
Quelle: Pfalz-Express/Ahme
Berlin – Der börsennotierte Onlinehändler Home24 rechnet mit einer Konsolidierung im deutschen Möbelhandel. „Wir werden in den kommenden Jahren ein ausgeprägtes Möbelhaussterben sehen“, sagte Vorstand Marc Appelhoff der „Welt am Sonntag“. Die Branche dünne aus, allen voran in Deutschland.
Für Appelhoff hat das klassische Geschäftsmodell mit dem großen 30.000-Quadratmeter-Palast auf der grünen Wiese ausgedient. „In den großen Städten haben viele Verbraucher ja nicht mal mehr ein Auto“, sagte der Manager der „Welt am Sonntag“. IKEA habe diesen Trend erkannt und gehe jetzt in die Innenstädte, wo auch der Onlineanbieter Home24 einige Showrooms und Outlets betreibt. „Viele Möbelhändler können das aber gar nicht, weil sie beispielsweise in teure Immobilien investiert haben, die noch nicht abgeschrieben sind.“
Bereits jetzt würden viele der bekannten Unternehmen nur noch von der Substanz leben. „Auf Dauer wird das aber nicht funktionieren.“ Erst recht, wenn die Konj unktur nicht mitspielt. 2018 war Appelhoff zufolge kein gutes Jahr für die Branche, allen voran wegen des langen und heißen Sommers. „Da sind die Leute an den Baggersee und in den Biergarten gegangen, nicht aber ins Möbelhaus.
Selbst wir als Onlinehändler haben die Zurückhaltung gespürt, obwohl man ja theoretisch von überall mit dem Handy bestellen kann.“ Zwar ist Home24 im vergangenen Jahr um 18 Prozent gewachsen, vorgenommen hatte sich das Unternehmen aus Berlin aber ein Plus von mindestens 30 Prozent. Rund sechs Prozent der Möbel-Umsätze in Deutschland werden derzeit online eingenommen, so besagen es die Zahlen der Marktforscher von Euromonitor. Für die kommenden Jahre rechnen Experten indes mit deutlichen Verschiebungen.
Auch Appelhoff sieht noch großes Potenzial. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Online-Anteil zweistellig ist und damit anderen Kategorien folgt wie zum Beispiel Mode, Schuhe, Elektronik oder Bücher“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Mittelfristig rechne er sogar mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent. Darauf lasse nicht zuletzt die Entwicklung in Großbritannien oder den USA schließen, wo schon jetzt mehr als 15 Prozent der Möbelumsätze im Internet gemacht werden. Im Zuge dieses Wachstums soll sich Home24 dann zu einem Milliardenkonzern entwickeln.
Aktuell kommt das 2009 gegründete Unternehmen, dessen größter Aktionär die Berliner Digitalfirma Rocket Internet ist, auf Erlöse von rund 312 Millionen Euro. Appelhoff zufolge ist Home24 aber vorbereitet auf mehr: „2018 haben wir SAP eingeführt, um die Prozesse und Systeme skalierbar zu gestalten.“(dts Nachrichtenagentur)

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