Samstag, 15. Mai 2021

Lobby-Arbeit: CDU-Politiker Rehberg geht auf Distanz zu Amthor

15. Juni 2020 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Philipp Amthor
Foto: dts Nachrichtenagentur

Der ehemalige Landesvorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Eckhardt Rehberg, ist auf Distanz zum wegen einer Lobby-Affäre in die Kritik geratenen CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor gegangen.

„Das war nicht gerade klug und clever, was er gemacht hat“, sagte Rehberg am Montag in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. Der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion forderte seinen Fraktionskollegen zu weiterer Aufklärung auf: „Wer hat die Flugreisen bezahlt, wer hat die Übernachtungen bezahlt, welche Größenordnungen hat das? Da sind noch ein paar Punkte offen. Wir müssen in dieser Woche Gespräche führen.“

Rehberg selbst würde sich nach eigenen Angaben nicht für eine US-Firma einsetzen. „Ich würde mich immer für Firmen aus meinem Wahlkreis einsetzen. Das habe ich gemacht und das mach ich auch weiter.“ Er glaube, dass das Verhalten von Amthor, der sich um den Landesvorsitz der CDU in Mecklenburg-Vorpommern bemüht, bei den Me nschen „überhaupt nicht gut ankommt“, so der CDU-Politiker weiter.

Unions-Fraktionsführung will Gespräch mit Amthor führen

Die Führung der Unionsfraktion im Bundestag hat indessen auf die Diskussion um die umstrittene und inzwischen beendete Nebentätigkeit des CDU-Abgeordneten Philipp Amthor im Führungsgremium eines US-Unternehmens reagiert. „Wir nehmen die Berichterstattung und die Reaktion von Herrn Amthor wahr. Es wird sicherlich ein Gespräch geben, um den Sachverhalt zu klären“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), der „Welt“. Wann genau und in welcher Zusammensetzung das Gespräch mit Amthor in den kommenden Tagen geführt wird, ist noch nicht klar.

Wadephul: Es gilt die Unschuldsvermutung

Unionsfraktionsvize Johann Wadephul hat vor einer Vorverurteilung Amthors gewarnt. „Soweit erkennbar hat Philipp Amthor seinen eindeutigen Fehler eingeräumt. Es gilt die Unschuldsvermutung“, sagte Wadephul dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Wenn Amthor sage, dass er nicht käuflich gewesen sei, „sollte daraus nicht mehr gemacht werden, ohne Beweise vorzulegen“. Wadephul verwies auch auf Amthors Unerfahrenheit: „Er ist eben noch jung und da trifft man im Überschwang noch leichter falsche Entscheidungen“, sagte er.

 

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