potential in den Teilnehmerinnen und Teilnehmern steckt. Sie werden alle ihren Weg in unserer Verwaltung gehen, da bin ich mir sicher“, so der Oberbürgermeister bei der Übergabe der Teilnehmerurkunden. OB: „Sie können stolz auf das Geleistete sein!“ (stadt-landau)

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