Georgensgmünd – In der bayerischen Gemeinde Georgensgmünd im Landkreis Roth sind am Mittwoch drei Polizisten durch Schüsse zum Teil schwer verletzt worden.
Ein vierter Polizist ist gestorben. Das teilte die Polizei am Abend mit. Der 32-Jährige war von mehreren Kugeln getroffen und lebensgefährlich verletzt worden.
Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei wollten die Waffen eines 49-jährigen „Reichsbürgers“ sicherstellen, woraufhin dieser sofort das Feuer auf die Beamten eröffnete, teilte die Polizei mit. Der Täter konnte leicht verletzt festgenommen werden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Mittag, dass sich ein SEK-Beamter noch in Lebensgefahr befinde.
Die Reichsbürgerbewegung setzte sich aus mehreren sektenartigen Gruppen von Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretikern zusammen, die behaupten das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 (manche 1914) bestehe fort. Zu ihrer Ideologie gehört die Ablehnung der Demokratie und häufig die Leugnung des Holocausts.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat mit Betroffenheit auf die Schüsse des sogenannten „Reichsbürgers“ reagiert.
Die „Reichsbürger“, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland, deren Verfassung und ihre staatlichen Organe mit „obskuren historischen Begründungen“ ablehnten, seien seit Langem zu einer konkreten Gefahr herangewachsen, sagte GdP-Chef Oliver Malchow am Mittwoch: „Das blutige Ereignis ist ein weiterer schockierender Höhepunkt der Gewalt gegen Polizeibeamte im täglichen Dienst in Deutschland.“
Malchow forderte, der Radikalisierung extremer politischer und religiöser Gruppen mit „allen staatlichen und rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln“ entgegenzutreten.
(dts Nachrichtenagentur/red)

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