Dienstag, 27. Oktober 2020

Konzerne warnen vor Populisten in Europa

12. März 2019 | 6 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik, Wirtschaft

EU-Parlament in Straßburg.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Essen  – Die Chefs der Revierkonzerne Eon, Evonik, RWE und Thyssenkrupp haben vor einem Erstarken der Populisten in Europa gewarnt und sich mit einem Wahlaufruf an die Beschäftigten gewendet.

„Jahrzehntelang gab es einen europäischen und überwiegend auch globalen Konsens, dass mehr Zusammenarbeit zu mehr Wohlstand für alle führt. Dieser Konsens ist durch eine Reihe von Entwicklungen bedroht“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Eine hohe Wahlbeteiligung könne den Zusammenhalt in Europa stärken und zugleich die Wahlchancen von Populisten verringern.

Auch Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff zeigte sich mit Blick auf die aktuelle politische Lage in Europa besorgt. „Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit es manchen gelingt auszublenden, was Europa für uns bedeutet“, sagte Kerkhoff. „Da sind aus meiner Sicht auch wir als Unternehmen gefordert.“

Daher plane Thyssenkrupp einen Aufruf an die Mitarbeiter in Europa, im Mai zur Wahl zu gehen. „Es ist wichtig und richtig, die EU, unsere EU, jetzt zu stärken – statt sie zu schwächen, wie viele Populisten es fordern“, sagte Rolf Martin Schmitz, der Chef des Essener Energiekonzerns RWE. Er werbe bei den Mitarbeitern dafür, das „demokratische Recht wahrzunehmen und im Mai wählen zu gehen“.

Die Abstimmung in Großbritannien sei auch so ausgegangen, weil es nicht gelungen sei, junge Menschen zu mobilisieren, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann mit Blick auf das Brexit-Votum. „Das gleiche Risiko besteht nun in Europa – und für die Wahlen Ende Mai. Die Gefahr, dass europafeindliche Kräfte an Einfluss gewinnen, ist real.“ Deshalb rufe er die Mitarbeiter auf, wählen zu gehen. (dts Nachrichtenagentur)

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6 Kommentare auf "Konzerne warnen vor Populisten in Europa"

  1. Tim Weiler sagt:

    Fehler Nr. 1: die ständige Gleichsetzung von EU und Europa. Das sind keineswegs Synonyme und es ist zu bezweifeln, dass es viele „Europafeinde“ in Europa gibt.
    Fehler Nr. 2: Die Negative Konnotierung des Begriffs „Populismus“ als Entwertung dessen, was das Volk (populus) politisch wünscht. Umgekehrt könnte man fragen, warum denn das Unpopuläre das Richtige sei, bzw. worin denn und insbesondere für wen denn der Mehrwert des Unpopulären läge.
    Fehler Nr. 3: Die Annahme, das „Populismus“ (als Synomym für Nationalstaatlichkeit) wirtschaftliche Nachteile hätte. Nationale Souveränität bzw. ein „Europa der Vaterländer“ muss keinerlei Nachteile haben, hierzu braucht es lediglich Handelsabkommen. Wir brauchen keinen Überwachungsstaat oder die Aufgabe von Selbstbestimmungsrechten.

    • Tobi sagt:

      Dumm nur, dass Populus den Lügen der Populisten, zumindest hier in Deutschland, nicht glaubt.

      • Tim Weiler sagt:

        @ Tobi;
        Da wären wir bei Fehler Nr. 4: Zu glauben, dass wählende Mitarbeiter die Ansichten der Konzernchefs teilen und sich dem Hurra-EU-Brimborium anschließen. Nicht wenige werden die „Populisten“ wählen, besonders die arbeitende Bevölkerung ist näher an der Realität.

        Aber ich muss Ihnen leider recht geben, auf die Mehrheit der Deutschen wirkt zur Zeit das süße Gift des Sozialismus als Mittel erster Wahl. Der Nachteil daran ist, den Sozialisten geht seit 100 Jahren immer regelmäßig das Geld der anderen Leute aus, was dann in politischen „Verwerfungen“ resultiert. Diesmal kommt noch erschwerend die Fiat Money Blase hinzu.

        Für Nicht-Linke (Linke sind resistent gegen Horizonterweiterung) ein interessantes Buch zum Thema: Igor Schafarewitsch: Der Todestrieb in der Geschichte.

    • Diego sagt:

      Herr Weiler,
      ich stimme Ihnen zu 100% zu.

      Ich bin der Meinung die Differenzeirung zwischen einzelnen begriffen stellt ein generelles Problem in der heutigen Politik und den Medien dar.

      – EU wird mit Europa gleichgesetzt, ebenso wie Immigranten mit Flüchtlingen gleichgesetzt werden…

      • Tim Weiler sagt:

        Wer die Hoheit über die Begriffe hat, hat zugleich auch Hoheit über den Diskurs. Diesen Satz kann man heutzutage wohl leitbildlich verstehen. Manfred Kleine-Hartlage hat schon vor einigen Jahren eine Art Wörterbuch mit dem Titel „Die Sprache der BRD“ herausgebracht, in der eine Vielzahl an Begriffen analysiert werden. Nichts bedeutet hier mehr, was es einst bedeutete: sei es Europa, Demokratie, Deutscher, Antifaschismus, Globalisierung, Zuwanderung etc. Es lohnt sich , die mantraartig verwendeten Schlüsselbegriffe aufzuschlüsseln um den Metatext hinter dem „Refraiming“ zu erfassen.
        Das ist keine rechtskonservative Schlaumeierei, sondern wird auch in den Vorträgen von Prof. Rainer Mausfeld thematisiert, der eindeutig dem linken Spektrum zuzuordnen ist. (wenn man in diesen Kategorien denkt)

  2. qanon sagt:

    Was ist der Unterschied zwischen dem 3. Reich und dem 4.Reich?
    Wer kam nach der NSDAP?
    Wer kam nach Hitler?
    Was ist die EU?
    Was hat die EU mit Europa zu tun?
    Was hat die EU mit den Einwohnern Europas zu tun?
    Was ist der Euro?
    Wem nutzt der Euro?
    Wenn es Gewinner gibt, wer sind dann die Verlierer?

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