
Foto: dts Nachrichtenagentur
Bremen – Der Bremer Politikwissenschaftler Lothar Probst sieht die bevorstehenden Wahlen in diesem Jahr als Belastungsprobe für die Große Koalition im Bund.
„Die Landtags- und Kommunalwahlen fallen ziemlich genau in die Mitte der Legislaturperiode auf Bundesebene. Sie gelten deshalb als sogenannte `Midterm-Wahlen`, bei denen die Wähler gerne ihre Enttäuschung über die Regierungspolitik zum Ausdruck bringen“, sagte Probst dem „Handelsblatt“.
„Sollten die beiden Regierungsparteien deutlich an Zuspruch verlieren, würde das die Situation in der Großen Koalition erschweren und könnte zum vorzeitigen Ende der Koalition führen. In jedem Fall würde es die Konflikte zwischen den beiden Partnern verschärfen.“
Probst rechnet damit, dass die AfD insbesondere bei den Landtagswahlen im Herbst in Sachsen, Brandenburg und Thüringen „sehr gute Ergebnisse“ erzielen werde. „Insofern driftet Ost- und Westdeutschland politisch möglicherweise noch weiter auseinander.“
An einen „generellen Rechtsruck“ glaube er jedoch nicht. „Mit ihrer parlamentarischen Etablierung wird es für die AfD schwieriger werden, die Erwartungen ihrer Wählerinnen und Wähler zu erfüllen“, sagte der Politik-Professor. „Die Karte `wir sind die Anderen und das sind die Etablierten` wird sie zukünftig nicht mehr so einfach ausspielen können.“
Dessen ungeachtet hält Probst die Möglichkeiten der anderen Parteien, die AfD zurückzudrängen, für begrenzt. „Man wird man immer nur einen kleineren Teil von der AfD zurückgewinnen können“, sagte er. „Die AfD hat sich, vor allem in Ostdeutschland, längst eine Stammwählerschaft zugelegt, die nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung die AfD wählt“, so Probst.
„Diese Wähler teilen die inhaltlichen Positionen der AfD und wollen, dass die Politik in Deutschland eine grundsätzlich andere Richtung einschlägt.“ Im Moment müsse man daher eher „froh sein, wenn der Trend zum populistischen Rand, der ja auch von einer internationalen Welle getragen wird, in Deutschland nicht stärker wird, sondern bundesweit erst einmal auf einem Niveau von zehn bis 15 Prozent der Wähleranteile verharrt“. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schließt ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition nicht aus. „Wenn es zu einem neuen Regierungsstil nicht kommt, ...
Berlin – Der Passauer Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter hält angesichts der wachsenden Kritik in der Union an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung einen Rücktritt ...
Berlin – SPD-Chefin Andrea Nahles droht mit dem Ende der Großen Koalition. „Seit Beginn der Regierungsarbeit, eigentlich sogar schon seit Beginn der ...
Berlin – Gregor Gysi, ehemaliger Linksfraktionschef und Europa-Vorsitzender der Linken, rät der SPD nach dem angekündigten Rückzug von Andrea Nahles dringend zur ...
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und stellvertretende SPD-Vorsitzende Malu Dreyer hat Berichte über eine nahezu einhellige Ablehnung der Großen Koalition unter den stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden ...
Berlin – Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat die Große Koalition nach dem SPD-Mitgliederentscheid aufgefordert, auf Sacharbeit umzuschalten. „Unsere klare Erwartung an die ...
Berlin – Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Ulrich Kelber, hält die Einführung eines nationalen Impfregisters im Zuge einer allgemeinen ...
Berlin- Nach Ansicht des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki hat eine Jamaika-Koalition im Bund dann wieder eine Chance, wenn Angela Merkel (CDU) nicht ...
Stuttgart- Der Autobauer Daimler erwägt womöglich, deutlich früher aus dem Bau von Diesel- und Benzinfahrzeugen auszusteigen als derzeit bekannt. Konkret werden laut ...
Mainz – Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und Vize-Vorsitzende der SPD, Malu Dreyer, hält die Abschaffung von Hartz IV für möglich und unterstützt die ...
Berlin – Die SPD liegt laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa weiterhin bei 18 Prozent und damit auf einem historischen Tief. CDU/CSU ...
Berlin – Die Große Koalition will bei dem geplanten Fachkräftezuwanderungsgesetz bei der Erwerbsmigration weiter zwischen Asyl- und Einwanderungsrecht unterscheiden – ein „Spurwechsel“ ...













„Dessen ungeachtet hält Probst die Möglichkeiten der anderen Parteien, die AfD zurückzudrängen, für begrenzt. „Man wird man immer nur einen kleineren Teil von der AfD zurückgewinnen können“, sagte er. „Die AfD hat sich, vor allem in Ostdeutschland, längst eine Stammwählerschaft zugelegt, die nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung die AfD wählt“, so Probst.“
Die Wiedervereinigung war der größte Fehler in der jüngeren Geschichte der BRD!
Die Menschen in den westlichen Bundesländern sind einfach zu satt und denkfaul, um die Realitäten vernünftig einzuschätzen. Da sind die Menschen in den neuen Bundesländern viel intelligenter und kritischer, sie kennen Diktatur und deren Anzeichen. Aber auch im Westen gibt es überzeugte AfD-Wähler, das sind diejenigen, die sich kein x für ein u vormachen lassen.
hallo liebe aufgewachte,
„Da sind die Menschen in den neuen Bundesländern viel intelligenter und kritischer, sie kennen Diktatur und deren Anzeichen.“
so ist es. und wie ich von meinen (ddr)bekannten weiß, kennen sie – bildlich gesprochen – vor allem ihre ehemaligen landsleute, die nun in höchsten partei/regierungsämtern sitzen.
nichts ist für ewig … auch das eine erkenntnis dieser menschen.
gruß in die pfalz !
Eine AfD, die abweichende Meinung als Volksverrat beschimpft, soll in irgendeiner Weise demokratisch sein?