Dessau-Roßlau – In der Debatte über die neue Glyphosat-Zulassung hat die Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), Maria Krautzberger, an nationale Spielräume beim Pflanzenschutz erinnert.
„Die nationalen Spielräume müssen ausgeschöpft werden“, sagte Krautzberger der „Rheinischen Post“. „Chemischer Pflanzenschutz ist ohne Zweifel risikobehaftet, denn wenn die Mittel wirken, dann nicht ohne Nebenwirkungen für die Umwelt“, sagte Krautzberger.
Deshalb könnten viele der Mittel nur mit hohen Umweltauflagen zugelassen werden. „Das bedeutet, dass die Anwendung von Mitteln mit starken indirekten Auswirkungen nur noch erlaubt ist, wenn der Betrieb einen Mindestanteil an Flächen vorweisen kann, auf denen auch Ackerwildkräuter wachsen“, sagte Krautzberger.
Insekten und Vögel könnten so unbeeinflusst von Pflanzenschutzmitteln leben und fressen. „Auf diesen ökologischen Ausgleichsflächen müsste jeglicher chemischer Pflanzenschutz unterbleiben“, forderte die UBA-Chefin.
Besonders wichtig sei es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insgesamt deutlich zu minimieren und stärker auf Alternativen zu setzen. „Vor allem die konventionelle Landwirtschaft muss hier besser werden“, sagte Krautzberger. (dts Nachrichtenagentur)
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