München – Die Münchner Polizei zieht Konsequenzen aus dem Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum und beschleunigt die Anschaffung einer neuen Dienstwaffe.
So habe der Täter des Amoklaufs am 22. Juli eine 16-schüssige Waffe gehabt, die der Polizei fasse nur acht Schuss. „Wir werden eine neue Dienstwaffe bekommen, die entsprechend leistungsfähig ist“, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä der „Süddeutschen Zeitung“.
Bei der Schutzkleidung soll es neben den herkömmlichen Westen künftig längere Modelle geben sowie eine Halskrause, einen Schulterschutz und zusätzliche ballistische Platten, „dann sind unsere Leute sogar gegen Kalaschnikow-Beschuss sicher“, so Andrä.
Zudem sollen die Beamten für die Bevölkerung und für eigene Kollegen besser erkennbar sein, etwa durch eine Armbinde. Die Tatsache, dass in der Amoknacht Polizeikräfte in Zivil mit Waffen unterwegs waren, hatte teilweise Verängstigung und Fehlalarme ausgelöst.
Um eine bessere und modernere Kommunikation zu gewährleisten, als sie über Funk möglich ist, gibt es bei der Münchner Polizei Überlegungen, einen eigenen Messengerdienst zu testen. Über einen solchen Kanal könnten die Beamten Videos und Fotos an Kollegen verschicken. Das könne hilfreich sein, sagte Andrä.
So hätten jene Beamten, die im Juli schließlich den Amokläufer fassten, diesen an einem Rucksack erkannt, der in einem privaten Video zu sehen gewesen war. Das Video zeigte den Täter, wie er vor dem Mc Donald`s im OEZ um sich schoss und es verbreitete sich über soziale Netzwerke.
Die bestehenden Dienste seien zu unsicher. „Wir hätten über unsere Daten keine Hoheit mehr“, so Andrä. Die Unübersichtlichkeit, die am Abend des 22. Juli zeitweise in München herrschte, erklärte Andrä vor allem damit, dass es so viele Fehlalarme gegeben habe. In den ersten zwei, drei Stunden habe die Polizei „von 66 Örtlichkeiten Mitteilungen bekommen, dass in der Stadt geschossen wird“.
Er wies dagegen zurück, dass es ein Problem gewesen sei, dass die Polizeiführung erst vom Tegernsee zurückfahren musste, wo sie bei einer Besprechung mit der Stadtspitze war.
Die auch bundesweit beachtete und großteils positiv bewertete Arbeit der Beamten hat neben zahlreichen Überstunden einen auch für den Polizeipräsidenten überraschenden Effekt gehabt: Die Zahl der Bewerber für den Polizeidienst sei kurz danach deutlich gestiegen. „Das war für mich sehr erstaunlich“, so Andrä.
Mit Blick auf den Start des Oktoberfests an diesem Wochenende erklärte der Polizeipräsident, die Sicherheitsvorkehrungen mit Zaun und Einlasskontrollen seien nach dem Amoklauf von München und den Attentaten von Ansbach und Würzburg angepasst worden.
Das polizeiliche Einsatzkonzept sei „wie eine Zwiebel mit mehreren Schichten“, vom ständigen Informationsaustausch mit vielen Behörden über die Präsenz an Bahnhöfen und in der Stadt bis zu den Einlasskontrollen. „Je näher man zur Wiesn kommt, desto enger wird das Netz.“
Sollte es irgendwo auf dem Festgelände zu einer Panik kommen, lautet Andräs Empfehlung: „Der sicherste Platz ist der, auf dem man gerade sitzt.“ Panisch zum Ausgang zu laufen, sei keine gute Idee. Nahezu überall können uniformierte Polizisten schnell da sein und helfen. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



München – Die Schießerei in München mit mindestens zehn Toten ging offenbar doch nur von einem Einzeltäter aus. Das teilte die Polizei ...
München – Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Amoklauf von München einen 16-Jährigen verhaftet. Der Junge soll ein Bekannter des Amokläufers ...
München – Am 30. Oktober ist eine Personalienfeststellung am Münchner Ostbahnhof eskaliert. Kurz vor 1 Uhr hatten sich 40 bis 50 Jugendliche ...
Berlin – Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zieht erste personelle Konsequenzen in der G36-Affäre. Von der Leyen will sich nach Informationen ...
Berlin/Ankara – Der Bundestag hat die Verbrechen an Armeniern während des Ersten Weltkriegs am 2. Juni zum Völkermord erklärt. Das passt dem türkische ...
Kreis Germersheim – Die Kreisverwaltung hat die Faxen dicke: In den vergangenen Monaten wurde immer wieder die Biotonnen falsch befüllt. Besonders in ...
München – Politiker von SPD und Grünen haben das Akkreditierungsverfahren für den Münchner NSU-Prozess, bei dem türkische Medien keine garantierten Plätze bekommen ...
München – Der Münchner Airport könnte noch viel größer werden als bisher bekannt: Nach Eröffnung des neuen Satelliten-Terminals am 26. April soll ...
Leipzig – Der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz hat seine Einschätzung erneuert, dass in Deutschland derzeit eine „Pogromstimmung“ herrscht. Das Wort Pogrom stehe ...
Köln – Die Sicherheitsmaßnahmen im Kölner Hauptbahnhof, die nach den Silvesterübergriffen gesteigert worden waren, sind deutlich reduziert worden. Wie aus einem vertraulichen ...












