
Der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck ist Opferbeauftragter der Bundesregierung.
Foto: pfalz-express.de/Licht
Berlin- Knapp ein Jahr nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz hat der Opferbeauftragte Kurt Beck (SPD) gefordert, Konsequenzen aus der Tat zu ziehen.
Der Staat sei damals nicht ausreichend auf ein solches Ereignis vorbereitet gewesen, sagte Beck am Donnerstag im RBB-„Inforadio“. Deshalb gelte es jetzt, aus den Erfahrungen Lehren zu ziehen: „Das ist zum Einen, von Anfang an Ansprechstellen am Ort des Geschehens so schnell wie möglich einzurichten, damit Menschen nicht umherirren, ihre Angehörigen suchen, erst nach drei Tagen teilweise erfahren haben, dass sie unter den Toten sind, in den Krankenhäusern selber gesucht haben.“
Die Betroffenen müssten „unmittelbar in die Betreuung einer solchen Opferberatungsstelle übergeben werden, damit sie nicht selber mit all den Anträgen und all den Fragen, ohne Hilfe und ohne Unterstützung dastehen“.
Beck schlägt außerdem vor, eine Opferberatungsstelle Stand-by zu halten. Diese Mitarbeiter müssten immer auf dem aktuellen Stand des Entschädigungsrechtes und aller anderen Regelungen sein. Kritik übte der Opferbeauftragte daran, dass das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Angehörigen der Opfer erst am 18. Dezember stattfinden wird.
Das sei aus Sicht der Betroffenen zu spät: „Man hat halt seitens der Betroffenen gesehen, wie in Frankreich reagiert worden ist. Dort hat der französische Präsident ja eine öffentliche Trauerfeier mit Ansprache, mit Gedenkveranstaltung und Gottesdienst besucht und mit den Betroffenen geredet. Und ähnliches ist auch anderswo in Europa geschehen. Also insoweit hat man einen Mangel empfunden.“ (dts Nachrichtenagentur)

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Nach einem Jahr des Verschweigens und Vertuschens sind jetzt die Namen der Opfer des Breitscheid-Attentats in Berlin bekannt.
Am 19.12.2016 wurden von einem islamischen Attentäter ermordet:
Sebastian Berlin, 32 Jahre,
Lukasz Urban, 37 Jahre,
Peter Volker, 72 Jahre,
Nada Cizmarovka, 34 Jahre,
Fabrizia Di Lorenzo, 31 Jahre,
Dalia Elyakim, 60 Jahre,
Gregoriy und Anna Bagratuni aus der Ukraine,
Klaus Jacob, 66 Jahre,
Dorit Krebs, 53 Jahre,
Angelika Klösters, 65 Jahre,
Dr. Christoph Herrlich, 40 Jahre.
Man hat sich jetzt darauf geeinigt, die Namen der Opfer in die Stufen vor der Kirche einzuarbeiten. Eine Variante der Stolpersteine als bleibende Erinnerung an das Versagen der Merkel-Regierung und des deutschen Staatsapparates.
Bilder der Opfer gibt es weiterhin nicht, denn mit jedem Gesicht wird der Mensch sichtbar, der den Ruhm der Kanzlerin als Retterin der Bedrückten unnötig stören würde.
Kollateralschäden eben, daran müssen wir uns laut Innenminister ab sofort gewöhnen.
Frau Merkel will sich demnächst mit den Angehörigen der Opfer treffen und dabei „zuhören und genau wissen, was es ist, das den Angehörigen eine ungeheuer schwere Zeit möglicherweise unnötig noch schwerer gemacht hat.“ [sic!]