Kriminologe zu Bottrop: „Es brodelt in den Leuten“

3. Januar 2019 | 6 Kommentare | Kategorie: Panorama

Symbolbild: Pfalz-Express

Bottrop  – Der Kriminologe Hans-Dieter Schwind sieht eine Ursache von Amokfahrten wie in der Silvesternacht in Bottrop und Essen mit acht Verletzten in einem wachsenden Bedrohungsgefühl durch die Zuwanderung.

„Es brodelt in den Leuten, und dann kommt es plötzlich zum Ausbruch“, sagte Schwind der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Das ist eine gefährliche Entwicklung. Ich habe einen solchen Fall schon viel früher erwartet“, sagte Schwind, der an der Ruhr-Universität Bochum und der Uni Osnabrück lehrte.

Solche Amokfahrten oder auch die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte der vergangenen Monate seien die extreme Spitze einer allgemeinen Entwicklung, „und ich befürchte, dass sich dies fortsetzt“, so Schwind. „Die Willkommenskultur ist am Ende“, fügte er hinzu.

Der Bielefelder Konflikt- und Gewaltforscher Andreas Zick sagte, dass sich zunehmend Menschen aus der Mitte der Gesellschaft radikalisierten, die zuvor keinen Bezug zu einer rechtsext remen Ideologie hatten. „Der Essener Täter war mit Sicherheit zuvor im Internet unterwegs und hat sich anstecken lassen von einer Bewegung, die meint, das Land werde überfremdet und die Politik habe die Kontrolle verloren“, sagte Zick der WAZ.

„Es gibt eine wachsende Stimmung in der Bevölkerung, die von nationaler Identität spricht, von Widerstand und von Kontrolle, die man wieder in die eigene Hand nehmen müsse. Diese Selbstermächtigung der Bürger besorgt mich sehr.“ (dts Nachrichtenagentur)

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6 Kommentare auf "Kriminologe zu Bottrop: „Es brodelt in den Leuten“"

  1. Aufgewachte sagt:

    So so, die Selbstermächtigung der Bürger besorgt also den Herrn Konfliktforscher. Meines Erachtens ist die Selbstermächtigung dringend fällig gegen die Unterdrückung, Ausbeutung und die Lügen gegen die Menschen. Die Deutschen haben schon viel zu lange gewartet, wobei ich Gewalt keinesfalls gutheiße. Aber wie die dummen Deutschen bei den Wahlen noch immer mehrheitlich ihre Schlächter wählen, das kann ich nicht begreifen.

  2. Peter sagt:

    „…Diese Selbstermächtigung der Bürger besorgt mich sehr.“
    und mich besorgt, dass man nicht mehr einfach durch die Stadt schlendern kann, ohne Gefahr zu laufen, ein paar Schläge zu bekommen (und das ist noch der günstigste Fall), Stichwort Amberg. Wenn der Staat sich weiterhin weigert, einer seiner elementarsten Pflichten – die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten – nachzukommen, dann ist die „Selbstermächtigung der Bürger“ nicht nur konsequent, sie ist sogar Pflicht.

  3. Hans-Jürgen Höpfner sagt:

    „Die Willkommenskultur ist am Ende“
    ———–
    Schon lange!

  4. Realist sagt:

    Im Tausch gegen Geld (Steuern) hat der Staatsbürger das Gewaltmonopol an den Staat abgegeben.

    Wenn der Staat aber seine Exekutivorgane (Polizei) aus Kostengründen (!) zahlenmäßig immer weiter reduziert und gleichzeitig den Bürger immer weiter mit den fadenscheinigsten Begründungen bis zur völligen Schutzlosigkeit entwaffnet (ständig verschärftes Waffengesetz), ist der Bürger in der entsetzlichen Situation, sich mit leeren Händen gegen eine permanent wachsende Anzahl an bewaffneten Gewalttätern wehren zu müssen, ohne Hoffnung auf rechtzeitig helfende Polizei.

    Ich bin überzeugt davon, dass das schrecklichen enden wird, und das nicht erst in 30 Jahren.

  5. karl sagt:

    „Es gibt eine wachsende Stimmung in der Bevölkerung, die von nationaler Identität spricht, von Widerstand und von Kontrolle, die man wieder in die eigene Hand nehmen müsse. (…)“

    Was ist daran besorgniserregend? Ich halte das für gesund und eine absolute Selbstverständlichkeit. Zeit wird’s!

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