
Den Spatenstich setzten (v.li.) Manuel Gonzales (DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz), Bürgermeister Volker Poß, Theresia Riedmaier (Ehrenvorsitzende DRK Südpfalz), Germersheimer Landrat Dr. Fritz Brechtel, Bernd Fischer (Geschäftsführer DRK Rettungsdienst), Dietmar Seefeldt (SÜW- Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender DRK Südpfalz) und Martin Brandl (CDU-Landtagsabgeordneter Kreis Germersheim). Rechts Bauunternehmer Thomas Speeter.
Fotos: Pfalz-Express/Licht
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Kandel – Dass es ein guter Tag für den DRK Rettungsdienst Südpfalz ist, darüber waren sich am Montagmorgen alle einig: Neben dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr wurde der Spatenstich für die neue Rettungswache gesetzt.
Nach langen Vorbereitungen und Planungen ist nun auch die Finanzierung des Projekts sichergestellt. Mit 1,8 Millionen Euro, von denen der Kreis 1,4 Millionen Euro übernimmt, sei das trotz der angespannten Finanzlage des Kreises gut angelegtes Geld, sagte Landrat Dr. Fritz Brechtel im Versammlungsraum der Feuerwehr vor dem Spatenstich.
Die Mittel seien durch den Kreistagsbeschluss gesichert und der Bau der neuen Rettungswache ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Versorgung und Sicherheit nicht nur im Kreis Germersheim, sondern in der gesamten Südpfalz, so Brechtel. Die alte Rettungswache in der Robert-Koch-Straße entspreche nicht mehr den modernen Anforderungen.
Die alte Rettungswache wurde im Jahr 1982 gebaut und kostete damals 800 000 DM. 2004 und 2012 wurden zwar Erneuerungen vorgenommen, die aber reichen nicht mehr aus. Die Bauzeit der neuen Wache soll etwa zwölf Monate betragen.
„Bald vorbei mit Enge und Beschränkungen“
Viel Geduld hätten die Mitarbeiter aufbringen müssten, sagte Dietmar Seefeld, Landrat der Südlichen Weinstraße und DRK-Aufsichtsratvorsitzender. Nun aber sei es mit den beengten Verhältnissen in der Robert Koch-Straße bald vorbei.
Die direkte Nachbarschaft der neuen Rettungswache zur Feuerwehr sei bestens gewählt und ermögliche viele Synergien. Außerdem sei sie ebenerdig gebaut, um die Ausrückzeit von einer Minute einhalten zu können. Künftig würden den Mitarbeitern gute Arbeitsbedingungen zur Verfügung stehen.
„Schnelle Anbindung“
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kandel, Volker Poß, lobte ebenfalls und auch im Namen von Stadtbürgermeister Günther Tielebörger (verhindert) den optimalen Standort neben der Feuerwehr und die schnelle Anbindung an die Autobahn. So könnten medizinische Notfälle in kürzester Zeit in umliegende Kliniken nach Karlsruhe oder Landau transportiert werden.
Zusammen mit der Feuerwehr entstehe nun ein funktionales Rettungszentrum. Über die Bauverzögerungen beim Werkstatt-und Servicezentrum der Feuerwehr sei man natürlich nicht erfreut. „Spitze Zungen behaupten, die Rettungswache wird womöglich noch vorher fertig.“
„Leitstelle in Landau darf nicht schließen“
645 Quadratmeter Fläche stehen etwa 30 Beschäftigten samt Einsatzwägen zur Verfügung, erläuterte Manuel Gonzales vom DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz. Kandel wickle etwa 10 Prozent der rund 80.000 Einsätze in der Südpfalz ab.
Gonzales positionierte sich eindeutig gegen die Schließung der Rettungsleitstelle in Landau, die derzeit vom Land diskutiert wird. Die Leitstelle dürfe nicht verloren gehen. Sie habe ihre Kompetenz über Jahre entwickelt, decke grenzüberschreitende Einsätze ab und sei „hochprofessionell“ besetzt. Das Infragestellen der Wirtschaftlichkeit nannte Gonzales eine „Schimäre“.
Der ausführende Bauunternehmer Thomas Speeter erläuterte kurz die Pläne. So bekommt die neue Rettungswache beispielsweise eine Industriefußbodenheizung, damit sich keine Feuchtigkeit ansammelt. Versorgt wird die Heizung vom Blockheizkraftwerk der Pfalzwerke nebenan. (cli)

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