Samstag 9.Mai 2026

Gernot Rumpf-Ausstellungen in Neustadt und Lachen-Speyerdorf: Der Ausnahmekünstler wäre 85 Jahre geworden

19. April 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Regional

Barbara Rumpf (Mitte) mit ihren Töchtern, OB Weigel (r.), Kulturstaatsminister a.D.Walter Schumacher (l,) und Dr. Dietrich Mack.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt/Lachen-Speyerdorf. Mit seinen fantasievollen Brunnen, sakralen Gestaltungen und ausdrucksstarken plastischen Arbeiten hat Gernot Rumpf das Gesicht vieler Städte geprägt – weit über die Pfalz hinaus.

Besonders in Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße sind seine Werke bis heute präsent und beliebt. Zum 85. Geburtstag des 2025 verstorbenen Bildhauers würdigt die Stadt Neustadt den großen Künstler mit einer stimmungsvollen Doppelausstellung unter dem Titel „Wachs – Feuer – Bronze“.

Die Schau ist vom 17. April bis 24. Mai 2026 in der Villa Böhm und im Skulpturengarten Rumpf in Lachen-Speyerdorf zu sehen.

Ausstellungseröffnung Villa Böhm

Am 17. April 2026, dem Tag, an dem Gernot Rumpf 85 Jahre alt geworden wäre, wurde die Ausstellung in der Villa Böhm feierlich eröffnet. Staatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck war aus privaten Gründen verhindert. An seiner Stelle sprach der frühere Kulturstaatssekretär Walter Schumacher ein Grußwort.

Weitere Redner waren Oberbürgermeister Marc Weigel und der Journalist Dr. Dietrich Mack. Musikalisch umrahmte der Gitarrist Adax Dörsam den Abend.

Die große Zahl der Gäste – darunter Alt-Oberbürgermeister Dieter Ohnesorge – zeigte, wie beliebt Gernot Rumpf in seiner Heimatstadt war. Mit einem Glas Sekt in der Hand schlenderten die Besucher durch die Räume und ließen die plastischen und grafischen Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen auf sich wirken. „Rumpf hätte sich sicher darüber gefreut“, darin waren sich viele einig.

Walter Schumacher, OB Weigel (r.)… 
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Oberbürgermeister Marc Weigel erinnerte in seiner Rede daran, dass eine Werkschau dieser Größenordnung mit Rumpf-Werken in Neustadt zuletzt 1980 stattgefunden habe. „Sein Tod war ein großer Schock für uns – hier ist ein ganz Großer gegangen“, sagte Weigel. Jeden Tag werde er an Rumpf erinnert, etwa durch den großen Bronzelöwen direkt vor dem Rathaus.

Er würdigte den Künstler als feinsinnigen, volkstümlichen, fantasie- und humorvollen Menschen mit großer Bescheidenheit: „Die Stadt Neustadt ist ihm in großer Dankbarkeit verbunden.“

Walter Schumacher, der Rumpf als Kulturstaatssekretär wiederholt öffentlich gewürdigt und unterstützt hatte, gab einen Überblick über die Vita und die national wie international bekannten Meisterwerke des Künstlers.

Auch Dr. Dietrich Mack, der Rumpfs Schaffen über Jahrzehnte journalistisch begleitet hat, fand berührende Worte: „Du hast deiner Heimat viel Ruhm gebracht.“ In einem Traum habe er Rumpf in einer anderen Welt gesehen – dort arbeite er genauso fleißig und kreativ weiter wie zu Lebzeiten.

…und Dr. Dietrich Mack sprachen Grußworte.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Besonders bewegend war der Auftritt der Familie. Gernot Rumpf war ohne seine Frau Barbara Rumpf künstlerisch nicht denkbar – die beiden bildeten ein echtes Traumpaar. Ihre Töchter Katharina und Eva Rumpf sind ebenfalls in die Fußstapfen der Eltern getreten. Barbara Rumpf dankte bewegt der Stadt Neustadt als Auftraggeberin vieler Plastiken und freute sich besonders über den Wasserlauf in der Stadt: „Neustadt war immer Mittelpunkt für uns und wir wären nie weggegangen.“

Barbara Rumpf freute sich über die anerkennenden Worte.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Getreu dem Motto „Bildhauer rede nicht, arbeite“ hielt sie sich kurz und übergab an Adax Dörsam, der mit „Happy Birthday“ dem Verstorbenen musikalisch die Ehre erwies.

Parallel zur Ausstellung in der Villa Böhm ist der Skulpturengarten der Familie Rumpf in Lachen-Speyerdorf an den Wochenenden geöffnet. Hier erhalten Besucher einen sehr persönlichen Einblick in das Schaffen mehrerer Generationen: Neben Werken von Gernot Rumpf sind Arbeiten seiner Ehefrau Barbara, der Töchter sowie von Großvater Ludwig, Vater Otto und Mutter Martha Rumpf zu sehen.

Die Finissage findet am 24. Mai 2026 um 15 Uhr im Skulpturengarten Rumpf statt.

Gernot Rumpf war ein liebenswerter, ganz besonderer und sehr fleißiger Mensch.
Foto: privat

Umfangreiches Begleitprogramm

Zwei Konzerte in der Villa Böhm und zwei „Blaue Stunden“ im Skulpturengarten Rumpf:

Samstag, 25. April, Villa Böhm, 19 Uhr: Jazzfreunde Süd (Johannes Barth – Saxophon, Patrik Steinbacher – Gitarre, Bernd Rapp – Bass, Jürgen Mrotzek – Schlagzeug)
Samstag, 9. Mai 2026, Villa Böhm, 19 Uhr: Best of BODY & SOUL mit Nicole Metzger und Wesley G.
Samstag, 25. April, Skulpturengarten Rumpf, 20 Uhr: Blaue Stunde mit der Pfälzischen Kurrende (Eintritt frei)
Samstag, 16. Mai, Skulpturengarten Rumpf, 20 Uhr: Blaue Stunde mit dem Chor Perpetuum Cantabile (Eintritt frei)

Vorträge und Führungen:

Sonntag, 19. April 2026, 11 Uhr, Villa Böhm: Matineegespräch – Gernot Frankhäuser im Gespräch mit Barbara Rumpf
Mittwoch, 29. April, 18 Uhr: Vortrag und Führung „Gernot Rumpf. Künstlerische Gestaltungen im sakralen Raum“ mit Barbara Rumpf und Pater Hans-Ulrich Vivell (Herz-Jesu-Kloster Neustadt)
Sonntag, 3. Mai, 11 Uhr, Villa Böhm: Matineeführung mit Barbara Rumpf
Mittwoch, 6. Mai, 18 Uhr: Vortrag mit Ausstellungsrundgang (Förderverein Stadtmuseum, Villa Böhm)

Führungen durch die Altstadt zu Gernot Rumpfs plastischen Arbeiten:

Samstag, 25. April und Samstag, 9. Mai
Kinderworkshops: Samstag, 18. April (14–16 Uhr) und Samstag, 26. April (15.30–17.30 Uhr)
Autorenlesung für Kinder: Lesung aus „Das Magische Museum der Madame Michel“ von Markus B. Altmeyer (Kooperation mit der Stadtbücherei Neustadt)

Öffnungszeiten

Villa Böhm: Freitag 16–18 Uhr, Samstag und Sonntag 11–13 Uhr sowie 15–18 Uhr
Skulpturengarten und Atelierhaus Rumpf: Samstag und Sonntag 14–19 Uhr

Fotogalerie Pfalz-Express

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