
Das Haus zum Maulbeerbaum in der oberen Marktstraße gilt als Landaus ältester Profanbau. Das Bild zeigt die Freilegung historischer Wandmalereien, die im ersten Obergeschoss gefunden wurden.
Foto: ld
Landau. „Entdecken, was uns verbindet“: Unter diesem Motto steht der Tag des offenen Denkmals, der am Sonntag, 9. September, europaweit stattfindet.
Der Aktionstag, der in Deutschland von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz koordiniert wird, setzt auf „Geschichte zum Anfassen“ und ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern einen Blick hinter die Kulissen historischer Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind.
In Landau öffnen am Tag des offenen Denkmals das Haus zum Maulberbaum in der Marktstraße 92 und der Finklerhof in der Godramsteiner Hauptstraße 126 ihre Türen.
Das Haus zum Maulbeerbaum gilt als ältester Profanbau der Stadt Landau und wurde 1289 erstmals urkundlich erwähnt.
In seiner bewegten Geschichte diente das Haus unter anderem als Herberge, Kolonialwaren-Großhandlung und Café. 1522 tagte hier die rheinisch-schwäbischen Ritterschaft um Franz von Sickingen und gründete den „Landauer Bund“.
Nicht weniger spannend gestaltete sich die jüngere Geschichte des historischen Gebäudes: Der drohende Abriss konnte dank gemeinsamer Anstrengungen von Stadt, Verein und eigens gegründeter Genossenschaft „Haus zum Maulbeerbaum“ verhindert werden.
Beim Tag des offenen Denkmals öffnet das Haus von 11 bis 16 Uhr für Besucher. Führungen erfolgen halbstündlich durch Vereinsmitglieder. Zudem werden Kaffee und Kuchen angeboten, Bilder und Malereien ausgestellt und um 15 Uhr vier Kanonenkugeln aus dem Spanischen Erbfolgekrieg zugunsten des Hauses zum Maulbeerbaum meistbietend versteigert.
Der Finklerhof in Godramstein ist eine im 18. und 19. Jahrhundert gewachsene Baugruppe, die einen zentralen Hof umstellt. Der Name geht auf die Händlerfamilie Finkler zurück, die das Gehöft 1868 als Gutsbetrieb erwarb.
Aktuell laufen Planungen, den Gebäudekomplex für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt 55 plus zu nutzen. Unterstützung erfährt das Projekt durch einen Ideenwettbewerb im Zuge des Landeswettbewerbs „Mehr MITTE bitte“.
Am Tag des offenen Denkmals ist der Finklerhof von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen finden um 13:30 Uhr, 15:30 Uhr und 16:30 Uhr statt. Zum Rahmenprogramm gehören eine kleine Dokumentation zur Geschichte des Finklerhofs, um 15 Uhr eine musikalische Begrüßung, ein Imbiss sowie Kaffee und Kuchen.
Oberbürgermeister Thomas Hirsch und Bürgermeister und Baudezernent Dr. Maximilian Ingenthron rufen die Landauer dazu auf, die Angebote des Tags des offenen Denkmals zu nutzen.
„Das Haus zum Maulbeerbaum und der Finklerhof sind zwei geschichtliche Kleinode, die den Betrachtern einen einzigartigen Blick in die Vergangenheit ermöglichen. Gleichzeitig zeugen beide Bauten davon, wie historische Bausubstanz einer neuen Nutzung zugeführt werden kann – und sie stehen für den gemeinschaftlichen Erfolg.
Denn ohne das Zusammenspiel von Vereinen, Initiativen, Eigentümern, Gemeinden, der Denkmalpflege und Fachleuten wie Architekten, Restauratoren und qualifizierten Handwerkern könnten Denkmale sicher nicht dauerhaft erhalten werden“, so OB und Baudezernent.
Alle Informationen zum Aktionstag in Deutschland finden sich unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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