Freitag, 27. November 2020

Germersheim: SPD stellt Bürgermeisterkandidaten: Gerald Seibel soll das Rennen machen

25. März 2017 | 8 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional
Gerald Seibel tritt bei den Bürgermeisterwahlen am 14. Mai für die SPD an. Fotos: Pfalz-Express/Licht

Gerald Seibel tritt bei den Bürgermeisterwahlen am 14. Mai für die SPD an.
Fotos: Pfalz-Express/Licht

Germersheim – Bei der Nominierungskonferenz des SPD-Ortsvereins Germersheim-Sondernheim ist Gerald Seibel als Kandidat zur Bürgermeisterwahl gewählt worden. Von den 19 stimmberechtigten Delegierten erhielt Seibel 17 Ja-Stimmen. Zwei Delegierte enthielten sich.

Damit haben die Germersheimer am 14. Mai die Wahl zwischen drei Bewerbern: Dem amtierenden Bürgermeister Marcus Schaile (CDU), dem unabhängigen Kandidaten Armin Lutzke und nun auch dem SPD-Kandidaten Seibel.

Der Diplom-Physiker und Diplom-Ingenieur für Feinwerktechnik ist seit 1989 Mitglied der SPD. In Germersheim wohnt er seit rund 30 Jahren. Geboren ist er in Frankfurt am Main.

Dass seit 72 Jahren in Germersheim dieselbe Situation vorherrsche, indem die CDU stets den Bürgermeister stelle, widerstrebe seinem Demokratieverständnis, sagte Seibel seinen Parteifreunden. Ein Korrektiv gebe es „nur in Maßen“ in Germersheim: „Das macht mich nachdenklich und passt nicht zur Demokratie.“ Zudem habe auch noch das rechte Lager kräftig Zulauf bekommen, „das ist mir gegen den Strich gegangen.“

Gerald Seibel, SPD Germersheim-Sondernheim

Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2009 hatte die SPD keinen Kandidaten gestellt. Nochmal will man nicht „ohne“ dastehen. Gerald Seibel (59), Industriemanager, tritt bald in die passive Altersteilzeit ein, so dass er genug Arbeits- und Schaffenskraft aufzubieten habe, wie er sagt. Chancen bei der Wahl sieht er durchaus: Die Vorgabe sei „20 Prozent plus x“, wobei das „x“ ruhig etwas höher ausfallen dürfe, meint der frisch gekürte Kandidat.

Die SPD in Germersheim sei zwar Teil des Stadtrats, Entscheidungen würden selten ohne SPD getroffen. Dennoch werde man aufgrund der Mehrheitsverhältnisse oft überstimmt. Dabei gebe es schon Vorgänge „bei denen wir eine abweichende oder konträre Meinung haben.“

Als wichtige Themen nennt Seibel unter anderem die Stadtentwicklung, bezahlbaren Wohnraum und die Haushaltskonsolidierung. Baulich habe sich zwar viel getan in Germersheim, aber häufig seien dies „Prestigeobjekte“ und keine „Basisprojekte“. Der Springbrunnen vor Weißenburger Tor beispielsweise koste eine „Viertelmillion ohne Folgekosten“: „Das wollen wir anders machen“, kündigte Seibel an.

Bei den sozialen Komponenten sieht Seibel noch viel Verbesserungsbedarf. So sei die aufsuchende Sozialarbeit und Betreuung im Kreis zwar „ok“, in Germersheim selbst aber kein großer Erfolg. Zudem müsse ein Jugendraum für Jugendliche und junge Erwachse ab 16 Jahren ausgewiesen werden.

In der Stadt gebe es viel Bedarf für soziale Wohnungsversorgung, findet Seibel, der auch – zusammen mit Bürgermeister Schaile – im Vorstand der städtischen Wohnbau GmbH sitzt. „Wir brauchen sozialen Wohnraum – wenn nicht jetzt, wann dann? Wer soll es machen für Germersheim, wenn nicht die Wohnbau GmbH?“

So will Seibel nun in einen „authentischen Wahlkampf mit vernünftigen Botschaften“ starten und erhofft sich von seiner Kandidatur eine höhere Wahlbeteiligung. Diese sei letztes Mal mit knapp 37 Prozent beschämend niedrig gewesen, was offensichtlich auf Politikverdrossenheit zurückzuführen sei.

Seibel verwies darauf, dass die SPD als stärkste Partei im Stadtgebiet seinerzeit mit 28,6 Prozent besser abgeschnitten habe als die CDU mit 28,0 Prozent. Er rechne zudem nicht damit, dass die AfD noch weiteren Zulauf bekomme.

