Mittwoch 14.Oktober 2026

Nahles wirft Union AfD-Rhetorik vor

8. Juli 2018 | Kategorie: Politik

Andrea Nahles.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin – SPD-Parteichefin Andrea Nahles hat führenden Unionspolitikern vorgeworfen, Ressentiments gegen Flüchtlinge zu schüren und sich einer AfD-Rhetorik zu bedienen.

„Wenn Herr Söder und Frau Klöckner von `Asyltourismus` sprechen, reden sie wie die AfD. Das verschiebt Maßstäbe, verletzt Werte, bedient Ressentiments“, sagte Nahles der „Welt am Sonntag“.

Es handele sich dabei „um sorgfältig geplante Provokationen vor der bayerischen Landtagswahl“. Dies SPD werde dies „in der Regierungskoalition nicht akzeptieren. Wir stehen für klare, steuernde Ordnungspolitik – ohne Ressentiments!“

Ihre Partei trete entschlossen gegen „dumpfe Vorurteile und gefährliche Stimmungsmache“ an. Es sei „eine perfide, rechtspopulistische Strategie, wenn so getan wird, als stünden Tausende Menschen an der Grenze.

Dabei geht es hier um sehr wenige Menschen.“ Mit ihrem wochenlangen Streit über die Migrationspolitik hätten die Unionsparteien „das ganze Land in Geiselhaft genommen“, sagte die SPD-Vorsitzende: „Das lassen wir nicht mehr zu.“

Ihre Partei wolle Politik für ein solidarisches Land machen und sei deshalb in die Regierung gegangen. Nahles forderte CDU und CSU auf, im Koalitionsvertrag verankerte Projekte nicht weiter zu blockieren.

„Das Gute-Kita-Gesetz, mehr Rechte für Mieter und der soziale Arbeitsmarkt stehen ganz aktuell auf der Agenda“, sagte sie: „Wir fordern jetzt ein sichtbares Signal, dass diese im Koalitionsvertrag vereinbarten Projekte umgehend verabschiedet werden können.“

Nahles verteidigte die neuen Zuständigkeiten zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber im Bundesinnenministerium. „Es ist gut, wenn der Bundesinnenminister jetzt für die Dinge Verantwortung übernimmt, die er immer bemängelt hat“, sagte Nahles.

Die bisher zuständigen kommunalen Ausländerbehörden seien „das Nadelöhr der Migrationspolitik“ und „weder personell noch technisch gut genug ausgestattet“. Hier könne der Bund helfen. Die SPD, fügte Nahles hinzu, sage schon lange: „Herr Seehofer, handeln Sie. Es gibt viel zu tun! Unser Finanzminister wird Ihnen die notwendigen Stellen geben.“ (dts Nachrichtenagentur) 

Gefällt Ihnen unsere Zeitung?

Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.

⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Zur Startseite

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentare sind geschlossen