
Armin Laschet
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kandidiert für den CDU-Vorsitz. Das kündigte er am Dienstagmorgen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin an und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.
Man stehe aktuell vor der Aufgabe, „möglichst alle zusammenzuhalten“, sagte er. „Unser Land braucht mehr Zusammenhalt und vor allem mehr Zuversicht.“ Die Partei und das Land müssten wieder zusammengeführt werden. In den nächsten Woche müsse man den „Teamgedanken“ in der Partei in den Mittelpunkt stellen.
Laschet kritisierte in seinen Ausführungen auch indirekt seine Mitbewerber. „Ich bedauere, dass nicht alle Kandidaten sich diesem Teamgedanken anschließen konnten“, so der CDU-Vize.
Spahn begründete unterdessen seinen Verzicht auf das höchste Parteiamt damit, dass es nur einen Parteichef geben könne. „Das bedeutet auch, dass jemand zurückstecken muss“, so der Gesundheitsminister. „Wenn alle ihre persönlichen Ambitionen absolut stellen, ist Zusammenarbeit und Zusammenhalt schwierig.“
Er werde daher nicht für den Vorsitz der CDU kandidieren. „Stattdessen unterstütze ich Armin Laschet bei seiner Kandidatur für den Parteivorsitz“, so Spahn. Dem Vernehmen nach will Spahn als stellvertretender Parteivorsitzender kandidieren. Der Gesundheitsminister sprach von der größten Krise in der Geschichte der CDU. „Wenn wir alle diesen Weg so weitergehen, riskieren wir unseren Weg als Volkspartei.“
Man habe viel Vertrauen verloren, weil man sich zu oft im „Klein-Klein“ verzettelt habe. Es sei dabei zu häufig über Personalfragen diskutiert worden. Man müsse den Fokus wieder mehr auf Gemeinsamkeiten statt auf Unterschiede zu legen, forderte Spahn. Das inhaltliche Profil der CDU müsse wieder gestärkt werden. Mit der Ankündigung von Laschet haben jetzt zwei aussichtsreiche Bewerber ihre Kandidatur für den Parteivorsitz angekündigt.
Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hatte dies in der vergangenen Woche getan, Friedrich Merz folgte nach Laschet und Spahn am Freitagvormittag: Auch er will Parteivorsitzender werden. (dts Nachrichtenagentur/red)

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