Samstag 17.Oktober 2026

Kandel: Stadtbürgermeister Gaudier zieht gemischte Bilanz der Silvesternacht

6. Januar 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Foto: über Michael Gaudier

Kandel – Die Silvesternacht in Kandel ist aus Sicht von Stadtbürgermeister Michael Gaudier (CDU) insgesamt ohne gravierende Zwischenfälle verlaufen. Dennoch übt er deutliche Kritik am Verhalten einzelner Feiernder.

In einer Einschätzung äußerte sich Gaudier zum Umgang mit Feuerwerk, zur Forderung nach einem generellen Böllerverbot sowie zu konkreten Vorfällen im Stadtgebiet.

Bereits im Vorfeld von Silvester hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Stadtbürgermeister mehrfach aufgefordert, ein absolutes Böllerverbot für Kandel zu erlassen. Gaudier verweist dazu auf bestehende Regelungen. Man habe sich „in Absprache mit unserer Verwaltung und dem Ordnungsamt“ an eine Vorlage des Gemeinde- und Städtebundes sowie an die geltende Gefahrenabwehrverordnung gehalten.

Grundsätzlich zeigt sich Gaudier persönlich inzwischen kritisch gegenüber privatem Feuerwerk: „Ich bin mittlerweile ebenfalls kein Befürworter mehr von der Knallerei.“ Zugleich betont er den Stellenwert von Traditionen: „Allerdings schätze ich auch die gelebte Tradition zum Jahresbeginn zu feiern und die liebgewonnenen Bräuche zu erhalten.“

Entscheidend sei ein verantwortungsvoller Umgang. Ein Verbot sei für ihn „immer die letzte und bürgerunfreundlichste Alternative“. Zudem stelle sich die Frage der Durchsetzbarkeit: „Eine Verordnung, die sich nicht umsetzen lässt, würde von Schwäche zeugen, etwas, was ich nicht mittrage.“

Einen wichtigen Unterschied zu anderen Städten sieht Gaudier im Umgang mit Einsatzkräften. In Kandel habe es bislang „keine nennenswerte Übergriffe, Angriffe oder Hinterhalte auf unsere Hilfs- und Ordnungskräfte“ gegeben.

Anhand von drei Beispielen schildert der Stadtbürgermeister, wie unterschiedlich die Silvesternacht verlief. Positiv hebt er eine Gruppe junger Menschen in der Saarstraße hervor, die am Neujahrstag die Reste der Feier selbst entsorgte. „Diese sammelten die Reste der Feier ein, füllten mehrere graue Müllsäcke. Bravo und danke an diese Mitbürger für dieses positive Beispiel. Es geht doch!!“

Deutlich kritischer fällt seine Bewertung der Situation in der Josef-David-Straße aus. Dort seien große Mengen Feuerwerksreste, Kartons und Verpackungen auf der Fahrbahn zurückgelassen worden, was insbesondere für Radfahrer eine Gefahr dargestellt habe.

Besonders pikant: Zurückgelassene Kartons und ein Lieferschein (mehrere Kilo Transportgewicht) hätten auf einen Kandeler Bürger hingewiesen. Gaudier dazu: „Wenn die Rechnung der Stadt Kandel für die Beseitigung kommt, knallt es hoffentlich zum zweiten Mal!“

Als „absolutes Negativbeispiel“ bezeichnet der Stadtbürgermeister den Bereich Marktplatz und Kirchgässel. Dort hätten Glasscherben auf Geh- und Radwegen sowie Reste von Großfeuerwerk auf dem Parkplatz vor der Stadthalle gelegen, auch in unmittelbarer Nähe zur Kirche und zu den Holzhütten des Christkindelmarkts. Sicherheitsabstände seien nicht eingehalten worden.

Foto: über Michael Gaudier

Gaudier spricht von „Unvernunft im höchsten Maß“ und weist darauf hin, dass der Betreiber des Kinderkarussells am Neujahrstag nur nach aufwendiger Reinigung habe aufbauen können.

Die Beseitigung der Verschmutzungen sei überwiegend in Handarbeit durch den städtischen Bauhof erfolgt, „auf Kosten von uns allen“, wie Gaudier betont. Angesichts solcher Vorfälle könne man „geneigt sein ein Böllerverbot zu erlassen“. Gleichzeitig stellt er klar: „Müssen viele Kandeler darunter leiden weil einige wenige Unvernünftige es übertreiben? So geht es nicht!“

Trotz der Kritik schließt der Stadtbürgermeister seine Einschätzung mit einem optimistischen Ausblick: Es sei eine „etwas andere Neujahrsansprache“, man blicke aber positiv auf das Jahr 2026.

Foto: über Michael Gaudier

 

Gefährlich: Eine Feuerwerksbatterie direkt am Holzhäuschen.
Foto: über Michael Gaudier

 

Foto: über Michael Gaudier

 

Foto: über Michael Gaudier

 

Foto: über Michael Gaudier

 

 

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