Berlin – Die Bundesregierung besitzt offenbar keinen Überblick darüber, ob Stellen im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) regulären Jobs auf dem Arbeitsmarkt Konkurrenz machen.
Das geht aus der Antwort des zuständigen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion im Bundestag hervor.
Demnach sind lediglich 20 Prüfer bundesweit mit der Kontrolle von derzeit 249.453 Bufdi-Plätzen in 72.695 Einsatzstellen (Organisationen, Institute, Vereine) befasst. Rechnerisch hat damit ein Prüfer mit 12.473 Bufdi-Plätzen und 3.635 Einsatzstellen zu tun.
Dabei werden neben der Einhaltung der Arbeitsmarktneutralität auch die Abführung von Sozialabgaben, Einhaltung der Urlaubstage, die Auszahlung der Taschengeldbezüge oder die Gemeinwohlorientiertheit überprüft. Laut Ministerium hätte von Juli 2013 bis Ende März diesen Jahres 3.524 derartige Routineprüfungen bundesweit gegeben.
Ob es Widerrufe einer Bufdi-Einsatzstelle wegen Verstoßes gegen die Arbeitsmarktneutralität gegeben habe, wisse man im Ministerium nicht, heißt es in der Antwort: „Über die Anzahl der Widerrufe werden keine statistischen Erhebungen geführt.“
Die Linken-Politikerin Katrin Werner warnte: „Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Programm zur Bildung und Orientierung und darf kein grauer Arbeitsmarkt sein. Das muss entsprechend kontrolliert werden. Wenn die Bundesregierung das nicht schafft, brauchen wir eine unabhängige Ombudsstelle.“
Mit Blick auf die aktuelle Debatte zur Einführung einer Dienstpflicht sagte die Oppositionspolitikern: „Offenbar ist die Regierung bereits mit der Kontrolle des Bundesfreiwilligendienstes überfordert.“
Den Bundesfreiwilligendienst gibt es seit dem 1. Juli 2011 als Ersatz für den Zivildienst. Bufdis sollen unterstützende und zusätzliche Tätigkeiten verrichten müssen und keine hauptamtlichen Kräfte ersetzen dürfen. Ende Juli leisteten 21.566 Frauen und 17.523 Männer Bundesf! reiwilli gendienst. Knapp 70 Prozent sind jünger als 27 Jahre. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken




Landau. Lust, etwas Neues auszuprobieren und sich für das Gemeinwohl zu engagieren? Bei der Stadtverwaltung Landau sind ab dem 1. September 2020 ...
VG Kandel – Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hat der Verbandsgemeinde Kandel eine Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug genehmigt. In ...
Berlin – Die Bundesregierung hat ihr Ziel verfehlt, den Antibiotika-Einsatz in Tierställen deutlich zu reduzieren. Das geht aus einem internen Bericht des ...
Berlin – Trotz Förderprogrammen der Bundesregierung ist der Männer-Anteil in Kindergärten und Kitas weiter sehr gering. Das meldet „Bild“ unter Berufung auf ...
Berlin – Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen Land Europas. Nach Daten ...
Berlin – Die deutschen Rüstungskonzerne setzen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) unter Druck, seine Exportpolitik zu lockern. Wenn sie nicht weiterhin Waffen in ...
Berlin – Rund 5.500 Algerier, Marokkaner und Tunesier in Deutschland waren laut einem internen Papier der Länder-Innenbehörden Ende Juli „ausreisepflichtig“ – aber ...
Berlin – Trotz mehrmaliger Angebote an die griechische Regierung hat die Bundesregierung bislang kaum Personal zur Bewältigung der Schuldenkrise nach Griechenland geschickt. ...
Berlin – Die oft postulierte Lohnlücke zwischen Frauen und Männern existiert laut eines Experten faktisch kaum. „Real existiert keine nennenswert große Lücke ...
Berlin- Der Personalausweis mit Online-Funktion wird bisher kaum genutzt. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, ...
Berlin – Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses, Clemens Binninger (CDU), ist wenige Tage nach der konstituierenden Sitzung vom Vorsitz des Gremiums zurückgetreten. Er ...