SPD-Landratskandidatin Nicole Zor, die bei der Nominierungskonferenz dabei war, sprach gar von „40 plus x“ und sagte Gerald Seibel ihre Unterstützung zu.

Mehr Informationen zu den Kandidaten und ihren Zielen demnächst im Pfalz-Express.

 

V.li.: Gerald Seibel, Ortsvereinsvorsitzende Elke Bolz, Landratskandidatin Nicole Zor, SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Fliegensdörfer.

V.li.: Optimistisch in den Wahlkampf: Gerald Seibel, Ortsvereinsvorsitzende Elke Bolz, Landratskandidatin Nicole Zor, SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Fliegensdörfer.

 

Gerald Seibel, SPD GER, Bgm.Kand.

SPD Germersheim-Sondernheim, Gerad Seibel, Zor, Bolz, Fliegensdörfer

 

SPD Germersheim-Sondernheim

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8 Kommentare auf "Germersheim: SPD stellt Bürgermeisterkandidaten: Gerald Seibel soll das Rennen machen"

  1. Erika sagt:

    Bürgermeisterwahl Germersheim: SPD Mann Gerald Seibel besetzt Themen die ein anderer Kandidat bereits vor Monaten aufgegriffen hat.

    Für mich spiegelt diese Kandidatur, die schlechte Oppositionsarbeit des SPD Stadtrats der letzten 72 Jahre wieder sowie die laienhafte Vorbereitung zur Bürgermeisterwahl.

    Herr Seibel möchte ein „authentischen Wahlkampf mit vernünftigen Botschaften“ führen.

    Wie wär’s dann mit eigenen Themen Herr Seibel ?

    Als Vorstand der städtischen Wohnbau GmbH, sind Sie doch maßgeblich an dieser miesere mitverantwortlich und jetzt wollen Sie sich als unser „Retter“ präsentieren?

    Persönlich würde mich noch interessieren, in welchen Germersheimer Vereine Herr Seibel aktiv ist und in welchen sozialen Projekte er in Germersheim sich in den letzten Jahren arrangiert hat.

    Herr Seibel, ist einfach ein Phantom, keiner kennt Ihn.

    • Benjamin R. sagt:

      Unbekannte Politiker, behelfen sich sehr gerne mit prominenten Politiker/innen beim Wahlkampf, was der Ausdruck einer völligen politischen Hilflosigkeit darstellt.

      Wetten dass ? Schon bald werden wir ein paar Bildchen zusehen bekommen mit Malu Dreyer und Co.

      • Lieber Benjamin,
        die SPD ist eine große Volkspartei, die in unserem Land nicht nur in der Regierungsverantwortung ist sondern zudem auch noch im Stadtgebiet Germersheim in der letzten Wahl 2016 erstmals überhaupt mit 28,6% die stärkste Partei unserer Stadt wurde.
        Wir haben das Ziel, die seit 1945 durchgängig regierende Partei in Germersheim abzulösen. Nach 72 Jahren ist das angebracht. Mein Demokratieverständnis sagt mir, dass die Zeit dafür reif ist,.
        Das wir dazu auch den Schulterschluss mit allen Repräsentanten in Kreis und Land haben werden, müsste nachvollziehbar sein.
        Da ich selber mehrjähriger Vorsitzender unseres SPD-Ortsvereins war, sollte ich Ihnen eigentlich bekannt sein.
        Viele Grüße
        Gerald Seibel

        • Benjamin sagt:

          Herr Seibel, auch als ehemaliger Vorstand der SPD Germersheim sind Sie mir völlig unbekannt, dies habe ich nicht mal mitbekommen.

          Denke keiner hat da was mitbekommen.

          Glaube deshalb, Sie kennt ja keiner, haben Sie auch bei der letzen Stadtratswahl 2014, ein so schlechtes Wahlergebnis Platz 23 erzielt und sind kein Stadtratsmitglied geworden.

          „Jetzt mache ich mal einen auf Bürgermeisterkandidat“

          Richtig ist, das die SPD sehr viele Protestwähler bei der letzten Landtagswahl in Germersheim bekommen hat, da die SDP das kleinere übel war.

          Richtig ist auch, dieses Wahlergebnis hat ganz ganz sicher nichts mit der politischen Arbeit der hiesigen SPD zutun.

          Diese glänzt nur so vor politischer Hilflosigkeit, meiner Meinung nach.

          Bei Ihren ganzen Demokratieverständnis, frage ich mich, warum Sie dann nicht schon 2009 zur Bürgermeisterwahl angetreten sind ?

          Als fast 60 Jähriger, könnten Sie danach nicht mehr kandidieren.

          Mein persönliches Fazit zu Ihrer Kandidatur. Nein Danke.

