Dienstag, 23. Oktober 2018

Armenien-Resolution: Ankara zieht Botschafter ab und droht Konsequenzen an – Merkel: „Enge Verbindungen zwischen Berlin und Ankara“

2. Juni 2016 | 1 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik, Politik Ausland
Türkischer Präsident Erdogan, Bundeskanzlerin Merkel: Schwieriger Pakt. Foto: dts Nachrichtenagentur

Türkischer Präsident Erdogan, Bundeskanzlerin Merkel: Schwieriger Pakt.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin/Ankara – Der Bundestag hat die Verbrechen an Armeniern während des Ersten Weltkriegs am 2. Juni zum Völkermord erklärt.

Das passt dem türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan überhaupt nicht: „Die Entscheidung, die das deutsche Parlament getroffen hat, ist eine Entscheidung, die die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei ernsthaft beeinflussen wird“, sagte Erdogan, der sich momentan in Nairobi (Kenia) aufhält.

Die Regierung in Ankara kritisierte den Bundestags-Beschluss scharf. Der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei, Numan Kurtulmus, bezeichnete die Resolution als „historischen Fehler“. Für die Türkei sei die Entscheidung nichtig. Das Land werde die notwendige Antwort darauf geben.

Als unmittelbare Reaktion hat die Türkei ihren Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu aus Berlin zurückgerufen – offiziell zu „Beratungen“, wie Ministerpräsident Binali Yildrim mitteilte. In einer Rede in Ankara sprach er von einer „rassistischen armenischen Lobby“, die für die Entscheidung verantwortlich sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel indes muss retten, was möglicherweise noch zu retten ist: Den Flüchtlingsdeal. Und so hat die Kanzlerin nach Verabschiedung der Resolution die engen Verbindungen zwischen Deutschland und der Türkei betont. Die „freundschaftlichen und strategischen Beziehungen seien gut“, auch wenn man in einer Frage unterschiedlicher Meinung sei, sagte die Kanzlerin am Donnerstag in Berlin.

Merkel selbst hatte an der Abstimmung über die Resolution, in der die Verbrechen an den Armeniern durch das Osmanische Reich im Jahr 1915 als Völkermord eingestuft werden, nicht teilgenommen, im Vorfeld jedoch Zustimmung signalisiert. (red/dts Nachrichtenagentur)

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Ein Kommentar auf "Armenien-Resolution: Ankara zieht Botschafter ab und droht Konsequenzen an – Merkel: „Enge Verbindungen zwischen Berlin und Ankara“"

  1. Danny G. sagt:

    Eine Zurschaustellung von Eitelkeiten, Inkompetenzen und Selbstwahrnehmungsstörungen.
    Und wie immer, wenn man Farbe bekennen müsste, ist Fr. Merkel nicht zur Stelle.

    Was man als normal denkender, durchschnittlich gebildeter Mitteleuropäer daraus lernen kann ?
    Die Kluft zwischen Wunschdenken, und wirklichem Anspruch ist besonders bei der (Achtung Rassismus Alarm !) türkisch, arabischen Ethnie sehr groß .. größer als die Boğaz Köprüsü .. (Bosporus Brücke)
    Oder frei nach Sarrazin: „Leistungsträger oder Gemüsehändler ?“

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