
Die Kreisverwaltung in Germersheim ist in die Jahre gekommen.
Foto: Pfalz-Express
Germersheim – Die Modernisierung der Kreisverwaltung Germersheim kommt in Bewegung: Landrat Martin Brandl erwägt den Verkauf des in die Jahre gekommenen Verwaltungsgebäudes am Luitpoldplatz und bereitet parallel eine räumliche Neuaufstellung der Verwaltung vor.
Ein möglicher Käufer steht bereits im Raum: Die Sparkasse Südpfalz, die selbst vor einem Standortumbau steht. Eine endgültige Entscheidung könnte der Kreistag im März 2026 treffen.
Das Hauptgebäude der Kreisverwaltung aus den 1950er-Jahren ist nach einer Inaugenscheinnahme durch Kreistagsmitglieder im September als kaum noch wirtschaftlich sanierbar eingestuft worden. „Eine langfristige Nutzung lässt der bauliche und technische Zustand nicht mehr zu“, betont Landrat Brandl. Der Verkauf des Gebäudes sei deshalb „eine realistische Alternative“ zu einer extrem teuren Sanierung.
Sparkasse prüft Übernahme – Ergebnisse 2026
Die Sparkasse Südpfalz, die ihr Standort- und Kundenkonzept modernisieren will, zeigt ernsthaftes Interesse. Deren stellvertretender Vorstandsvorsitzender Benjamin Hirsch erklärte, man prüfe alle Optionen für einen zeitgemäßen Germersheimer Standort. Das eigene Gebäude am Tournuser Platz sei ebenfalls überaltert.

Sparkasse am Tournuser Platz.
Foto: Pfalz-Express
Mit Blick auf das Angebot aus dem Kreishaus sagt Hirsch: „Im Stadtzentrum ergibt sich eine interessante Option, die wir im Rahmen einer Vorstudie bewerten. Ergebnisse erwarten wir bis Ende des ersten Quartals 2026.“ Gleichzeitig halte man eine Revitalisierung des bisherigen Standorts offen. Der Verwaltungsrat der Sparkasse habe das Projekt bereits positiv zur Kenntnis genommen.
Ein Neubau am Luitpoldplatz könne, so Hirsch, ein modernes Kunden- und Arbeitsumfeld schaffen und zugleich ein starkes Signal für die Region setzen.
Stadt sieht Chance für städtebaulichen Lückenschluss
Auch die Stadt Germersheim unterstützt die Überlegungen. Das Quartier entlang der Queich soll ohnehin neu geordnet werden. Ein Neubau an dieser Stelle könne sich „nahtlos in die städtebauliche Entwicklung einfügen“, betont Bürgermeister Marcus Schaile.
Er verweist auf die jüngsten Großprojekte wie den umgestalteten Paradeplatz und die neue Nutzung der Stadtkaserne: „Die Achse vom Weißenburger Tor über Parade- und Luitpoldplatz bildet ein Ensemble. Eine Modernisierung des heutigen Kreishauses wäre ein stimmiger Abschluss und würde die Innenstadt als Kern eines vitalen Mittelzentrums stärken.“

Foto: Pfalz-Express
Umzüge würden auch denkmalgeschütztes Gebäude betreffen
Kommt es zu einem Verkauf, müsste die Kreisverwaltung sowohl das 50er-Jahre-Haus als auch das angrenzende denkmalgeschützte Gebäude räumen. Letzteres wird derzeit über die Heizungsanlage des Altbaus mitversorgt und könnte im Zuge eines Auszugs technisch modernisiert werden. Rund 100 Mitarbeiter wären von temporären Umzügen betroffen. Sie sollen aber in der Nähe untergebracht werden.
Nach Angaben von Brandl laufen Gespräche mit potenziellen Vermietern bereits. Die wirtschaftliche Lage in der Region eröffne aktuell „ein einmaliges Zeitfenster“, da ausreichend Gewerbeflächen zu günstigen Konditionen verfügbar seien.
Für den Haushalt sollen nun Mittel für Umzugskosten, zusätzliche Mieten und die Planung der Sanierung des Denkmals bereitgestellt werden. Brandl betont, es gehe nicht allein um eine bauliche Lösung: „Die Arbeitsinfrastruktur der Verwaltung muss auf das Niveau moderner Unternehmen gehoben werden. Im Wettbewerb um Fachkräfte können wir uns veraltete Rahmenbedingungen nicht leisten.“ Das gelte auch für den neuen Verwaltungsstandort in Kandel.
Konzept für Zukunftsstandort in Arbeit
Der Landkreis erarbeitet derzeit ein umfassendes Zukunftsstandortkonzept. Für Brandl steht dabei fest: „Große Neubauprojekte für die Verwaltung kann es aufgrund der finanziellen Lage nicht geben.“ Ziel sei daher, vorhandene Immobilien zu stärken und Strukturen effizient zu nutzen, um eine moderne, konkurrenzfähige Verwaltung aufzubauen.
In den kommenden Monaten wird das mögliche Verkaufsvorhaben in den politischen Gremien beraten. Eine abschließende Entscheidung des Kreistags könnte am 9. März 2026 fallen.

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