Mittwoch, 21. Oktober 2020

Las Vegas: Vielseitige Zukunft anstatt Besucherrückgang

4. April 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Freizeit & Hobby, Reise, Vermischtes

Der berühmte „Strip“ in Las Vegas.
Foto: ©istock.com/LPETTET

Für eine Reise nach Las Vegas gibt es viele Gründe. Gegenargumente finden sich genauso viele. Trotzdem befindet sich die Stadt im Aufschwung, und dafür gibt es Gründe.

Mehr Besucher als je zuvor, Glücksspiel verliert an Bedeutung

Nicht jeder muss Las Vegas mögen. Der vielleicht speziellste Ort der Welt polarisiert und trifft längst nicht jeden Geschmack, doch immerhin bleibt er dabei immer ehrlich.

Die Sündenstadt spricht für sich und macht keine falschen Versprechungen, von den angeblich großen Gewinnchancen auf den einarmigen Banditen einmal abgesehen.

Urlauber, die Las Vegas besuchen möchten, planen dort keinen Kultururlaub, auch die Natur steht im Hintergrund und zur Entspannung sind wahrscheinlich sogar New York City, Shanghai oder Tokio besser geeignet.

Kulinarische Spitzen-Erlebnisse gibt es nur in extrem hohen Preisklassen, menschliche Kontakte sind zahlreich, aber flüchtig und die ständige Geräuschkulisse der Spielautomaten sorgt nicht in allen Ohren für Wohlgefühle.

Dennoch verzeichnete Las Vegas in den letzten Jahren steigende Besucherzahlen. Rund 40 Millionen Besucher pro Jahr sind eine deutliche Aussage. Interessant dabei: Die Umsätze an den Spieltischen sind gleichgeblieben. Der heutige Vegas-Tourist spielt also seltener, oder mit kleineren Einsätzen.

An Geiz kann es nicht liegen, denn insgesamt geben Urlauber in der Stadt dasselbe aus wie früher. Das Glücksspiel rückt also in den Hintergrund – was eigentlich nach einem Untergangsszenario maßgeschneidert für Las Vegas klingt, tut den Einnahmen in Wirklichkeit keinen Abbruch.

Dass es zwischenzeitlich danach aussah, als wären die goldenen Zeiten im Spielermekka vorbei, scheint nun kein Thema mehr zu sein. Erst 2015 gab es einen Paukenschlag, als der Betreiber des legendären „Caesar’s Palace“ Insolvenz anmeldete. Daraus einen generellen Negativtrend abzuleiten, ist angesichts der Statistiken verkehrt.

Doch was zieht weiterhin so viele Besucher an, wenn nicht Roulette, Black Jack und Poker? Die Suche nach einer Antwort darauf führt zu mehreren Aspekten.

Las Vegas und Las Vegas: Ein Unterschied im Detail

Wer sich im Zuge einer Reise mit der Geographie beschäftigt, der wird eine Überraschung erleben. Denn: Las Vegas liegt gar nicht in Las Vegas. Genau genommen handelt es sich um ein Missverständnis.

Mit Las Vegas ist schließlich ein ganz bestimmter Ort gemeint: Die schillernde, kilometerlange Hauptmeile, auf der sich so gut wie alle wichtigen Casino-Hotels und andere Sehenswürdigkeiten befinden. Diese Straße heißt Las Vegas Boulevard und wird umgangssprachlich als „Strip“ bezeichnet. Offiziell liegt der Boulevard allerdings in Paradise – einem direkten Nachbarort von Las Vegas innerhalb des Clark County.

Vor Ort macht das jedoch kaum einen Unterschied. Sowohl Millionen Touristen als auch Ortsansässige nehmen dieses Detail nicht allzu genau, da es ohnehin nie zu Missverständnissen kommt. Die Hotelmeile ist schließlich unübersehbar, dort finden die typischen Vegas-Geschichten statt und der allergrößte Teil aller Reisenden will genau dorthin.

Die berühmte „Fountain Show“ im Hotel Bellagio.
Foto: ©istock.com/lucky-photographer

Denn auch, wenn es auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist, hat sich Las Vegas weiterentwickelt. Lag der Fokus einst auf dem Glücksspiel und einem ausschweifenden Nachtleben mit Entertainment (David Copperfield lässt grüßen), versteht sich die Stadt heute eher als ganzheitliches Erlebnis:

  • Das gastronomische Angebot in allen Preisklassen wurde ausgebaut.
  • In den USA ist Konsum schon fast ein Kulturgut – in Las Vegas natürlich erst recht. Moderne Shopping Malls laden zum Einkaufen ein, innerhalb der Hotels gibt es ebenfalls etliche Boutiquen und Shops.
  • Viele Hotel-Attraktionen sind im Social-Media-Zeitalter beliebter denn je.
  • Dazu kommt das Klima, das sich an den Pool-Anlagen bestens auskosten lässt.
  • Shows sind immer noch ein wichtiger Bestandteil: Neben Magiern, die zu Las Vegas gehören wie die Sonne zur Wüste Nevadas, wurden prominente Musiker mit Langzeitverträgen angelockt.

Las Vegas komprimiert damit viele amerikanische Tugenden an einem Ort. Diese werden an vielen Stellen so stark ins Extreme getrieben, dass daraus ein besonderer Reiz entsteht. Am grundlegenden Charakter der Stadt hat sich also nichts geändert: Las Vegas hat mit der Realität nicht viel zu tun.

Es ist ein entrückter Ort, der im Guten wie im Schlechten ein sehr spezielles Erlebnis darstellt und offensichtlich kommt diese Mischung nach wie vor gut an.

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