Dienstag 12.Mai 2026

Goethe-Gymnasium Germersheim verabschiedet Schulleiterin Ariane Ball – Verlässlichkeit, Vertrauen, Visionen

8. Juli 2025 | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Regional

Ariane Ball, der Erste Kreisbeigeordnete Christoph Buttweiler und Landrat Martin Brandl.
Foto über GGG

Germersheim – Mit einem großen Festakt hat das Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium Germersheim seine langjährige Schulleiterin Ariane Ball in den Ruhestand verabschiedet.

Rund 150 Minuten Programm in der Aula würdigten Balls Wirken – begleitet von bewegenden Worten, viel Musik, Sport und herzlichen Gesten.

Martin Stein, bisher Stellvertreter von Ariane Ball und künftig Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, eröffnete gemeinsam mit Eva Ehrgott, der Orientierungsstufenleiterin, die Feierstunde. In drei Sprachen – Englisch, Französisch und Deutsch – erinnerten sie an Balls großes Engagement: für das Erasmus+-Programm, für zahllose Fahrten, das Bilingual- und BeGys-Konzept, die Förderung von „Deutsch als Zweitsprache“ gerade auch für ukrainische Kinder, und an ihr souveränes Krisenmanagement in der Corona-Zeit.

Stein hob dabei besonders die Zusammenarbeit mit Ball hervor, die stets von Vertrauen, intensivem Austausch und absoluter Verlässlichkeit geprägt gewesen sei: „Wir konnten uns immer hundertprozentig aufeinander verlassen.“ Das habe auch in herausfordernden Situationen getragen.

Philipp Gerlach, leitender Regierungsschuldirektor der ADD Neustadt, lobte Balls Lebensleistung – nicht nur beruflich, sondern auch privat als Mutter von vier Kindern.

Nach dem Studium in Mainz und Stationen in Ludwigshafen und Frankenthal kam sie 2007 als Studiendirektorin ans Alfred-Grosser-Schulzentrum nach Bad Bergzabern, wurde dort 2010 stellvertretende Schulleiterin und wechselte 2013 ans Goethe-Gymnasium. Im Namen von Bildungsminister Sven Teuber und ADD-Präsident Thomas Linnertz überreichte Gerlach eine Dankurkunde, unterzeichnet von Ministerpräsident Alexander Schweitzer.

Landrat Martin Brandl hob hervor, wie Ball das kulturelle und musische Profil des „Goethe“ geschärft und den hervorragenden Ruf der Schule im Kreis Germersheim bewahrt habe.

Bundestagsabgeordneter Thomas Gebhart (CDU) erinnerte an Balls Liebe zu Hüten – und daran, wie viel sie in zwölf Jahren als Schulleiterin „unter einen Hut bringen musste“. Davor ziehe er seinen Hut. Er lobte das Goethe-Gymnasium als Flaggschiff der Region und betonte, wie wichtig der europäische Gedanke und die Verbindung zu Frankreich seien, die am GGG gelebt werde.

Für den Personalrat beschrieben Anne Bergfeld und Kim Hartmann, dass Ball „den Ball 2013 ins Rollen brachte und immer am Ball blieb, die Balance hielt, manche Bälle abwehrte und viele gleichzeitig jonglierte“. Zwei Drittel des Kollegiums seien unter ihrer Leitung neu besetzt worden. Trotzdem habe sie stets alles im Blick behalten.

Kilian Kunz, Vorsitzender des Schulelternbeirats, bedankte sich für das vertrauensvolle, offene und ehrliche Miteinander. Für Ball habe immer das Wohl der Schülerinnen und Schüler an erster Stelle gestanden.

Auch der frühere Vorsitzende des Freundeskreises, Christoph Beyerlein-Buchner, bezeichnete Ball als „Glücksfall für das Goethe“, ebenso im Namen der aktuellen Vorsitzenden Kerstin Bienroth.

Finia Wienert, Schülersprecherin, beschrieb mit einem Augenzwinkern die „nicht ganz einfache Generation Z“ und lobte Balls Verständnis: „Einfach wäre langweilig – und Sie haben das erkannt.“ Balls Zeit am Goethe verglich sie mit einer Schiffsreise, bei der Ball immer Rückgrat gezeigt habe.

Für besonders emotionale Momente sorgte der Zehntklässler Thomas Fahim, der erzählte, wie Ball ihn nach seiner Ankunft aus einem Flüchtlingsheim bestärkt habe, die Schule nicht aufzugeben. Als ein Abschiebebescheid drohte, initiierte Ball eine Unterschriftenaktion und Gespräche mit Politikern. Nach der positiven Entscheidung der Härtefallkommission könne er nur sagen: „Danke für die Unterstützung und die Hoffnung!“

Balls Ehemann Roy Jenkins zeigte sich froh, dass er „sich als Einziger nicht verabschieden müsse“, würdigte aber zugleich Balls unermüdlichen Einsatz: „Das Arbeitszeitgesetz galt für sie nicht. Urlaub ohne Laptop gab es nicht.“ Unterstützt wurde Ball all die Jahre auch von ihrer Familie, die Verständnis für die oft sehr fordernde Arbeit aufbrachten.

Auch Balls engste Mitarbeiterin, Sekretärin Ulrike Pirron-Settelmeier, wurde mehrfach für ihre Unterstützung und das loyale Rückgrat gelobt.

Das Programm:

  • Die Fachschaft Französisch (mit Eva Ehrgott und Nina Taillandier) gestaltete Beiträge, die Sechstklässler 6c und 6d fragten auf Französisch, was Ball in ihren „Koffer für die Zukunft“ packen solle.

  • Schülerinnen der MSS12 lasen aus fiktiven Tagebüchern von Ariane Ball.

  • Die Fachschaft Sport verabschiedete sie mit Rope Skipping, einem AirTrack-Programm und einem Tanz von Erik Rettich und Julia Scheibel.

  • Musikalisch glänzten das Percussion-Ensemble unter Stephan Uthardt, das Orchester unter Matthias Wolf und der Lehrerchor mit einer umgedichteten Version von „Gute Nacht, Freunde“.

  • Die ehemaligen Schüler Max Hampl und Jarno Rutschke kamen extra aus Dresden und Leipzig zurück und spielten am Klavier und Saxofon.

  • Auf Wunsch von Ariane Ball selbst setzte Emilia Roth mit der Ballade „The Rose“ von Bette Midler einen stillen, sehr persönlichen Schlusspunkt.

In ihrer Rede griff Ariane Ball ein Zitat Goethes auf, das sie oft benutzt hatte: „Ich bin ein Kind des Friedens und will Frieden halten für und für mit der ganzen Welt, da ich ihn einmal mit mir selbst geschlossen habe.“ Sie sprach von Offenheit, Verantwortung für die Heranwachsenden, der Freude über gelungene Projekte und der Kraft, die sie aus vielen Gesprächen gezogen habe. „Das Wohl der Schulgemeinschaft stand immer an erster Stelle.“ Für die Zukunft wünschte sie ihrem Nachfolger Martin Stein Verhältnismäßigkeit und Verlässlichkeit.

Zum Abschluss lud Ariane Ball alle Gäste ein, das Buffet zu genießen – bei spürbar gelöster und herzlicher Stimmung.

Foto: über GGG

Zur Startseite

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentare sind geschlossen