Dienstag 13.Oktober 2026

Kfd Weyher 50 Jahre: „Gestern, heute und morgen!“

27. Juli 2023 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Glückwunsch zum 50. Bestehen der Ortsgruppe.
Fotos: Heinz Lambert

Weyher. Am 4. Februar 1973 rief der damalige Weyherer Ortspfarrer Herrmann Müller interessierte Frauen aus der Gemeinde dazu auf eine Ortsgruppe der Katholischen Frauen Deutschlands (kfd) zu gründen.

In Weyher folgten direkt 20 Damen dem Aufruf des Pfarrers. Eine davon war Inge Glocker. Heute ist sie das einzige noch lebende Gründungsmitglied der Weyherer kfd, weshalb sie bei der Jubiläumsfeier im Garten des örtlichen Luisenstiftes besonders geehrt wurde.

Die kfd ist mit rund 350.000 Mitgliedern in 3.600 Gemeinschaften der größte katholische Frauenverband und einer der größten Frauenverbände Deutschlands.

kfd-Vorsitzende Daniela Lutz-Ohliger ehrte neben Inge Glocker weitere acht Frauen für ihre 50-jährige Mitgliedschaft mit der Dankurkunde des Dachverbandes und einem Präsent. Diese Damen waren allerdings keine Gründungsmitglieder, traten sie doch erst im Laufe der ersten Wochen des Bestehens der kfd bei.

Geehrt wurde auch Wiltrud Mainberger, die seit 40 Jahren in der kfd mit dabei ist, wobei sie auch einige Jahre als 1. Vorsitzende fungierte.

Was die Vorsitzenden anbetrifft, stehen diese für eine große Kontinuität, bedurfte es bisher doch nur fünf Damen, um das kfd-Schiff in den fünf Jahrzehnten auf stets gutem Kurs zu halten.

Heute sind 54, sowohl ältere, als auch jüngere Damen in der Gemeinschaft aktiv. „Wir sind recht stolz, in einem doch recht kleinen Ort wie Weyher, so viele Mitglieder zu haben. Es ist uns gelungen in den letzten Jahren 17 junge Frauen für unsere Gemeinschaft zu gewinnen“, freute sich Daniela Lutz-Ohliger.

Die recht große Zahl an jüngeren Frauen in einer Gruppe der kfd ist nicht alltäglich, liegt doch der Altersdurchschnitt anderer Ortsgruppen wohl doch eher jenseits der 60 Jahre.

Den Wortgottesdienst, der in die Feier am Freitag eingebettet war, zelebrierte die geistliche Leiterin des Diözesanverbandes Speyer der kfd, Ursula König. Der ganze Nachmittag stand unter dem Motto „Frauen unterwegs im Wandel der Zeit. Gestern -Heute – Morgen!“

Dieses Motto taten drei Damen der Weyherer kfd auf wunderbare Weise kund. Man habe sich zum gemeinsamen Stricken und Basten getroffen, schöne Ausflüge unternommen und sich immer wieder mit anderen getroffen.

„Dischbedierd hämmer iwwer Gott und die Welt. Ferd Ärwet ware mer gut genung!“ so der Blick zurück. Früh schon wurde fair gehandelter Kaffee verkauft und der Erlös kam Lehrerinnen, Krankenschwestern und weiteren Personen in Afrika zu Gute, um deren Ausbildungen zu finanzieren.

Foto: Heinz Lambert

Zum „Heute“ hieß es, dass man die kfd durch die Mütter erlebt habe. Heute hätten sich die Möglichkeiten der Frauen verändert. „Wir sind selbstbewusster geworden und mischen uns im Dorf auch mal ein!“ so das Trio. Mit dem traditionellen Kaffee- und Kuchenverkauf beim Weinfest wird allerdings genauso noch das Geld verdient wie in alten Zeiten und mit dem Erlös Gutes getan.

Für das „Morgen“ ist es wichtig, dass die kfd die Interessen der Frauen vertritt. Deren Arbeit wird zwar mittlerweile besser honoriert, aber da gibt es noch viel Luft nach oben. „Wir wünschen uns eine lebendige kfd, die für alle Altersgruppen offen ist, gerne auch für die Männer!“

Die Gruppe trifft sich regelmäßig im Luisenstift gegenüber der Kirche, um so wie früher beispielsweise zu Basteln, aber eben auch sich zu unterhalten und Ideen zu entwickeln, was die kfd für die Bürger im Dorf, aber auch für den Ort Weyher tun kann.

„Es waren in den fünf Jahrzehnten Herausforderungen und Veränderungen zu meistern. Wir schauen heute auf 50 Jahre Frauenpower. Frauen sollen, gerade auch in der Kirche, gleichberechtigt und gleichwertig eingesetzt und behandelt werden!“ plädierte Ursula König für mehr Offenheit in der katholischen Kirche. „Die kfd Weyher ist nicht Selbstzweck, sie strahlt nach außen. Wichtig ist der Geist, der die Gemeinschaft prägt! Es ist wichtig unsere Zeit weise zu nutzen!“

Vertreterinnen der kfd-Ortsgruppen aus den Nachbargemeinden lobten die Arbeit ihrer Kolleginnen in Weyher und überreichten Geschenke, ebenso die örtlichen Vereine. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Edenkoben Daniel Salm, hatte ebenso ein Geldpräsent im Gepäck, wie Ortsbürgermeister Andreas Möwes.

„Die Zukunft des Vereins ist ja wohl gesichert“, stellte Salm mit Blick auf ein junges kfd-Mitglied fest, dass seine sieben Monate junge Tochter mit gebracht hatte.

„Die kfd ist in Weyher eine Institution mit großer Konstante. Der persönliche Kontakt zu den Mitgliedern steht hoch im Kurs. Das Aufeinander zugehen auf alle Menschen in der Gemeinde ist vorbildlich“, lobte Möwes. Landrat Dietmar Seefeldt, der der Ortsgruppe ebenfalls seine Aufwartung machte, stellte fest: „Eine Gemeinschaft funktioniert nur, wenn alle mit anpacken und das ist hier in Weyher der Fall!“.

Die musikalische Begleitung der Veranstaltung übernahm Clemens Ohliger an der Gitarre. Den Beginn machte er mit „Heute hier, morgen dort, bin kaum da muss ich fort“ von Hannes Wader aus dem Jahr 1972. Den Abschluss bildete das gemeinsame Singen des kfd-Liedes, in dem es heißt: „Lasst uns miteinander gehen, Frauen auf dem Wege, Schritt für Schritt, Schritt für Schritt. Kraft und Glauben teilen wir uns mit: Leben aus der Hoffnung!“ (Heinz Lambert, Burrweiler)

Foto: Heinz Lambert

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