
Verkehrsprobleme: Durch die Sperrung der Hauptverkehrsader Mainz-Wiesbaden ist der Verkehr in Mainz ein Abenteuer.
ScSh: Google maps
Mainz – In der dritten Woche nach Sperrung der Schiersteiner Brücke versucht die Mainzer Verkehrsverwaltung flexibel zu reagieren, um den Verkehrsfluss im städtischen Straßennetz „bestmöglich“ zu gewährleisten.
Beigeordnete Katrin Eder: „Bereits in der vergangenen Woche hat die Mainzer Straßenverkehrsbehörde Baustellen, die zu Behinderungen führen könnten, zurückgestellt. So wird auf die angedachte einspurige Verkehrsführung der Saarstraße in Höhe der Koblenzer Straße verzichtet. Auch die nach Fastnacht geplante Sanierung einer Bushaltestelle in der Rheinstraße wird vorläufig nicht angegangen, da diese ebenfalls mit der Sperrung einer Fahrspur verbunden gewesen wäre“.
Differenziert zu sehen seien hingegen Baumaßnahmen, die bei einer Verschiebung zu unverhältnismäßigen Belastungen der Allgemeinheit führen würden. Sofern diese auch unter der aktuell angespannten Situation vertretbar seien, beabsichtige die Stadt Mainz keine Verschiebung, um zusätzliche Kosten zu vermeiden, die letztlich der Steuerzahler zu tragen hätte. Hierzu zählen unter anderem Gleiserneuerungsmaßnahmen im Bereich der Hattenbergstraße sowie die Anbindung des Baugebietes in der Mombacher Straße an das Versorgungsnetz.
Auch bereits begonnene Leitungsverlegungen in der Marienborner Straße in Mainz-Bretzenheim sollen vor diesem Hintergrund fortgeführt werden.
Neben diesen Maßnahmen arbeitetn die Städte Mainz und Wiesbaden gemeinsam mit der Polizei und den beiden Landesregierungen daran, die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich auszunutzen und auch den ÖPNV nach Wiesbaden und Frankfurt zu erweitern, sagte Eder.
Besonderes Augenmerk richten die Verkehrsverwaltungen dabei auf eine Optimierung der Verkehrsabläufe rund um die Theodor-Heuss-Brücke. Nach Erkenntnissen der Verkehrsfachleute liegt die theoretische Leistungsfähigkeit der vier Brückenfahrbahnen höher als die derzeit ermittelten Spitzenbelastungen, da nicht die Brücke selbst, sondern die Zu- und Abfahrten an den Brückenköpfen das „Nadelöhr“ darstellen.
Eine Arbeitsgruppe der Verkehrsverwaltungen von Mainz und Wiesbaden prüfe gemeinsam mit MVG und ESWE sowie der Polizei hier aktuell weitere Optimierungsmöglichkeiten, so die Verkehrsdezernentin.
Gleichwohl vertritt die Mainzer Straßenverkehrsbehörde nach wie vor die Auffassung, dass die Begrenzung des Zuflusses auf den Einfallstraßen auf das Maß notwendig ist, das die Theodor-Heuss-Brücke maximal verkraften kann. Das Zustauen der Verkehrsachsen und Kreuzungen im Innenstadtgebiet sei „unbedingt zu vermeiden“. Von den Behinderungen seien nicht nur die Rettungsdienste, die Feuerwehr und die Polizei betroffen, sondern auch der öffentliche Nahverkehr, dem momentan eine besondere Bedeutung zukomme. (red)

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