
Quelle: Feuerwehr Verbandsgemeinde Edenkoben
Edenkoben. Wie schon berichtet wurde am Dienstag, 18. August gegen 13 Uhr auf einem Firmengelände im Gewerbegebiet in Edenkoben eine Phosphorgranate gefunden.
Die Feuerwehr Edenkoben gibt nun neue Details bekannt. Die Granate hatte in einem Sandhaufen gelegen und war nur zum Teil sichtbar. Da bei der ersten Sichtung des Kampfmittelräumdienstes die Verdampfung des Phosphors bereits eingesetzt hatte, wurde die Granate umgehend mit trockenem Sand abgedeckt, um die weitere Reaktion zu unterbinden.
Dies führte zu der Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes, dass die Granate bereits beschädigt war und in diesem Zustand weder vor Ort entschärft, noch transportiert werden könne.
Die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes forderten daraufhin die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Edenkoben zur Unterstützung an. Mit Hilfe der Feuerwehr sollte das beim Abbrennen der Granate entstehende Brandgut abgelöscht und die Phosphordämpfe im Löschwasser gebunden werden.
Im Vorfeld der Maßnahme musste der Gefahrenbereich jedoch zunächst gesichert werden. So wurden mit Unterstützung der Polizei und des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Edenkoben die Betriebe im Umkreis von 300 Meter evakuiert. Die Bahnstrecke Neustadt-Landau und Teile der A65 mussten für die Zeit des Abbrennens der Granate gesperrt werden. Und auch die umliegenden kleineren Flughäfen konnten den Luftraum für dieses Gebiet sperren.
Mit speziellen wasserschleierbildenden Strahlrohren auf allen vier Seiten am Boden und einem Strahlrohr, das an der Drehleiter der Edenkobener Feuerwehr montiert war, wurde der definierte Explosionsradius der Phosphorgranate vollständig mit einem Wasserschleier umhüllt. Durch diesen Wasserschleier sollte die Brandwirkung der Granate abgemildert und die Phosphordämpfe gebunden werden.
Das abfließende Wasser musste zurückgehalten werden, damit es nicht in die Umwelt gelangt. Dies wurde ebenfalls von den Feuerwehren in Zusammenarbeit mit den Wasserwerken der Verbandsgemeinde Edenkoben sichergestellt. Das kontaminierte Wasser sollte im Havariebecken der Kläranlage Edenkoben gepuffert werden, bis der weitere Entsorgungsweg durch die Fachbehörden geklärt werden konnte.
Da die Entwässerung der Hoffläche des Betriebs in den Oberflächenkanal und dieser wiederum direkt in einen angrenzenden Bach führt, musste das abfließende kontaminierte Wasser in den Abwasserkanal umgepumpt werden. Der Oberflächenkanal wurde dazu von der Feuerwehr mit Dichtkissen abgedichtet und das mit Phosphor versetzte Wasser wäre mit Pumpen aus dem Oberflächenkanal in den Abwasserkanal umgepumpt worden. Über den Abwasserkanal wäre das kontaminierte Wasser in die Kläranlage gelangt und von dort in das Havariebecken.
Die Granate wurde vom Kampfmittelräumdienst und der Feuerwehr freigelegt. Dazu rüsteten sich zwei Feuerwehrmänner mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten und spezieller Hitzeschutzkleidung aus.
Die Granate wurde daraufhin mit einem Strahlrohr im Sandhaufen freigespült. Im Falle, dass die Feuerwehrmänner, die das Freispülen durchführten, durch das Phosphor kontaminiert worden wären, wurde in einer nahegelegenen Halle einer Recycling-Firma, im Deckungsbereich des Explosionsradius der Granate, eine Notdekontaminationsstelle eingerichtet.
Diese bestand aus einem, aus Steckleiterteilen zusammengebauten Becken in dem das kontaminierte Wasser und mögliches Material der Granate aufgefangen worden wäre, um zu verhindern, dass dieses ins Kanalsystem laufen oder ins Erdreich sickern könnte.
Die zunächst vermutete Detonation des Sprengkörpers blieb nach dem Freispülen der Granate aus. Das Phosphor war vorher größtenteils bereits aus der beschädigten Granate ausgelaufen. So wurde die Granate durch den Kampfmittelräumdienst gesichert und verladen – zur Vernichtung an einem anderen Ort.
Zum Eigenschutz der eingesetzten Einsatzkräfte, aber auch im Falle, dass das Abbrennen der Phosphorgranate einen unerwarteten Verlauf genommen hätte, standen sowohl Einheiten des Rettungsdienstes, ein Notarzt und auch Feuerwehreinheiten bereit, um jederzeit eingreifen zu können.
Im siebenstündigen Einsatz waren die Feuerwehren aus dem Landkreis Südliche Weinstraße, der Stadt Ludwigshafen und der Stadt Speyer, die Polizei, der Rettungsdienst, die Verbandsgemeindewerke Edenkoben, das Ordnungsamt der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben und die Energieversorger. Die Bevölkerung wurde über Katwarn informiert.
Die Wehrleitung dankt allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden sowie allen beteiligten Hilfsorganisationen, die im Einsatz waren. Wieder einmal haben die beteiligten Feuerwehrangehörigen freiwillig und ehrenamtlich großen Einsatz bei einer unvorhersehbaren Gefahrenlage gezeigt – „unser Dank, unseren Respekt und unsere Anerkennung dafür“.
Auch der Brandschutzdezernent der Verbandsgemeinde Edenkoben, Eberhard Frankmann, der sich selbst vor Ort ein Bild der Lage verschaffte zeigte sich zufrieden mit dem Einsatz. „Bei diesem Einsatz zeigte die Feuerwehr und die beteiligten Rettungskräfte wieder ihre Einsatzbereitschaft, Schlagkraft und Umsicht. Auch der Einsatzleiter des Kampfmittelräumdienstes hat die Effizienz und die Professionalität der Einsatzkräfte, insbesondere der Einsatzleitung als vorbildlich hervorgehoben“, so Frankmann. (Feuerwehr Verbandsgemeinde Edenkoben)

Quelle: Feuerwehr Verbandsgemeinde Edenkoben
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