
Heiner Moser (2.v.r.) überbrachte im Februar eine 5000 Euro-Spende. Symbolisch hat die Stiftung damit das Portal des Hauses erworben. Darüber freuen sich: Dr. Ingenthron (r.), Gunhild Wolf (3.v.r.), Dr. Zumpe und Sonja Behrens.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Landau. 2019 konnten die Sanierungsarbeiten des Hauses zum Maulbeerbaum noch nicht beginnen, berichtet die Genossenschaft Haus zum Maulbeerbaum in ihrem Mitgliederbrief.
„Die letzten zwölf Monate vergingen ausschließlich mit Planungsarbeiten, dem Erstellen von Leistungsverzeichnissen und sonstigen Unterlagen für die Ausschreibung der vier Gewerke Gerüstarbeiten, Mauerwerksrestaurierung und Steinmetzarbeiten, Zimmer- und Holzarbeiten sowie Dachdeckungsarbeiten“, berichtet der Vorstand mit Sonja Behrens, Gunhild Wolf und Dr. Michael Zumpe.
Aufgrund der bewilligten öffentlichen Zuschüsse sei man verpflichtet gewesen, die für öffentliche Bauten geltenden Vergabevorschriften einzuhalten und alle Ausschreibungen über die Vergabestelle der Stadt Landau laufen zu lassen.
In diesem Monat konnte auch das letzte Gewerk vergeben werden, sodass die beteiligten Unternehmen und der Architekt am 9. Dezember zu einer „Kick off“-Besprechung zusammenkommen konnten. Die Bauarbeiten beginnen danach definitiv Mitte Januar 2020.
Bereits seit dieser Woche werden die wertvollen Malereien durch eine Restauratorin gesichert, bevor sie der Zimmermann mit Holzplatten gegen Beschädigungen während der Bauarbeiten schützt. Über das finanzielle Ergebnis der Ausschreibungen will man ausführlich in der nächsten Generalversammlung berichten.

Das Haus zum Maulbeerbaum in Landau (Rückseite): Das kulturhistorisch wertvolle Kleinod konnte vor dem Abriss gerettet werden.
Foto: Pfalz-Express
Rückschau:
Im Januar dieses Jahres wurde im Erdgeschoss des Vordergebäudes (Marktstraße 94) ein Informationsbüro eingerichtet und dieses am 16. Februar 2019 in einer kleinen Feier der Öffentlichkeit vorgestellt.
Dabei überreichte Heinrich Moser von der Karl-Fix-Stiftung einen Scheck über 5000 Euro für das Portal des Hauses zum Maulbeerbaum.
Das Info-Büro und die unteren Räume des Hauses zum Maulbeerbaum waren auch am Tag des offenen Denkmals am 8. September geöffnet. Die Versteigerung von Kanonenkugeln aus
dem Spanischen Erbfolgekrieg und eine Lesung des Pfälzer Mundartdichters und Autors Wilfried Berger zogen viele Besucher an.
Der Hauptzweck des Info-Büros ist neben der Information über das Haus zum Maulbeerbaum der „Verkauf“ von Bausteinen und Fenstern. Die Aktion war ein voller Erfolg. Es wurden 246 von 485 Bausteinen und 9 von 26 Fenstern „verkauft“. Möglich war dies, weil es ausreichend Helfer für den Dienst während der Öffnungszeiten (dienstags 15-17 Uhr, samstags 11-13 Uhr) gab.
Auch außerhalb dieser Aktion habe man zahlreiche Spenden erhalten, vor allem durch den persönlichen Einsatz des Aufsichtsratsmitglieds Dr. Christof Wolff. Im Info-Büro wird auch der vom Weingut Münzberg gesponserte „Maulbeerbaum-Wein“ sowie das Kinderbuch von Gunhild Wolff „Wisper -Das kleine Gespenst im Haus zum Maulbeerbaum“, dessen Erlös ebenfalls dem Projekt zugutekommt, verkauft.
Der größte Unterstützer des Projekts waren auch in diesem Jahr die „Freunde des Hauses zum Maulbeerbaum e.V.“, die mit großem Aufwand die Tombola auf dem Landauer
Nikolausmarkt 2018 durchführten.
Der Verein hat der Genossenschaft aus diesen Erlösen 11.000 Euro überwiesen. Die Tombola findet auch in diesem Jahr statt; bis zum 22. Dezember können Lose auf dem Thomas Nast Nikolausmarkt gekauft werden.
Über die Finanzen der Genossenschaft wird regelmäßig ausführlich in der Generalversammlung, die in diesem Jahr am 16. Juni stattfand, berichtet. Der Aufsichtsrat hat in vier Sit-
zungen die Arbeit des Vorstandes und die Entwicklung des Projektes begleitet. Erstmals wurde in diesem Jahr die Genossenschaft auch vom Genossenschaftsverband geprüft; die Prüfung
habe keine Beanstandungen ergeben, berichtet der Genossenschaftsvorstand.
Offenheit und Transparenz seien ein wichtiges Anliegen, so Wolf, Behrens und Zumpe. Dazu diene auch der Stammtisch, der in jedem Monat abgehalten wird.
„Viele unserer Aktivitäten sind nur möglich, weil wir uns auf einen großen Kreis von Helfern verlassen können – beim Dienst im Info-Büro, bei der Organisation der Veranstaltungen, bei Losverkauf und der Gewinnausgabe bei der Tombola. Ihnen allen sind wir zu großem Dank verpflichtet.“
Das Neue Jahr will die Genossenschaft wie in den letzten Jahren mit einem Infostand beim Neujahrsempfang der Stadt Landau am 13. Januar 2020 beginnen. Danach sollen die Bauarbeiten starten.
Zum Beginn dieses neuen Abschnitts will die Genossenschaft ihre Mitglieder, Unterstützer, die Nachbarn und den Oberbürgermeister zu einer kleinen Feier am Samstag, 8. Februar 2020 um 11 Uhr ins Haus zum Maulbeerbaum einladen.
Damit auch das Jahr 2020 erfolgreich wird, werden weitere Unterstützer und mehr Eigenkapital gebraucht. Man will dies durch neue Mitglieder, durch Erhöhung von Geschäftsanteilen und durch weitere Spenden erreichen. (red)

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