Kandel – Die Bienwaldstadt Kandel hat im kulturellen Bereich, aber auch in baulicher Hinsicht Vieles zu bieten.
Das wurde auch am „Tag des offenen Denkmals“ am 10. September deutlich. Auf Initiative des Leiters des Arbeitskreises „Geschichte“ der Volkshochschule Kandel, Dr. Werner Esser, nahm die Stadt Kandel an der bundesweiten Veranstaltung teil.
Vorgestellt wurde das Wahrzeichen Kandels, die St. Georgskirche mit ihrem imposanten Turm, und mehrere Fachwerkhäuser der Stadt. Zu Beginn des Rundgangs gab Esser einen Einblick in die Bau-Geschichte von Kirche und Turm, der im Jahre 2019 sein 500-jähriges Jubiläum feiert.
Unmittelbar bei der Kirche steht eines der ältesten Fachwerkhäuser Kandels, das in früheren Jahrhunderten als Pfarrhaus diente und in dem zuletzt der Kindergarten der protestantischen Kirchengemeinde untergebracht war.
Pfarrer Dr. Arne Dembek ging in seinen Erläuterungen insbesondere auf die baulichen Probleme ein, die die Unterhaltung eines öffentlichen Gebäudes mit sich bringt.
Helmut Poss informierte die Teilnehmer anhand einer graphischen Darstellung zur zeitlichen Abfolge der Erbauung der Kandeler Fachwerkhäuser. Dieser „Zeitstrahl“ wurde im Rahmen der Erfassung aller Fachwerkhäuser der Stadt erstellt. Dabei wurden die Baudaten aller Fachwerkhäuser, deren Erbauer, die Bewohner und ihre Eigentümer, ermittelt und in einem „Häuserbuch“ gesammelt.
Das Haus am Plätzel stellte Monika Walter-Becht vor. Isolde Fliehmann referierte über ihr Elternhaus, das den Kandelern als „Pirzerhaus“ bekannt ist. Sie lud dabei alle Teilnehmer ein, sich an den bereitgestellten Getränken und dem „Geburtstagskuchen“ zu bedienen, da ihr Haus vor genau 300 Jahren im Jahre 1717 erbaut wurde.
Das Fachwerkhaus bei der St. Georgskirche, das heute durch die Volkshochschule genutzt wird, wurde von Werner Esser und ein weiteres Schmuckstück – das stattliche Gebäude der früheren Gärtnerei Holländer – von Heidi Weibel den Interessierten nähergebracht. Ute Käppel steuerte die historischen Daten bei.
Der Rundgang führte weiter auf der Hauptstraße zum sogenannten „Heberling- Haus“ und dem Haus von Familie Rödel, über das Martin Rödel informierte.
An einem der ältesten Fachwerkhäuser in der Hauptstraße erzählte Eigentümerin Liesel Dewein in origineller Weise über das Haus, dessen baulichen Maßnahmen zur Erhaltung und viele Begebenheiten aus den letzten Jahrzehnten. Historische Daten wurden von Helga Trauth vom Arbeitskreis Geschichte ergänzt.
Für die Initiatoren und die Mitglieder des Arbeitkreises Geschichte der Volkshochschule Kandel war es eine gelungene Veranstaltung, was insbesondere durch das große Interesse der rund 70 Teilnehmer bekundet wurde.
„Dies dürfte auch für die Stadt Kandel ein Zeichen dafür sein, dass die Aufarbeitung der baulichen Geschichte der Schmuckstücke der Stadt breite Resonanz findet und entsprechend forciert und unterstützt werden sollte“, so die Verantwortlichen. „Unter diesem Aspekt wäre es schön gewesen, wenn auch Vertreter der Stadt durch Präsens Interesse bekundet hätten; aber vielleicht beim nächsten Mal.“ (Eckhard Zechiel/red)

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