
Die letzte bekannte grausame Tat der IS-Schlächter: Die Verbrennung des jordanischen Piloten Moaz al-Kassasbeh bei lebendigem Leib in einem Käfig.
ScSh: Fox News
Berlin – Dutzende Rückkehrer aus dem Krieg in Syrien und im Irak haben über die Brutalität des „Islamischen Staats“ (IS) auch gegenüber den eigenen Leuten berichtet.
Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ sind mittlerweile rund 200 deutsche Dschihadisten zurückgekehrt. Etwa jeder fünfte habe bislang mit deutschen Sicherheitsbehörden kooperiert und in Vernehmungen und Befragungen über seine Zeit beim IS Auskunft gegeben.
Viele der Heimkehrer würden ein Klima der Angst, des Misstrauens und der Erbarmungslosigkeit schildern. So habe ein Rückkehrer berichtet, dass er in ein „Schlachthaus“ gebracht worden sei, weil er seinen Pass nicht abgegeben habe. Die Wände und der Boden seien voller Blut gewesen. Maskierte Dschihadisten hätten ihn verhört und ihm gedroht, dass sie täglich Spione entdecken und diese schlachten würden. In seinen Schlafraum sei eine Leiche ohne Kopf geworfen worden.
Vermeintliche Spitzel seien gefoltert, erschossen oder geköpft worden. In den Lagern seien deutsche Vernehmer im Einsatz, die Neuankömmlinge verhörten. Mindestens zwei der Vernehmer seien deutschen Sicherheitsbehörden bekannt, es handele sich um Dschihadisten aus Mönchengladbach und aus Bonn.
Einer der Rückkehrer habe berichtet, dass ein Neuankömmling hingerichtet worden sei, nur weil er sein Handy versteckt habe. Offenbar hätten die IS-Leute Angst, die Handys könnten von US-Drohnen geortet werden.
Es gebe auch Berichte von Rückkehrern, dass Dschihadisten, die ohne schriftlichen Passierschein eines Emirs versucht hätten, das Land zu verlassen, erschossen worden seien.
Einige der Heimkehrer hätten über brutale Mutproben berichtet. Dazu habe gehört, dass Neuankömmlinge Menschen ermorden mussten, um zu zeigen, dass sie den Anordnungen des IS folgen wollten.
Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans Georg Maaßen, hatte den Fall eines jungen Deutschen geschildert, der nach Syrien ausgereist sei und den schon nach den ersten Tagen die Schreie de r Folteropfer so beschäftigt hätten, dass er „unbedingt weg wollte“.
Dem Bericht der Zeitung zufolge kehren immer mehr Dschihadisten aus dem Krieg zurück. So seien allein nach NRW inzwischen knapp fünfzig ehemalige Kämpfer zurückgekehrt. Von verrohten, kampferprobten Dschihadisten gehe nach Angaben der Behörden aktuell die größte Gefahr aus. Etwa zehn der Rückkehrer gehörten zu dieser Gruppe. Die restlichen knapp vierzig Rückkehrer seien traumatisiert oder desillusioniert.
Der Leiter des Verfassungsschutzes in NRW, Burkhard Freier, wird in dem Zeitungsbeitrag mit der Aussage zitiert, auch bei traumatisierten und desillusionierten Rückkehrer rechne die Behörde damit, „dass einige immer noch eine Gefahr darstellen“. Seine Behörde prüfe auch die Möglichkeiten der De-Radikalisierung. Dazu gehörte, dass Nachrichtendienstler in NRW mit Rückkehrern aus dem Krieg gemeinsame Behördengänge machten und sich um Arbeit und Wohnung der früheren IS-Leute kümmerten. (red/dts Nachrichtenagentur)

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