Freitag, 03. Dezember 2021

Hagenbach: Hungermarsch für Indienhilfe ausgefallen – Spenden nötiger denn je

9. Mai 2020 | Kategorie: Kreis Germersheim

Mütter warten auf Lebensmittelrationen.

Hagenbach – Der Hungermarsch für die Indienhilfe von Pater Franklin im März ist ausgefallen. Täglich erhält die Pfarrei Hl. Christophorus in Hagenbach neue erschreckende Nachrichten aus Indien. Die Einnahmen aus dem Hungermarsch in diesem Jahr fehlen, auf die die Projekte in Indien dringend angewiesen wären.

Besonders dramatisch stellt sich die Situation in den Projekten von Pater Franklin in Indien dar. Wegen der landesweiten Schulschließungen musste Franklin alle Kinder, die noch Eltern oder Verwandte in teils weit entfernten Dörfern haben, dorthin zurückschicken – oft genug ins Elend. „Hunger greift um sich, und viele Menschen haben dem Corona-Virus nichts entgegenzusetzen“, schreibt er.

Viele der heimgeschickten Kinder wird er nach der Pandemie nicht wiedersehen, fürchtet er. Die Weizenernte kann nicht eingebracht werden, weil die strikte Ausgangssperre auch die Tagelöhner trifft, die so ihren Lohn verlieren und keine Lebensmittel kaufen können. Ohnehin sind die Lebensmittelpreise gestiegen, ein Teufelskreis.

Manche der Waisenkinder versteckt Franklin, um sie vor dem rigorosen Zugriff der Polizei zu schützen. Bei Dunkelheit schleichen sich Dorfbewohner auf die Felder, um sich die lebensnotwendigen Nahrungsmittel zu beschaffen. Einige Frauen waren 60 Kilometer nach Bhopal unterwegs, um von den Pilar Fathers ein wenig Mehl und Reis zu erbitten. Vor Franklins Haustür klopfen viele an. Er verteilt an Mütter Essenvorräte. Aber die Zahl der Hungrigen steigt und die Helfer kommen an ihre Grenzen. „Das macht uns traurig und krank“, schreibt Franklin. Zumal die staatlichen Vertreter mit der Unterschicht nicht gerade zimperlich umgehen.

Im Dorf der von Franklin freigekauften Leibeigen warten Mütter mit ihren Kindern auf eine Lebensmittelration.

Rechts im Bild Pater Agnel, der neue Leiter der Indienhilfe in Bhopal, der den 80-jährigen Pater Franklin bei seinen vielen Aufgaben entlastet.

In Kalkutta verteilt Pater Attley täglich 600 Essen an Obdachlose. Er musste für dieses „One meal a day“ extra eine Erlaubnis des Staates einholen, um die Ausgangssperre für sich und sein Team aufheben zu lassen. „Wegen der Ausgangssperre ist auch in den Mülleimern und im Müll nicht mehr viel Essbares zu finden“, berichtet er. Es seien vor allem Wanderarbeiter, die fernab ihrer Dörfer in der Großstadt gestrandet sind. Sie bekommen Reis mit einer gewürzten Linsensoße, Kartoffeln und Gemüse. Einmal am Tag – sie haben „Glück“.

„One meal a day“-Hungernde warten in langen Schlangen. Pater Attley und seine Mitbrüder verteilen viermal am Tag in Kalkutta eine warme Mahlzeit.

„Damit Franklin auch künftig seinen selbstlosen Einsatz für die Kinder erfolgreich fortsetzen kann, sind wir auf Ihr Mitgefühl und Ihre Großzügigkeit angewiesen“, so der der ehemalige Stadtbürgermeister von Hagenbach, Franz Xaver Scherrer, der sich seit vielen Jahren diesbezüglich engagiert. „Wir benötigen jede Spende, damit wir die Kinder in naher Zukunft wieder ernähren und beschulen können.“

Für weitere Auskünfte und Informationen steht Scherrer gerne zur Verfügung unter der Telefonnummer 07273 – 3232. Ebenso kann man die Autobiographie von Pater Franklin Rodrigues „Eine Vision – Eine Mission – Ein Leben“ handsigniert zum Preis von 25 Euro erwerben.

Spendenkonten: Indienhilfe Pater Franklin

  • VR Bank Südliche Weinstraße Wasgau eG

IBAN: DE37 5489 1300 0000 7370 03

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