Sonntag, 29. November 2020

Missbrauchsfall Lügde: NRW-Innenminister Reul kritisiert Polizei: „Es gab Behördenversagen“

27. April 2019 | 9 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Panorama

Sexueller Missbrauch hat fast immer schwere Traumata zur Folge.
Foto (bearb.): www.polizei-beratung.de

Düsseldorf  – Als Konsequenz aus den Ermittlungspannen im Missbrauchsfall von Lügde will der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) den Campingplatz komplett durchsuchen lassen.

Zehn Jahre lang sollen dort mindestens 40 Kinder sexuell missbraucht worden sein. Von über tausend Taten ist die Rede. Mehrere Hinweise an Polizei und Jugendämter wurden ignoriert, Beweismittel, die ein Kommissaranwärter auf seinem Schreibtisch hatte liegen lassen, verschwanden, Akten bei einem der Jugendämter wurden nachträglich manipuliert.

Vor zwei Wochen wurde auf dem Campingplatz in Lügde die Behausung des Hauptbeschuldigten Andreas V. abgerissen. Dabei tauchten CDs und Videokassetten auf, die die Polizei übersehen hatte. Zudem entdeckte die Abrissfirma einen Schuppen von V., den die Polizei nie durchsucht hatte.

„Das hat mich geärgert, der hätte den Beamten auffallen müssen“, sagt Reul dem „Spiegel“. „Das ist ein großes Gelände, wir werden es uns weiter genau ansehen und die Menschen dort befragen.“ Es sei „nicht ausgeschlossen, dass es da noch einen Fall gibt, ein Opfer, das sich noch nicht gemeldet hat. Oder dass der Beschuldigte andere Verstecke hatte“.

Es gehe nun darum, Vertrauen zurückzugewinnen: „Dafür brauchen wir einen offenen Umgang mit dem, was schief läuft. Es gibt bei der Polizei Nachholbedarf in Sachen Fehlerkultur.“ (dts Nachrichtenagentur/red)

Weitere Informationen 

Missbrauchsfall in Lüdge auf Wikipedia.

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9 Kommentare auf "Missbrauchsfall Lügde: NRW-Innenminister Reul kritisiert Polizei: „Es gab Behördenversagen“"

  1. qanon sagt:

    Behördenversagen gibt es nur, wenn es die Anordnung dazu gibt. Auf diesem Campingplatz wurden offensichtlich Leute erpressbar gemacht. Die Durchsuchung des kompletten Campingplatzes kommt nun Monate zu spät.
    Leute wie eiin Reul sind genau an der Stelle, weil sie perfekt dorthin passen. Menschen mit Gewissen und Charakter würden dem Druck dieses Systems nicht standhalten.
    (…)

    • qanon sagt:

      Danke für die Zensur. Sie werden schon Wissen warum sie das machen, oder?

      (…)

      • Redaktion sagt:

        Gewiss wissen wir das. Rechtlich unklare Aussagen, für uns nicht durch eigene Recherche verifizierbare Aussagen etc. werden im Zweifelsfall gestrichen.

        Beste Grüße,

        die Red.

  2. Bengt sagt:

    § 38 BRRG
    (1) Der Beamte trägt für die Rechtmäßigkeit seiner dienstlichen Handlungen die volle
    persönliche Verantwortung.

    Strafgesetzbuc, § 339 Rechtsbeugung

    Ein Richter, ein anderer Amtsträger oder ein Schiedsrichter, welcher sich bei der
    Leitung oder Entscheidung einer Rechtssache zugunsten oder zum Nachteil einer Partei
    einer Beugung des Rechts schuldig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis
    zu fünf Jahren bestraft.

    • qanon sagt:

      Würde das angewandt werden, so wären alle Beteiligten der NSU Prozesse zu inhaftiren / zu verurteilen! Bei den NSU Prozessen wurde bis dato keine DNA der Täter am Tatort nachgewiesen. Dh die (verurteilten) Täter waren nicht am Tatort.
      Was sagt ihr Gesetzesbuch hierzu?

  3. Tobi sagt:

    (…)Milo Yiannopoulos wurde von Afdlern begeistert empfangen.

    Mitverantwortlich für die „freie Medien Konferenz“ aka „die die unseren Krempel nachplappern Medien“
    Ist Nicole höchst.

    Der 33-Jährige, einer der bekanntesten Autoren des rechtspopulistischen Webportals „Breitbart“, hatte in einem schon Anfang 2016 erschienenen – und auf Youtube nachzusehenden – Interview darüber philosophiert, dass 13-jährige Buben durchaus einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit älteren Männern haben könnten. –

    Der Standard at

    • AntiAntifa sagt:

      Weniger lustig war dagegen, dass die Medienkonferenz auch einige Verwerfungen innerhalb der AfD verursacht hat. Besonders der kurzfristig als Ersatz für den „Überraschungsgast“ Steve Bannon gewonnene Youtube-Star Milo Yiannopoulos sorgte bei Teilen der AfD-Bundestagsfraktion für Ärger. Einige sexuell missdeutbare Äußerungen des schwulen Ex-Breitbart-Kolumnisten wurden als Argument ins Feld geführt, dass ein solcher Referent auf einer AfD-Veranstaltung untragbar sei. Unbeachtet blieb dabei freilich, dass Yiannopoulos in Bezug auf diese schon älteren Vorwürfe die Missverständnisse bereits richtig gestellt hatte.

      pi

      • AntiAntifa sagt:

        Eine schwierige Situation also, die kurz vor Beginn dieses professionell organisierten Meinungsaustausches zwischen alternativen Medienvertretern und AfD-Spitzenpolitikern die ganze Konferenz in Gefahr brachte. Nach zwei Sondersitzungen der AfD-Bundestagsfraktion am Freitag fand man mit den Organisatoren – den Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst, Petr Bystron, Udo Hemmelgarn und Uwe Schulz – schließlich folgenden Kompromiss: Die Konferenz kann stattfinden, aber Milo Yiannopoulos wird ausgeladen.

        • Tobi sagt:

          😂, die Wahrheit kann man sich toll zurecht biegen 🤪😂

          Milo hat an der Konferenz teilgenommen, wer Bitteschön soll dir denn das glauben?

          Und er wurde begeistert empfangen.

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