    • Liebe Erika,
      die SPD-Germersheim und ich als Bürgermeisterkandidat gehen mit Themen in den Wahlkampf, bei denen wir Handlungsbedarf in Germersheim sehen. Welche Themen das genau sind, erfahren Sie diese Woche aus dem Stadtanzeiger. In dem Artikel des Pfalz-Express waren nur Auszüge daraus genannt. Als Bürgermeister werde ich genau diese Punkte in Germersheim umsetzen. Daran lasse ich mich gerne messen.
      Wenn nun auch ein anderer Kandidat ein solches Thema wie den sozialen Wohnungsbau adressiert, umso besser. Dann fordern schon zwei Kandidaten hier tätig zu werden.
      Die städtische Wohnbau hat die Rechtsform einer GmbH. Sie hat also einen Geschäftsführer und keinen Vorstand. Ich selbst gehöre dem Aufsichtsrat an, dessen Vorsitz der Bürgermeister hat. In diesem Aufsichtsgremium sind Vertreter der Parteien entsprechend des Parteienproporzes entsandt, und ich darf Ihnen versichern, dass ich nicht erst seit gestern für entsprechende Bauaktivitäten der Wohnbau eintrete.
      Persönlich bin ich durch meine Frau Sabina Matter-Seibel, die an der Hochschule unterrichtet, nach Germersheim gekommen. Ich lebe mit Ihr und unseren drei Kindern seit nunmehr fast 30 Jahre hier (meine Frau seit fast 40 Jahren) und wir sind in zahlreichen Vereinen und Organisationen regional und überregional tätig.
      Wir kennen uns offenbar nicht, daher verwundert mich die Wahl Ihrer Worte.
      Gerne biete ich Ihnen daher ein persönliches Gespräch an, denn ich bin der Meinung, dass es immer besser ist miteinander zu reden als übereinander.
      Viele Grüße
      Gerald Seibel

      • Erika sagt:

        Herr Seibel, ihr Zitat „In der Stadt gebe es viel Bedarf für soziale Wohnungsversorgung, findet Seibel, der auch – zusammen mit Bürgermeister Schaile – im Vorstand der städtischen Wohnbau GmbH sitzt.“

        Folgerichtig sind Sie, meiner Meinung nach, für die ganze miesere der Städtischen Wohnbau GmbH mitverantwortlich.

        Schade auch, dass sie auf meine fragen, in welchen Germersheimer Vereine Sie aktiv sind und welche soziale Projekte Sie direkt in Germersheim sich in den letzten Jahren arrangiert haben, nicht beantwortet haben.

        Bei der letzten Aktion Saubere Landschaft der hiesigen SPD haben Sie auch nicht teilgenommen, warum nicht ?

        Sie möchten einen „authentischen Wahlkampf mit vernünftigen Botschaften“ führen.

        Dann frage ich mich wo das noch alles enden soll?

        Nicht mal bei Ihren Wahlplakaten sind Sie authentisch, Sie geben sich hier mindestens 20 Jahre jünger aus.

        Unter authentisch, verstehe ich was anderes.

        Für mich spiegelt diese Kandidatur, die schlechte Oppositionsarbeit des SPD Stadtrats der letzten 72 Jahre wieder sowie die laienhafte Vorbereitung zur Bürgermeisterwahl.

        Auch bleibt Herr Seibel weiterhin ein Phantom für mich.

  2. Michael sagt:

    Authentisch??? Reale Person ist eine andere wie auf den Wahlplakat!!! Geschätzte 30 Jahre jünger gemacht per Fotoshop!!!
    Sorry kann Sie nicht mehr ernst nehmen!!!

  3. Liebe Erika, Benjamin und Michael,
    aus ihren Kommentaren ist unschwer zu erkennen, dass Sie keine Freunde der SPD und meiner Person sind. Das nehme ich zur Kenntnis. Sie haben bei der anstehenden Bürgermeisterwahl eine Stimme und Sie wissen sicher schon ganz genau wem Sie diese geben werden…
    Aber ich bin sicher Sie gehen wählen. Das freut mich, denn Sie machen von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Viele machen das schon leider nicht mehr. Ich hoffe das wir eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als 2009 (37%) haben werden. Da die Bürgerinnen und Bürger diesmal zwischen drei Kandidaten wählen können wird es doch interessant…
    Für was ich stehe und für was nicht werden Sie in den verbleibenden Wochen noch genauer anhand diverser Pressemitteilungen erfahren und einige Antworten auf ihre Fragen und Anmerkungen werden Sie aus meinem Flyer entnehmen können der in der kommenden Woche verteilt wird.
    Gruß
    Gerald Seibel

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