Montag, 27. Juni 2022

Pfalzwerke verkaufen Geothermiekraftwerk in Insheim – Auch Lithium soll gewonnen werden

10. Dezember 2021 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional, Wirtschaft in der Region

Auffangbecken im Geothermiekraftwerk Insheim.
Foto: Pfalz-Express

Insheim – Die Pfalzwerke Aktiengesellschaft verkauft 100 Prozent der Anteile an der Pfalzwerke geofuture GmbH an die Vulcan Gruppe.

In diesem Zuge firmiert die Pfalzwerke geofuture GmbH ab 1. Januar 2022 unter dem neuen Namen „Natürlich Insheim GmbH“. Der Firmensitz wird von Landau nach Karlsruhe verlegt

Nicht nur eitel Sonnenschein

Der Geschäftsführer der Pfalzwerke geofuture GmbH, Jörg Uhde, bedankt sich bei den Menschen in der Region und insbesondere in Insheim für die „vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre, die von Offenheit und Respekt geprägt war.“

Um das Werk gab es jedoch auch viel Streit. Bürgerinitiativen wurden gegründet. So wurden kleinere Erdbeben in der Umgebung, die Risse an Hausfassaden verursacht haben sollen, dem Geothermiewerk zugeschrieben.

Mitarbeiter werden übernommen

COO Thorsten Weimann (li.), Dr. Werner Hitschler, Vorstandsmitglied Pfalzwerke.
Foto über Pfalzwerke

Die Vulcan Gruppe plant, in den Ausbau und die Modernisierung des Kraftwerks zu investieren. Alle Mitarbeiter werden laut dem Unternehmen übernommen.

Thorsten Weimann, als COO (Chief Operating Officer) der Vulcan Gruppe verantwortlich für den operativen Betrieb, sagte: „Auch wir möchten in der Region in guter Nachbarschaft und im verbindlichen Austausch mit den Kommunen stehen.“ Man sei überzeugt davon, dass die Geothermie auch weiterhin einen positiven Beitrag zur Energiewende in der Region leisten werde. Zwei andere Gesellschaften der Vulcan Gruppe, die GeoT GmbH und die gec-co GmbH, sind bereits seit Jahren in Insheim und Landau aktiv.

Lithium gewinnen

Das soll aber nun nicht mehr die alleinige Aufgabe des Kraftwerks sein. Künftig will man dort auch Lithium gewinnen, zum Beispiel für Batterien in Elektroautos. Dr. Stephen Harrison, CTO (Chief Technology Officer) der Vulcan Gruppe und verantwortlich für die Lithiumgewinnung, ist seit Jahrzehnten in Nordamerika in der Rohstoffgewinnung tätig.

„Nach meiner Erfahrung mit hochkomplexen Thermalwässern in Kalifornien freue ich mich nun auf den Oberrheingraben“, sagt der Experte für Lithiumextraktion. „Hier kann ich meine fundierten Kenntnisse zu einer besonders nachhaltigen und umweltschonenden Herstellung von CO2 freiem Lithium einsetzen.“ (red/cli)

Pfalzwerke-Archivbild von 2014.

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