Sonntag 14.Juni 2026

Neustadt: Doppelausstellung zu Gernot Rumpfs Ehren

18. März 2026 | Kategorie: Allgemein, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Veranstaltungstipps

Zwei großartige und sympathische Künstler: Gernot Rumpf und Ehefrau Barbara Rumpf.
Archivfoto 2022: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt. Die Stadt Neustadt an der Weinstraße würdigt einen der bedeutendsten Künstler der Pfalz mit einer umfangreichen Doppelausstellung zu Ehren von Gernot Rumpf, der am 17. April 2026 85 Jahre alt geworden wäre.

Unter dem Titel „Wachs – Feuer – Bronze“ werden vom 17. April bis 24. Mai 2026 in der Villa Böhm in Neustadt und im Skulpturengarten Rumpf im Ortsteil Lachen-Speyerdorf, Werke des 2025 verstorbenen Bildhauers sowie Einblicke in die künstlerische Tradition seiner Familie gezeigt.

Gernot Rumpf, 1941 in Kaiserslautern geboren, hat mit zahlreichen Brunnenprojekten, sakralen Gestaltungen und freien plastischen Arbeiten das Gesicht vieler Städte nachhaltig geprägt. Die Ausstellung, veranstaltet von der Kulturabteilung der Stadt Neustadt an der Weinstraße, bietet an zwei Orten einen vielschichtigen Blick auf sein außergewöhnliches Lebenswerk.

Am Freitag, den 17. April 2026, findet um 19 Uhr in der historischen Villa Böhm die Vernissage statt. Grußworte sprechen Staatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck vom Ministerium für Familie, Frauen, Integration und Kultur Rheinland-Pfalz, Oberbürgermeister Marc Weigel sowie der Journalist Dr. Dietrich Mack.

Musikalisch umrahmt wird der Abend vom Gitarristen Adax Dörsam.In der Villa Böhm werden plastische und grafische Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen Gernot Rumpfs präsentiert. Parallel dazu öffnet an den Wochenenden der Skulpturengarten der Familie Rumpf in Lachen-Speyerdorf seine Tore.

Dieser besondere Ort gewährt einen sehr persönlichen Einblick in das Schaffen des Künstlers und seiner Familie. Die Tradition reicht über Generationen zurück: Großvater Ludwig Rumpf und Vater Otto Rumpf waren Steinbildhauer, Mutter Martha Rumpf wirkte als Kunsterzieherin und freischaffende Textilkünstlerin. Zu sehen sind neben Werken der Vorfahren auch Skulpturen von Ehefrau Barbara Rumpf sowie den Töchtern Katharina Rumpf und Eva Rumpf.

Die Finissage der Ausstellungen findet am Sonntag, 24. Mai 2026, um 15 Uhr im Skulpturengarten Rumpf statt. Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Schau: In der Villa Böhm finden zwei Konzerte statt – am 25. April treten die Jazzfreunde Süd (Johannes Barth am Saxophon, Patrik Steinbacher an der Gitarre, Bernd Rapp am Bass und Jürgen Mrotzek am Schlagzeug) mit neuen Werken und Jazzklassikern auf; am 9. Mai präsentieren Nicole Metzger und Wesley G als Duo Body & Soul melancholische Blues-Balladen, groovige Popsongs und erdige Soulstücke.

Im Skulpturengarten laden zwei „Blaue Stunden“ zum Verweilen ein: am 25. April singt die Pfälzische Kurrende (Eintritt frei), am 16. Mai der Chor Perpetuum Cantabile (ebenfalls Eintritt frei). Darüber hinaus gibt es Matineegespräche und Führungen, darunter ein Gespräch zwischen Gernot Frankhäuser und Barbara Rumpf am 19. April um 11 Uhr in der Villa Böhm, einen Vortrag und eine Führung zu Rumpfs sakralen Gestaltungen am 29. April um 18 Uhr im Herz-Jesu-Kloster mit Barbara Rumpf und Pater Hans-Ulrich Vivell, eine Matineeführung mit Barbara Rumpf am 3. Mai sowie einen Vortrag mit Ausstellungsrundgang am 6. Mai durch den Förderverein Stadtmuseum.

Zwei Altstadtführungen am 25. April und 9. Mai widmen sich den plastischen Arbeiten Gernot Rumpfs im öffentlichen Raum Neustadts. Für Kinder werden Workshops am 18. April (14–16 Uhr) und 26. April (15:30–17:30 Uhr) angeboten.

Ergänzt wird das Programm durch eine Autorenlesung des mit dem Feuergriffel-Stipendium Mannheim 2025 ausgezeichneten Markus B. Altmeyer, der aus seinem Buch „Das Magische Museum der Madame Michel“ liest – eine Kooperation mit der Stadtbücherei Neustadt.

Lebenslauf Gernot Rumpf

Gernot Rumpf absolvierte von 1952 bis 1961 das altsprachliche Gymnasium in Neustadt, erhielt bereits 1963 während seiner Steinbildhauerausbildung an der Meisterschule Kaiserslautern den Oskar-Kokoschka-Preis der Stadt Salzburg und studierte von 1964 bis 1970 bei Josef Henselmann an der Akademie der Bildenden Künste München. Dort entdeckte er das antike Wachsausschmelzverfahren, das ihn so faszinierte, dass er sich schon in den 1960er-Jahren eine eigene Bronzegießerei einrichtete.

1972/73 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen der Pfalzpreis für Plastik (1965), der Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz (1970), der Hans-Purrmann-Preis Speyer (1972), der Kulturpreis Neustadt (1990), der Deutsche Weinkulturpreis (1997) und der Preis der Ike-und-Berthold-Roland-Stiftung (2010). Von 1979 bis 2001 lehrte er als Professor im Fachbereich Architektur an der Universität Kaiserslautern.

1981 heiratete er die Bildhauerin Barbara Rumpf; gemeinsam realisierten sie viele Projekte als Ateliergemeinschaft. Gernot Rumpf verstarb 2025 in Neustadt an der Weinstraße. Die Villa Böhm ist freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Skulpturengarten und das Atelierhaus Rumpf sind samstags und sonntags von 14 bis 19 Uhr zugänglich. Ein Folder Ausstellung Gernot Rumpf_ zeigt das ganze Programm.

Abbildung: „Großes Einhorn Tokyo“, Bronzeguss, 410 × 285 × 345 cm (Höhe 3,45 m), aufgestellt in Tokyo, Bunkyo Ku
Copyright Rumpf

 

 

 

 

 

 

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