
Foto: Marvin Riess / Einsatz-Report24
Germersheim – Ein schreckliches Bild bot sich am 7. September im Anwesen eines 37-jährigen Mannes in Germersheim.
Dort hatten das Veterinäramt, die Polizei, die Artenschutzbehörde und die Berufstierrettung Rhein Neckar zahlreiche Tiere beschlagnahmt, die sich in einem erbärmlichen Zustand befanden oder schon tot waren. Viele sind verhungert oder verdurstet. Die Rede ist von bis zu 200 Tieren.
Die genaue Anzahl der vorgefunden Tiere stehe aber noch nicht fest, so die Kreisverwaltung auf PEX-Anfrage. Es wurden alle toten und lebenden Tiere aus dem Haushalt genommen. Derzeit werden Anzahl und die Arten bestimmt. Bis die Ergebnisse vorliegen, kann es einige Tage dauern.
Die Mitarbeiter der Artenschutzbehörde können aber bereits bestätigen, dass sich unter den vorgefunden Tieren auch meldepflichtige Tiere befinden, die bei der Kreisverwaltung nicht gemeldet waren. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen im Lauf des Tages mehr dazu sagen, wie dem Pfalz-Express auf Nachfrage bei der Kripo Landau mitgeteilt wurde. Die Behörden ermitteln gegen den Halter der Tiere.
Dutzende kleine und größere Reptilien wurden demnach im Keller in kleinen Plastik-Boxen und in zu kleinen Kisten gehalten. Überwiegend handelt es sich bei den Tieren um diversen Arten von Geckos, Bartagamen, mehrere große und kleine Schlangen, eine Spornschildkröte, diverse Vogelspinnen, ein Leguan sowie zwei hochgiftige Echsen. In einer Gefriertruhe befanden sich unzählige tote Tiere. Die meisten der lebenden Tiere waren dehydriert und zum Teil unterernährt, wie die Tierauffangstation Terra Mater berichtete, die ebenfalls hinzugerufen wurden.
Wie die Berufstierrettung bekannt gab, zogen sich die Rettungsmaßnahmen 10 Stunden lang, da die Retter alle Tiere in den Terrarien erst sichten und dann abtransportieren mussten.
Alle Tiere mussten noch am selben Tag auf verschiedene Reptilienstationen verteilt werden. Alle Bartagamen (Echsen), diverse Geckos und eine Spornschildkröte nahm Terra Mater in der Reptilienauffangstation in Graben-Neudorf auf. Noch am selben Nachmittag wurden die Tiere von einem Reptilien-Fachtierarzt untersucht und mit Infusionen und Vitaminen versorgt. Eine Bartagame wurde stationär aufgenommen, ihre Überlebenschancen sind gering.

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